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Wenn die
Schilddrüsenerkrankung medizinisch gut behandelt wird und
dadurch im normalen Alltag eine weitgehende Beschwerdefreiheit
vorliegt gibt es für schilddrüsenkranke Patienten
keine grundsätzlichen Einschränkungen bezüglich
Urlaubsreisen. Etwas anders kann dies allerdings kurz nach der
Diagnose, unmittelbar nach Operation oder Radioiodtherapie oder
während der medikamentösen Einstellungszeit aussehen.
Hier ist die Rücksprache mit dem behandelnden Arzt
empfehlenswert. Um keine unnötigen Risiken einzugehen
sollten Schilddrüsenkranke ausserdem nachfolgende Hinweise
bzgl. Wahl des Reiseziels, notwendiger Reiseschutzimpfungen,
Schilddrüsenmedikamenten und jodreicher Ernährung
beachten.
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Reiseziel
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Wer auf Jod
empfindlich reagiert, weil er z.B. an einer
Hashimoto-Thyreoiditis oder einem Morbus Basedow erkrankt ist,
sollte auf den Urlaub in Heilbädern mit Jodquellen
(Bad Bevensen, Bad Endorf, Bad Hall, Bad Schwartau, Sulzbrunn im
Allgäu, Bad Tölz, Bad Westernkotten, Bad Wiessee am
Tegernsee, Nordseebad Dangast, Ostseeheilbäder Ahlbeck,
Heringsdorf und Bansin) verzichten.
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Ob ein Urlaub an der
Nordsee für Schilddrüsenkranke gut oder
schlecht ist, dazu gibt es sehr unterschiedliche Meinungen. Die
Verträglichkeit ist sicher individuell unterschiedlich.
Aber grundsätzlich gilt: Jod wird nicht nur über die
Ernährung, sondern auch über die Haut (z.B. beim Baden
im Meer) und die Atemwege aufgenommen. Deshalb kann ein
Aufenthalt an der Nordsee bei empfindlichen Personen durchaus zu
Befindensverschlechterungen führen.
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Wissenswertes zum
Jodgehalt der Luft:
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1. Direkt am Meer
ist der Jodgehalt der Luft höher als im Binnenland.
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2. Aufgrund der
Wasserverdunstung ist der Luft-Jodgehalt im Sommer höher
als im Winter.
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3. Während der
Ebbe wird vermehrt Jod aus den Schlickflächen (Braunalgen,
Blasentang) in die Luft freigesetzt.
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Ratschläge zum
Baden im Meer:
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1. Nicht länger
als 30 Minuten am Stück baden und schwimmen.
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2. Nach dem
Aufenthalt im Meerwasser kurz abduschen.
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Bei einer
bestehenden Überfunktion der Schilddrüse sollten sehr
anstrengende, weil den Kreislauf stark belastende Reiseziele wie
das sauerstoffärmere Hochgebirge oder Gegenden mit
einem schwül-heißen Klima (Tropenregionen)
besser gemieden werden.
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Linktip: Leni's
Erfahrungsbericht Karpathos/Griechenland
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Reiseschutzimpfungen
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Ob
Reiseschutzimpfungen die Autoimmunerkrankungen der Schilddrüse
(Morbus Basedow, Hashimoto-Thyreoiditis) auslösen oder
verschlechtern können wird seit längerem kontrovers
diskutiert.
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"Patienten mit
Autoimmunerkrankungen der Schilddrüse, insbesondere mit
Morbus Basedow, sollten vor der Applikation bestimmter Impfungen
wie z.B. der Gelbfieber-Impfung mit ihrem Schilddrüsenarzt
sprechen. Durch die Impfungs-bedingte Stimulation des
Immunsystems können in Einzelfällen Probleme durch
eine Aktivierung des Morbus Basedow auftreten. Es empfiehlt
sich, derartige notwendige Impfungen mit genügendem
zeitlichen Abstand zum Reiseantritt durchführen zu lassen,
um mögliche erst im Urlaub auftretende Probleme zu
vermeiden. Ansonsten sind durch Reise-relevante Impfungen und
Prophylaxemedikamente kaum Probleme zu erwarten. Bei der
Malaria-Prophylaxe empfiehlt es sich, zwischen der Einnahme von
Schilddrüsenmedikamenten und Malaria-Prophylaktika etwa
eine Stunde vergehen zu lassen." (Prof.
Dr. Heufelder "Schilddrüsenerkrankungen und
Urlaubsreisen" 05.07.06, Journal MED).
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Schilddrüsenmedikamente
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Das Wichtigste:
Medikamente nicht vergessen!
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Bei Flugreisen die
Medikamente unbedingt im Handgepäck unterbringen falls der
Koffer verloren geht.
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Für
USA-Reisende ist ein ärztliches Attest über die Art
der Schilddrüsenerkrankung und Dosierung der Medikamente
empfehlenswert.
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Schilddrüsenhormone
sollten möglichst nicht längere Zeit über
25°Celsius, nur bei geringer Luftfeuchtigkeit und dunkel
gelagert werden.
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Deshalb einige Tips:
Auf Reisen grundsätzlich nur den benötigten Bedarf und
nicht die komplette 3-Monatspackung mitnehmen. Die Medikamente
nicht im Handschuhfach des Autos transportieren oder auf der
Fensterbank eines überheizten Hotelzimmers lagern, sondern
z.B. in einer Thermobox verstauen oder in einer Schublade
aufbewahren.
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Medikameneneinnahme
bei Zeitverschiebung: Die regelmässige Einnahme von
Schilddrüsenmedikamenten ist zwar sehr wichtig,
andererseits ist das einmalige Auslassen oder einmalig zeitlich
verzögerte Einnehmen der Tabletten für die
überwiegende Mehrzahl der Schilddrüsenpatienten kein
Problem. Deshalb ist es ratsam den üblichen
Einnahmerhythmus, z.B. immer morgens eine halbe Stunde vor dem
Frühstück, auch am Urlaubsort entsprechend der
Ortszeit beizubehalten. Hilfreich kann hier eine Tablettenbox
mit Timer sein.
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Ernährung
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In bestimmten
Regionen (Nord- und Ostsee, Mittelmeer, Skandinavien, Asien)
sind Fisch, Meeresfrüchte und Algen oft ein
Hauptbestandteil der Ernährung. Die Verträglichkeit
ist bei Schilddrüsenkranken individuell sehr
unterschiedlich, aber um kein unnötiges Risiko einzugehen
sollten Schilddrüsenkranke diesbezüglich lieber etwas
zurückhaltender sein.
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Aufpassen müssen
schilddrüsenkranke Patienten bei den gerade in Deutschland
sehr beliebten Trinkkuren. Denn dabei wird nicht selten Wasser
aus örtlichen Jodquellen
oder neuerdings auch abgefülltes
Jodwasser (z.B.
Aqua
Sola ,
Jodis)
gereicht. Dies gilt insbesondere auch für Personen mit
Schilddrüsenkarzinom, da bei ihnen die eingehaltene
Jod-Abstinenz mitentscheidend für den Erfolg der
Radiojodtherapie ist.
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Homepage
erstellt am 27.04.09, aktualisiert am 21.08.09
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