www.schilddruesenguide.deDer unabhängige Internetwegweiser zu Erkrankungen der Schilddrüse.
Schilddrüsenbedingte Störungen der Sexualhormone
Navigation: MönchspfefferTraubensilberkerzeYamswurzel - Rotklee
Mönchspfeffer (Keuschlamm)

Botanischer Name: Vitex agnus castus

Inhaltsstoffe: Iridoide (Aucubin, Agnusid, Casticin) und ätherisches Öl.

Anwendungsgebiet: Mönchspfeffer hilft bei hormonellen Störungen wie dem praemenstruellen Syndrom, welches u. a. mit Gewichtszunahme, Wassereinlagerungen und Brustspannen kurz vor der Regel einhergehen kann. Auch die ungewollte Kinderlosigkeit aufgrund einer Gelbkörperschwäche wird manchmal mit Mönchspfefferpräparaten behandelt. Neuere Studien belegen auch eine Wirksamkeit bei hormonabhängigen Migräneanfällen, die bereits einige Tage vor der Menstruation beginnen und durch einen Progesteronmangel ausgelöst werden.

Wirkungsweise: Die Wirkstoffe dieser Pflanze beeinflussen die Freisetzung des Nerven-Botenstoffes Dopamin und normalisieren dadurch die Ausschüttung des milchbildenden Hormons Prolaktin (in Hypothyreose meist erhöht) in der Hirnanhangdrüse. Mönchspfefferpräparate können den Mangel an Progesteron nicht direkt ausgleichen, regen aber die Progesteronbildung an.

Dosierung: Mehrere Studien belegen die Wirksamkeit von Mönchspfefferpräparaten bei einer täglichen Dosierung von 4 mg Trockenextrakt. Es kann allerdings 3 - 6 Monate dauern bis eine spürbare Wirkung eintritt.

Nebenwirkungen / Wechselwirkungen: In einigen Fällen wurde ein juckender Hautausschlag beobachtet. Da Mönchspfeffer eine dopaminerge Wirkung hat, sind Wechselwirkungen mit Medikamenten wie Neuroleptika oder Antiemetika denkbar, die ebenfalls an Dopaminrezeptoren andocken. Sinnvoll ist die abendliche Einnahme von Agnus castus, da die Prolaktinsynthese gegen Abend ansteigt. Wichtiger Hinweis: Während der Schwangerschaft und Stillzeit sowie bei Endometriose sollten Präparate aus Mönchspfeffer nicht angewandt werden!

Traubensilberkerze

Botanischer Name: Cimicifuga racemosa

Inhaltsstoffe: Der Wurzelstock der Traubensilberkerze enthält das harzartige Cimicifugin und das Racemosin, einen Bitterstoff. Weitere Inhaltsstoffe sind Triterpenglykoside (Actein und Cimifugosid), Carbonsäuren und Flavonoide. Darüber hinaus ist Salicylsäure enthalten.

Anwendungsgebiet: Die Wirkung von Extrakten aus Cimicifuga racemosa ist bei Wechseljahrsbeschwerden wie Nervosität, Depression, Hitzewallungen und Schlafstörungen wissenschaftlich gut gesichert. Aufgrund ihrer krampflösenden und schmerzstillenden Wirkung wird die Traubensilberkerze aber auch bei schmerzhaften Monatsblutungen eingesetzt.

Wirkungsweise: Die Traubensilberkerze enthält östrogenähnliche Pflanzenhormone, die auf den weiblichen Hormonstoffwechsel eine regulierende Wirkung ausüben. Wechseljahrsbeschwerden, die auf einen Östrogenmangel zurückgehen, werden dadurch wirksam gelindert und auch Osteoporose wird vorgebeugt, ohne dass es dabei zu den unerwünschten Effekten einer Hormontherapie auf Gebärmutter oder Brustgewebe kommt.

Dosierung: Die empfohlene Tagesdosis beträgt einmal täglich 40 mg. Eine Besserung stellt sich erst allmählich nach einer Anwendung von 2 bis 4 Wochen ein.

Nebenwirkungen / Wechselwirkungen: Bei der Einnahme von Präparaten aus der Traubensilberkerze können gelegentlich Magenbeschwerden auftreten. Wichtiger Hinweis: Cimicifuga-Extrakte sollten nicht bei Gebärmutter-, Eierstock- oder Brustkrebs angewandt werden. Ohne ärztlichen Rat sollten Präparate nicht länger als 6 Monate eingenommen werden. Bei Zyklusänderungen oder Wiedereintreten der Monatsblutung sollte ein Arzt aufgesucht werden!

Yamswurzel

Botanischer Name: Dioscorea villosa, Dioscorea deltoides

Inhaltsstoffe: Die Yamswurzel enthält einen Stoff mit dem Namen Diosgenin. Er ist in seiner Struktur dem Progesteron sehr ähnlich. Außerdem wird die Produktion von DHEA stimuliert.

Hintergrundwissen: DHEA (Dehydroepiandosteron) ist eine Vorstufe der weiblichen und männlichen Sexualhormone. Produziert wird das körpereigene Prohormon DHEA in der Nebennierenrinde. Die genauen Wirkungsweisen sind wissenschaftlich noch nicht vollständig erforscht.

Anwendungsgebiet: Die Yamswurzel wird bei Menstruationsbeschwerden wie Krämpfen und Schmerzen eingesetzt. Etwas weniger bekannt ist die Anwendung der Yamswurzel bei Arthritis und Rheuma oder ihre Wirksamkeit bei Verdauungsbeschwerden wie dem Reizdarmsyndrom.

Wirkungsweise: Extrakte aus der Yamswurzel wirken entzündungshemmend, krampflösend, schmerzlindernd und muskelentspannend.

Dosierung: Die erforderliche Dosishöhe ist individuell unterschiedlich und liegt bei 600 – 1200 mg täglich.

Nebenwirkungen / Wechselwirkungen: Sind bisher keine bekannt.

Rotklee

Botanischer Name: Trifolium pratense

Inhaltsstoffe: Rotklee ist eine der reichsten natürlichen Quellen für Isoflavonoide. Die Isoflavone Genistein, Daidzein, Biochanin A und Formononetin gehören zur Gruppe der Phytoöstrogene.

Anwendungsgebiet: Rotkleepräparate werden bei Wechseljahrsbeschwerden und Osteoporose, aber auch bei Arthritis und Rheuma eingesetzt.

Wirkungsweise: Phytoöstrogene, wie sie im Rotklee enthalten sind, haben eine ähnliche, nur schwächere Wirkung als die vom Körper selbst produzierten Östrogene.

Dosierung: Wechseljahrsbeschwerden werden bereits bei einer täglichen Dosis von 40 - 60 mg Isoflavonen gelindert.

Nebenwirkungen / Wechselwirkungen: Der amerikanische Phytoöstrogenforscher Dr. Mike Fitzpatrick betrachtet Flavonoide wie Isoflavone als endokrine Störfaktoren, welche über eine Hemmung der Thyroidea-Peroxidase die Schilddrüsenhormonproduktion stören und über diesen Wirkungsmechanismus eine Schilddrüsenunterfunktion auslösen können. Isoflavone kommen im Rotklee vor, sind aber besonders reichlich in Soja enthalten. Fitzpatrick ist der Ansicht, dass Personen mit einer Hypothyreose deshalb Lebensmittel und Medikamente mit diesen Inhaltsstoffen meiden sollten. In Deutschland wurden bereits ähnliche Wechselwirkungen zwischen dem Bioflavonoid Quercetin und der körpereigenen Schilddrüsenhormonproduktion diskutiert. Eindeutige Studien stehen in beiden Fällen jedoch noch aus. Wechselwirkungen zwischen eingenommenen Schilddrüsenhormonen und Isoflavonen sind nicht bekannt.
SDG-Tipp
In dem Zusammenhang ist das Buch Natürliche Hormontherapie: Alles Wissenswerte über Hormone, die ihre Gesundheit nebenwirkungsfrei ins Gleichgewicht bringen können von Annelie Scheuenstuhl sehr lesenswert. Für die Diagnose von Zyklusstörungen ist das Führen eines Zykluskalenders hilfreich. Dafür benötigen Sie ein spezielles Basalthermometer, beispielsweise das Digitale Basal-Thermometer von GEON (Amazon-Partnerlinks)
Homepage erstellt am 22.03.05, aktualisiert am 02.09.11.
Impressum (Anbieterkennung)