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Wichtige
Zusatzbefunde kurz erklärt
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Bluthochdruck,
niedriger Blutdruck, Tachykardie und Bradykardie
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Eisenmangelanämie
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Hypoglykämie
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Karpaltunnelsyndrom
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Veränderungen
an Haut und Haaren
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Magen-Darm-Störungen
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Hämopyrrollaktamurie
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Bluthochdruck,
niedriger Blutdruck, Tachykardie und Bradykardie
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Der Blutdruck eines
gesunden Menschen beträgt optimalerweise 120 : 80. Der
erste (systolische) Wert misst das Zusammenziehen der
Herzkammern, wodurch das Blut in den Kreislauf gepumpt wird. Der
zweite (diastolische) Wert misst die Ruhephase des Herzens, in
der sich die Herzkammern mit Blut füllen. Von einem
Bluthochdruck (Hypertonie) spricht man bei Werten, die dauerhaft
über 140 : 90 liegen. Der niedrige Blutdruck (Hypotonie)
ist durch ständig unter 85 : 65 erniedrigte Werte
gekennzeichnet. Typischerweise tritt bei einer
Schilddrüsenunterfunktion ein diastolischer Bluthochdruck
(z. B. 140 : 110) auf, während es bei einer Überfunktion
der Schilddrüse zu einem systolischen Bluthochdruck (z. B.
140 : 70) kommt.
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Der normale Puls
liegt bei etwa 80 Schlägen pro Minute. Ein ständig
sehr langsamer Puls mit unter 60 Schlägen pro Minute wird
als Bradykardie (häufig bei Schilddrüsenunterfunktion),
ein bereits in Ruhe sehr schneller Puls mit über 100
Schlägen pro Minute wird als Tachykardie (oft bei
Schilddrüsenüberfunktion) bezeichnet. Es ist nicht
ungewöhnlich, dass Blutdruck und Puls im Tagesverlauf
schwanken, beispielsweise bei Stress deutlich erhöht sind.
Einmalig erhöhte oder erniedrigte Werte sind deshalb kein
Grund zur Beunruhigung.
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Weblinks:
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Forum Schilddrüse
e. V.: „Probleme
mit der Schilddrüse – Wer denkt da schon an's Herz?“
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Deutscher
Ärztinnenbund: Schilddrüse
und Herzerkrankungen
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A. Gessl, W. Raber:
„Schilddrüse
und Herz“
(PDF)
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B. Stanek:
„Schilddrüse
und Herz - Auswirkungen auf den Blutdruck“
(PDF)
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PD Dr. M. Dittmar,
Prof. Dr. G. J. Kahaly: „Herzbeteiligung
bei Schilddrüsen-Erkrankungen im Alter“
(RTF)
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Dr. G. Zettinig:
„Hypothyreose
und ihre Auswirkungen auf das Herz“
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Eisenmangelanämie
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Bei
Schilddrüsenerkrankungen kommt es häufig zusätzlich
zu einer Eisenmangelanämie,
welche sich ebenfalls in Herz-Kreislauf-Beschwerden äußern
kann. Eine mögliche Ursache ist eine veränderte
Hämoglobinsynthese (Hämoglobin = roter Blutfarbstoff).
Außerdem ist sowohl bei einer Schilddrüsenunterfunktion,
als auch bei einer Überfunktion der Schilddrüse die
Aufnahme aller Nährstoffe, einschließlich Eisen,
verschlechtert. Eisen ist zudem wichtiger Bestandteil des Enzyms
Schilddrüsen-Peroxidase (TPO). Die Bildung von
Schilddrüsenhormonen ist also nicht nur von Jod, sondern
auch von Eisen abhängig. Die typischen Antikörper bei
der Hashimoto-Thyreoiditis, die TPO-AK, richten sich genau gegen
dieses Enzym. Zu den Hauptursachen für eine begleitend
auftretende Eisenmangelanämie gehören jedoch
unterfunktionsbedingte Zyklusstörungen mit starken
Menstruationsblutungen durch die es zu abnormen Blut- und damit
auch Eisenverlusten kommt.
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Eisen ist besonders
wichtig für die Bildung der roten Blutkörperchen und
des roten Blutfarbstoffes. Fehlt der Baustein Eisen kann der
Körper diese nicht mehr in ausreichender Menge herstellen.
Einen Mangel an roten Blutkörperchen (Erythrozyten) oder
rotem Blutfarbstoff (Hämoglobin) bezeichnet man als
Blutarmut (Anämie). Typische Eisenmangelsymptome sind
niedriger Blutdruck, hoher Puls, Blässe, Kurzatmigkeit,
Müdigkeit, Schwindel, Kopfschmerzen, eingerissene
Mundwinkel, Haarausfall und Zungenbrennen. Der Arzt kann einen
Eisenmangel anhand einer Blutuntersuchung (Hämoglobin,
Ferritin und Transferrin) feststellen. In einigen Fällen
sind danach weitere Untersuchungen nötig, um nach der
Ursache für den Eisenmangel zu suchen. Das können z.
B. der Hämoccult-Test (Untersuchung einer Stuhlprobe auf
Blut), Magen- und Darmspiegelungen, gynäkologische
Untersuchungen oder der Eisenresorptionstest sein. Die Einnahme
von Eisenpräparaten ist nur bei einem nachgewiesenen Mangel
sinnvoll, unter anderem da es als häufige Nebenwirkungen zu
Magen-Darmbeschwerden wie Übelkeit und Verstopfung sowie
einer vorübergehenden Schwarzfärbung des Stuhls kommen
kann.
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Diese
Eisenmangelanämien sollten unbedingt frühzeitig
behandelt werden, da in Tierversuchen an Ratten gezeigt wurde,
dass ein Eisenmangel zu einer verminderten TPO-Aktivität
und damit zu einer Hemmung des Schilddrüsenstoffwechsels
führt (S.
Y. Hess: "Interactions
between Iodine and Iron Deficiencies", Dissertation
Zürich 2003).
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► Literaturtip:
Irene Kührer, Elisabeth Fischer, Ulrike Kretschmer "Richtig
essen bei Eisenmangel"
(Amazon)
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Hypoglykämie
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Im Zusammenhang mit
Funktionsstörungen der Schilddrüse entstehen bei
einigen Betroffenen außerdem häufiger Störungen
im Zuckerstoffwechsel. Das müssen besonders Personen, die
zusätzlich unter einem Diabetes leiden, berücksichtigen.
Bereits eine subklinische Hyperthyreose kann zu einer
verstärkten Insulinresistenz führen, so dass die
Blutzuckerwerte ansteigen. Außerdem wird insgesamt weniger
Insulin produziert und die Insulinsensitivität ist
vermindert. Bei einer Hypothyreose kommt es entgegengesetzt zu
Hypoglykämien (Unterzuckerungen). Diese äußern
sich in allgemeinen Symptomen wie Übelkeit und Schwindel,
aber auch Symptome wie Schwitzen, Zittern, Herzklopfen,
Tachykardie, Unruhe, Nervosität, Aggressivität und
Hungergefühl (adrenerge Symptome) können auftreten. In
seltenen Fällen kann es zu neuroglucopenischen Symptomen
wie Bewusstseins-, Konzentrations-, Seh-, Sprach-,
Gedächtnisstörungen, Krampfanfällen und Lähmungen
kommen. Ausgelöst werden diese Hypoglykämien häufig
durch den Verzehr kohlenhydrat- oder zuckerreicher Lebensmittel
(Bsp.: Brötchen mit Marmelade, Kuchen, Kekse usw.), die den
Blutzuckerspiegel ansteigen lassen. Daraufhin produziert die
Bauchspeicheldrüse Insulin, welches den Blutzuckerspiegel
wieder absenkt. Da Schilddrüsenhormone die Empfindlichkeit
der Körperzellen auf Insulin vermindern, reagieren die
Körperzellen bei einer Schilddrüsenunterfunktion, also
fehlenden Schilddrüsenhormonen verstärkt auf Insulin.
Als Erste-Hilfe-Maßnahme eignet sich der Verzehr von
Traubenzucker oder das Trinken süßer Limonaden wie z.
B. Cola, die den Blutzuckerspiegel rasch wieder ansteigen
lassen. Häufiger auftretende Hypoglykämien sollten
allerdings durch einen Diabetologen abgeklärt werden.
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Karpaltunnelsyndrom
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Der Handwurzelkanal
wird auch als Karpaltunnel bezeichnet. Er verläuft auf der
Innenseite der Hand als Übergang zwischen dem Unterarm und
der Hand. Die Handwurzelknochen bilden dabei eine halboffene
Rinne. Über dieser Rinne verläuft ein Bindegewebsband
(Retinaculum flexorum), welches diese zu einem Tunnel
verschließt. In diesem etwa 2 cm langem Tunnel verlaufen
der Nervus medianus und die Sehnen der Muskeln für das
Fingerbeugen. Bei dem Karpaltunnelsyndrom (KTS) handelt es sich
um eine Druckschädigung des Nervus medianus. Das Ausmaß
der Nervenschädigung und damit der Symptome hängt vor
allem von Stärke und Dauer der Kompression ab. Im
Anfangsstadium erwacht man oft morgens mit dem Gefühl, die
Hand sei "eingeschlafen". Später stellen sich
Missempfindungen wie Kribbeln, Prickeln und Taubheitsgefühl
ein. Diese Missempfindungen können von den Fingern, über
die Hand bis in den Unter- oder sogar Oberarm ausstrahlen. Im
weiteren Verlauf kann es zu einem Muskelschwund, insbesondere
der Daumenballenmuskulatur kommen. Ein Karpaltunnelsyndrom tritt
sehr häufig bei Personen mit einer
Schilddrüsenunterfunktion auf. In den meisten Fällen
bildet es sich unter der Behandlung mit
Schilddrüsenhormonpräparaten wieder vollständig
zurück.
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Veränderungen
an Haut und Haaren
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Veränderungen
an Haut und Haaren können auf vielfältige Weise durch
Schilddrüsenerkrankungen verursacht werden. Durch eine
Unterversorgung mit Schilddrüsenhormonen kommt es häufig
zu einer kühlen und gespannten Haut, weil die Blutgefässe
verengt sind. Die auffällige Blässe ist zumeist durch
eine begleitende Blutarmut (Anämie) erklärbar. Die
Haut ist insgesamt eher trocken, rau und schuppt schnell. Durch
Einlagerungen von Wasser oder eines aus Mucopolysacchariden
zusammengesetzten zähen Schleims (Myxödem) sieht das
Gesicht aufgedunsen und geschwollen aus, vor allem um die Augen
herum. Ödeme können aber auch im Bereich der Hände
und Fußgelenke auftreten. Dies wird beispielsweise daran
bemerkt, dass gut sitzende Fingerringe oder Socken plötzlich
sichtbare und schmerzhafte Einkerbungen hinterlassen. Bei einer
länger bestehenden Schilddrüsenunterfunktion kann sich
eine charakteristische Gelbfärbung an den Nasenfalten, den
Handinnenflächen oder den Fußsohlen zeigen. Einige
Betroffene bemerken auch eine verstärkte Neigung zu blauen
Flecken. Die Fingernägel wachsen langsamer als gewöhnlich,
sind dünn, hart und brüchig. Manchmal treten außerdem
auffällige Längs- und Querfurchen auf. Die Haare sind
oft trocken, wirken spröde und strohig. Häufig tritt
Haarausfall auf. Bei einer Überversorgung mit
Schilddrüsenhormonen ist die Haut gut durchblutet,
teilweise deutlich gerötet und unangenehm schweißig-feucht.
Neben der Neigung zu fettigen Haaren kommt es ebenfalls häufig
begleitend zu einem Haarausfall, so dass die Haare dünner
werden. Das Wachstum der Haare ist deutlich beschleunigt. Auch
die Fingernägel wachsen schneller. Bei einer
Schilddrüsenüberfunktion sind die Fingernägel
weich und brüchig. Auch hier kann es zu Längsrillen
kommen. Nach Normalisierung der Schilddrüsenfunktionslage
kann es oftmals Monate dauern bis die genannten Beschwerden
wieder vollständig verschwinden.
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Betroffene der
autoimmunen Schilddrüsenerkrankung Hashimoto-Thyreoiditis
leiden überdurchschnittlich häufig an
Pigmentierungsstörungen der Haut wie Vitiligo oder Melasma.
Bei Vitiligo, auch Weißfleckenkrankheit genannt,
treten oft zunächst an den Händen weiße
(pigmentfreie), scharf begrenzte Hautflecken von
unterschiedlicher Größe und Anzahl auf. Die Ursachen
für diese nicht ansteckende Erkrankung sind noch nicht
restlos geklärt: Neben einer genetischen Disposition und
Belastungen der Haut wie z. B. eine starke Sonnenbestrahlung,
werden hormonelle Schwankungen (Einnahme oraler Kontrazeptiva)
sowie negative Einflüsse auf das Immunsystem wie
beispielsweise starker Stress als Auslöser diskutiert. Die
Erkrankung ist nicht heilbar und die schulmedizinischen
Behandlungsmöglichkeiten sind beschränkt – nicht
zuletzt, weil Vitiligo von vielen Ärzten als rein
kosmetisches Problem abgetan wird und es deshalb kaum
Forschungsbemühungen gibt. Melasma ist eine
Pigmentierungsstörung bei der es zu scharf begrenzten,
gelblich-braunen bis rötlichen Hautflecken kommt. Diese
treten, bei meist dunkleren Hauttypen, bevorzugt im Gesicht
(Stirn, Schläfen, Wangen, Kinn) aber auch an anderen
Körperstellen auf. Zu den Ursachen für Melasma zählen
hormonelle Schwankungen (Schwangerschaft, Einnahme oder Absetzen
oraler Kontrazeptiva etc.), aber auch die Benutzung bestimmter
Kosmetika oft in Verbindung mit intensiver Sonnenbestrahlung.
Diese kosmetisch störenden Hautflecken können sich
auch ohne Behandlung von selbst zurückbilden. Auch eine
Alopezia areata (kreisrunder Haarausfall) oder eine
Urticaria (Nesselausschlag) treten oft zusätzlich auf. Bei
der Urticaria entstehen nach dem Kontakt mit Allergenen
oder nach Reizen wie Kälte oder Wärme juckende, rote
Hautquaddeln. Diese Quaddeln ähneln denen, die durch eine
Berührung von Brennesseln ausgelöst werden. Wenn
auffällige rote Äderchen im Gesicht auftreten oder
sich die Gesichtshaut nach dem Verzehr stark gewürzter
Speisen oder Alkohol rötet, kann eventuell eine Rosazea
vorliegen. Beim Sicca-Syndrom sind die Schleimhäute
von Augen, Nase und Mund ausgesprochen trocken. Der Morbus
Addison, eine Autoimmunerkrankung der Nebenniere, zeigt sich
häufig mit einer Braunfärbung der Haut. Und auch beim
Lupus erythematodes ist der schmetterlingsförmige,
rote Ausschlag im Gesicht normalerweise der erste Hinweis auf
das Vorliegen dieser weiteren Autoimmunkrankheit.
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Magen-Darm-Störungen
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Schilddrüsenhormone
haben erhebliche Auswirkungen auf die Funktionsfähigkeit
von Magen und Darm, die sich bei einem Mangel bzw. Überschuss
derselben in einer vielgestaltigen Symptomatik zeigen. Im Rahmen
der Schilddrüsenunterfunktion kommt es aufgrund der
verlangsamten Darmmotilität zu Verstopfung. Auch
Völlegefühl, Übelkeit, Appetitverlust und
Blähungen können auftreten. Durch die ödematöse
Verdickung der Darmschleimhaut entstehen Resorptionsstörungen,
die eine ausreichende Aufnahme von Vitaminen, Mineralstoffen und
Spurenelementen verhindern. Sehr häufig kommt es im Rahmen
einer Schilddrüsenunterfunktion auch zu einer gestörten
Gallenproduktion. Da Schilddrüsenhormone eine anregende
Wirkung auf die Darmmotilität haben führt eine
Schilddrüsenüberfunktion fast immer zu Durchfall oder
häufigen, weichen Stühlen. Der Überschuss an
Schilddrüsenhormonen kann darüber hinaus krampfartige
Magen-Darm-Beschwerden zur Folge haben. Manchmal tritt ein
regelrechter Heißhunger auf. Die Passage der Lebensmittel
durch den Dünn- und Dickdarm ist deutlich verkürzt, so
dass es zu einer mangelhaften Ausnutzung der Nahrung mit daraus
folgenden Nährstoffdefiziten kommt. Auch eine
Schilddrüsenüberfunktion kann eine gestörte
Gallenproduktion zur Folge haben. Die bereits genannten
Störungen im Magen-Darm-System sind bei guter Einstellung
mit Schilddrüsenhormonen voll rückbildungsfähig.
Zusätzlich zu den durch eine Schilddrüsenfunktionsstörung
verursachten gastro-intestinalen Beschwerden gibt es einige
Erkrankungen des Verdauungsapparates, die gehäuft zusammen
mit der Hashimoto-Thyreoiditis auftreten und ähnliche
Symptome verursachen können. Dazu zählen Krankheiten
wie perniziöse Anämie, Autoimmunhepatitis
(chronische, autoimmune Leberentzündung), Zöliakie,
Morbus Crohn und Colitis ulzerosa.
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Hämopyrrollaktamurie
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Gelegentlich wird
auf die Erkrankung Hämopyrrollaktamurie (HPU) als
Differentialdiagnose zur Hashimoto-Thyreoiditis verwiesen.
Sowohl dieses Krankheitsbild als auch der Zusammenhang zu den
autoimmunen Schilddrüsenerkrankungen ist jedoch umstritten.
Diese wenig bekannte Störung des Porphyrinstoffwechsels
führt u. a. zu einer vermehrten Ausscheidung von Zink und
Vitamin B6. Die Krankheitssymptome sind ausgesprochen
vielgestaltig. Es können u. a. Unruhezustände,
Konzentrationsstörungen, Infektanfälligkeit, Allergien
und Magen-Darm-Beschwerden auftreten. Die Diagnose wird anhand
der Untersuchungen von Urin, Blut und Stuhl gestellt. Bei einem
positiven Befund werden vermehrt Pyrrole gemessen. Allerdings
führt auch das Schilddrüsenhormon Trijodthyronin zu
einer gesteigerten Hämsynthese und damit zu mehr Pyrrolen
z. B. im Urin. Bei einer Schilddrüsenüberfunktion wäre
das HPU-Testergebnis deshalb falsch positiv. Beeinflusst wird
die Hämsynthese auch durch eine hohe Aktivität des
Immunprozesses. Beim Abbau der Schilddrüsenperoxidase
entstehen ebenfalls Pyrrole. Während eines Krankheitsschubs
könnte das Testresultat deshalb ebenfalls falsch positiv
ausfallen. Ein Test ist nur bei guter Einstellung des
Schilddrüsenstoffwechsels sinnvoll.
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► Literaturtip:
Joachim Strienz "Leben
mit KPU"
(Amazon)
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Homepage
erstellt am 14.07.06, aktualisiert am 08.06.09
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