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Heilpflanzen
zur Behandlung von Zyklus- und Wechseljahrsbeschwerden:
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Mönchspfeffer,
Traubensilberkerze, Yamswurzel und Rotklee
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Ein Mangel an
Progesteron oder Östrogenen kann vom Gynäkologen durch
Blutuntersuchungen festgestellt werden und dann mit Medikamenten
behandelt werden. Eine sanfte Alternative zur Behandlung von
Zyklusstörungen sind pflanzliche Mittel. Zur Behandlung
eines Progesteronmangels eignen sich Präparate, welche die
beiden nachfolgend ausführlich beschriebenen Heilpflanzen
Mönchspfeffer oder Yamswurzel enthalten. Die Heilpflanzen
Frauenmantel (Alchemilla vulgaris), Klette (Arctium lappa) und
Schafgarbe (Alchilea millefolie) sollen ebenfalls
progesteronähnlich wirken. Ihre Wirkung wurde
wissenschaftlich aber bisher nicht ausreichend belegt. Bei einem
Östrogenmangel helfen nachgewiesenermaßen Präparate,
die Extrakte aus Traubensilberkerze oder Rotklee enthalten.
Beide Heilpflanzen werden im Folgenden dargestellt. Weitere
Pflanzen, denen eine östrogenähnliche Wirkung
nachgesagt wird, sind Granatapfel (Punica granatum), Himbeere
(Rubius idaheus), Salbei (Salvia officinalis), schwarze
Johannisbeere (Ribes nigrum) und Zypresse (Cupressus). Auch für
die Wirkung dieser Pflanzen steht ein wissenschaftlicher Beweis
noch aus.
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Mönchspfeffer
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Traubensilberkerze
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Yamswurzel
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Rotklee
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Mönchspfeffer
(Keuschlamm)
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Botanischer Name:
Vitex agnus castus
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Inhaltsstoffe:
Iridoide (Aucubin, Agnusid, Casticin) und ätherisches Öl.
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Anwendungsgebiet:
Mönchspfeffer hilft bei hormonellen Störungen wie dem
praemenstruellen Syndrom, welches u. a. mit Gewichtszunahme,
Wassereinlagerungen und Brustspannen kurz vor der Regel
einhergehen kann. Auch die ungewollte Kinderlosigkeit aufgrund
einer Gelbkörperschwäche wird manchmal mit
Mönchspfefferpräparaten behandelt. Neuere Studien
belegen auch eine Wirksamkeit bei hormonabhängigen
Migräneanfällen, die bereits einige Tage vor der
Menstruation beginnen und durch einen Progesteronmangel
ausgelöst werden.
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Wirkungsweise:
Die Wirkstoffe dieser Pflanze beeinflussen die Freisetzung des
Nerven-Botenstoffes Dopamin und normalisieren dadurch die
Ausschüttung des milchbildenden Hormons Prolaktin (in
Hypothyreose meist erhöht) in der Hirnanhangdrüse.
Mönchspfefferpräparate können den Mangel an
Progesteron nicht direkt ausgleichen, regen aber die
Progesteronbildung an.
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Dosierung:
Mehrere Studien belegen die Wirksamkeit von
Mönchspfefferpräparaten bei einer täglichen
Dosierung von 4 mg Trockenextrakt. Es kann allerdings 3 - 6
Monate dauern bis eine spürbare Wirkung eintritt.
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Nebenwirkungen /
Wechselwirkungen: In einigen Fällen wurde ein juckender
Hautausschlag beobachtet. Da Mönchspfeffer eine dopaminerge
Wirkung hat, sind Wechselwirkungen mit Medikamenten wie
Neuroleptika oder Antiemetika denkbar, die ebenfalls an
Dopaminrezeptoren andocken. Sinnvoll ist die abendliche Einnahme
von Agnus castus, da die Prolaktinsynthese gegen Abend ansteigt.
Wichtiger Hinweis: Während
der Schwangerschaft und Stillzeit sowie bei Endometriose sollten
Präparate aus Mönchspfeffer nicht angewandt werden!
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Traubensilberkerze
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Botanischer Name:
Cimicifuga racemosa
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Inhaltsstoffe:
Der Wurzelstock der Traubensilberkerze enthält das
harzartige Cimicifugin und das Racemosin, einen Bitterstoff.
Weitere Inhaltsstoffe sind Triterpenglykoside (Actein und
Cimifugosid), Carbonsäuren und Flavonoide. Darüber
hinaus ist Salicylsäure enthalten.
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Anwendungsgebiet:
Die Wirkung von Extrakten aus Cimicifuga racemosa ist bei
Wechseljahrsbeschwerden wie Nervosität, Depression,
Hitzewallungen und Schlafstörungen wissenschaftlich gut
gesichert. Aufgrund ihrer krampflösenden und
schmerzstillenden Wirkung wird die Traubensilberkerze aber auch
bei schmerzhaften Monatsblutungen eingesetzt.
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Wirkungsweise:
Die Traubensilberkerze enthält östrogenähnliche
Pflanzenhormone, die auf den weiblichen Hormonstoffwechsel eine
regulierende Wirkung ausüben. Wechseljahrsbeschwerden, die
auf einen Östrogenmangel zurückgehen, werden dadurch
wirksam gelindert und auch Osteoporose wird vorgebeugt, ohne
dass es dabei zu den unerwünschten Effekten einer
Hormontherapie auf Gebärmutter oder Brustgewebe kommt.
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Dosierung:
Die empfohlene Tagesdosis beträgt einmal täglich 40
mg. Eine Besserung stellt sich erst allmählich nach einer
Anwendung von 2 bis 4 Wochen ein.
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Nebenwirkungen /
Wechselwirkungen: Bei der Einnahme von Präparaten aus
der Traubensilberkerze können gelegentlich Magenbeschwerden
auftreten. Wichtiger
Hinweis: Cimicifuga-Extrakte sollten nicht bei
Gebärmutter-, Eierstock- oder Brustkrebs angewandt werden.
Ohne ärztlichen Rat sollten Präparate nicht länger
als 6 Monate eingenommen werden. Bei Zyklusänderungen oder
Wiedereintreten der Monatsblutung sollte ein Arzt aufgesucht
werden!
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Yamswurzel
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Botanischer Name:
Dioscorea villosa, Dioscorea deltoides
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Inhaltsstoffe:
Die Yamswurzel enthält einen Stoff mit dem Namen Diosgenin.
Er ist in seiner Struktur dem Progesteron sehr ähnlich.
Außerdem wird die Produktion von DHEA stimuliert.
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Hintergrundwissen:
DHEA (Dehydroepiandosteron) ist eine Vorstufe der weiblichen und
männlichen Sexualhormone. Produziert wird das körpereigene
Prohormon DHEA in der Nebennierenrinde. Die genauen
Wirkungsweisen sind wissenschaftlich noch nicht vollständig
erforscht.
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Anwendungsgebiet:
Die Yamswurzel wird bei Menstruationsbeschwerden wie Krämpfen
und Schmerzen eingesetzt. Etwas weniger bekannt ist die
Anwendung der Yamswurzel bei Arthritis und Rheuma oder ihre
Wirksamkeit bei Verdauungsbeschwerden wie dem Reizdarmsyndrom.
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Wirkungsweise:
Extrakte aus der Yamswurzel wirken entzündungshemmend,
krampflösend, schmerzlindernd und muskelentspannend.
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Dosierung:
Die erforderliche Dosishöhe ist individuell unterschiedlich
und liegt bei 600 – 1200 mg täglich.
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Nebenwirkungen /
Wechselwirkungen: Sind bisher keine bekannt.
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Rotklee
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Botanischer Name:
Trifolium pratense
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Inhaltsstoffe:
Rotklee ist eine der reichsten natürlichen Quellen für
Isoflavonoide. Die Isoflavone Genistein, Daidzein, Biochanin A
und Formononetin gehören zur Gruppe der Phytoöstrogene.
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Anwendungsgebiet:
Rotkleepräparate werden bei Wechseljahrsbeschwerden und
Osteoporose, aber auch bei Arthritis und Rheuma eingesetzt.
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Wirkungsweise:
Phytoöstrogene, wie sie im Rotklee enthalten sind, haben
eine ähnliche, nur schwächere Wirkung als die vom
Körper selbst produzierten Östrogene.
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Dosierung:
Wechseljahrsbeschwerden werden bereits bei einer täglichen
Dosis von 40 - 60 mg Isoflavonen gelindert.
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Nebenwirkungen /
Wechselwirkungen: Der amerikanische Phytoöstrogenforscher
Dr. Mike Fitzpatrick betrachtet Flavonoide wie Isoflavone als
endokrine Störfaktoren, welche über eine Hemmung der
Thyroidea-Peroxidase die Schilddrüsenhormonproduktion
stören und über diesen Wirkungsmechanismus eine
Schilddrüsenunterfunktion auslösen können.
Isoflavone kommen im Rotklee vor, sind aber besonders reichlich
in Soja enthalten. Fitzpatrick ist der Ansicht, dass Personen
mit einer Hypothyreose deshalb Lebensmittel und Medikamente mit
diesen Inhaltsstoffen meiden sollten. In Deutschland wurden
bereits ähnliche Wechselwirkungen zwischen dem Bioflavonoid
Quercetin und der körpereigenen
Schilddrüsenhormonproduktion diskutiert. Eindeutige Studien
stehen in beiden Fällen jedoch noch aus. Wechselwirkungen
zwischen eingenommenen Schilddrüsenhormonen und Isoflavonen
sind nicht bekannt.
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erstellt am 24.08.05, aktualisiert am 27.07.10
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