- Erhöhtes
Karies-Risiko durch Xerostomie (Mundtrockenheit)
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Bei
von Xerostomie betroffenen Schilddrüsenpatienten besteht,
ausgelöst durch Mineralverluste des Zahnschmelzes, ein
deutlich erhöhtes Karies-Risiko. Mögliche Ursachen
sind
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1.
Eine strahlenbedingte Mundtrockenheit, die gelegentlich im
Zusammenhang mit den bei Schilddrüsenkrebs durchgeführten
Radioiodtherapien (meist erst nach mehreren) auftritt. Die
Entzündung der Speicheldrüsen führt zur
Mundtrockenheit.
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(W.
Dörr, K.A. Grötz, D. Riesenbeck "Supportive
Maßnahmen in der Strahlentherapie im Kopf-Hals-Bereich:
Strahlenkaries und kaufunktionelle Rehabilitation",
Gemeinsame Stellungnahme von DGZMK, DEGRO und DGZ "Zahnärztliche
Betreuung von Patienten mit tumortherapeutischer
Kopf-Hals-Bestrahlung")
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2.
Das Sjögren-Syndrom (Sicca-Syndrom), eine
Autoimmunerkrankung welche mit der Hashimoto-Thyreoiditis und
dem Morbus Basedow gehäuft auftritt. Die Mundtrockenheit
entsteht durch eine Zerstörung der Speicheldrüsen.
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3.
Eine Mundtrockenheit, die als rückbildungsfähiges
Symptom bei einer längerfristig unzureichend behandelten
Schilddrüsenunterfunktion auftreten kann.
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Zahnschäden
kann in diesen Fällen vorgebeugt werden durch:
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Anwendung von Fluoridkonzentraten
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Sorgfältige Mundhygiene
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Ausreichend Flüssigkeitszufuhr
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Speichelanregende Maßnahmen (Zitronenscheiben lutschen,
Kaugummi kauen)
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Amalgam
als mögliche Ursache der Hashimoto-Thyreoiditis
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In
der Ganzheitsmedizin geht man davon aus, dass enge
Wechselbeziehungen zwischen Zähnen und Organen bestehen.
Diese Ansicht beruht auf der Akupunktur-Meridian-Lehre der
altchinesischen Medizin nach der die Energie über bestimmte
Energiebahnen (Meridiane) durch den Körper fließt.
Blockaden dieses Energieflusses z. B. durch Störfelder im
Zahn-Kiefer-Bereich haben Krankheiten zur Folge.
Wechselwirkungen kann es grundsätzlich in beide Richtungen
geben, was konkret bedeutet: 1. ein kranker Zahn kann Störungen
an zugeordneten Organen auslösen und 2. ein erkranktes
Organ kann zu Krankheiten der damit verbundenen Zähne
führen. Welche Zähne nun genau mit der Schilddrüse
in Verbindung stehen - dazu gibt es je nach Literatur
unterschiedliche Angaben. In allen Quellen übereinstimmend
genannt werden nur die jeweils 6. Zähne im Oberkiefer (16,
26). Einzelne Quellen verweisen aber auch auf einen Bezug der
Zähne 14 - 17, 24 - 27, sowie 35 und 45 zur Schilddrüse.
Mögliche Störfelder bzw. Krankheitsherde können
wurzeltote Zähne, unvollständig entfernte Zähne
(d.h. im Kieferknochen verbliebene Wurzelreste), chronische
Entzündungen des Zahnnervs sowie Amalgamfüllungen
sein. Aber nicht jeder Mensch wird z. B. bei einem wurzeltoten
Zahn oder zahlreichen Amalgamfüllungen schilddrüsenkrank,
andere Menschen haben weder wurzeltote Zähne noch
Amalgamfüllungen und trotzdem eine Schilddrüsenerkrankung.
Ob jemand erkrankt hat immer auch mit der individuellen
Veranlagung und der Gesamtkonstitution zu tun. Es gibt kein
monokausales Erklärungsmodell. Die Diagnose, ob bei einem
einzelnen Menschen Krankheitsherde im Zahn-Kiefer-Bereich
vorliegen, erfolgt anhand der Anamnese sowie insbesondere auch
mittels der Elektroakupunktur-Messmethode nach Dr. Voll.
Ganzheitsmediziner gehen davon aus, daß bei festgestellten
Störfeldern eine Sanierung in jedem Fall eine Entlastung
für den Körper bedeutet und erst dadurch eine
vollständige Gesundung möglich wird. Aber es gibt
weder hinreichende wissenschaftliche Beweise noch eine
Erfolgsgarantie für diese Art der Therapie. Bei
fortgeschrittenen Schilddrüsenerkrankungen z. B. einer
durch eine Hashimoto-Thyreoiditis zerstörten Schilddrüse
kann auch nach erfolgreicher Zahnsanierung nicht mehr auf die
lebenslange Substitution von Schilddrüsenhormonen
verzichtet werden. Da derartige Zahnsanierungen außerdem
sehr aufwendig und kostspielig sind und die Kosten dafür
nur von wenigen Krankenkassen übernommen werden, ist ein
Behandlungsversuch in jedem Fall sehr kritisch zu hinterfragen.
So ist es ratsam vor Therapiebeginn eine zweite Meinung und
weitere Informationen einzuholen.
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Unverträglichkeit
der zahnärztlichen Lokalanästhesie
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Für
alle planbaren, zahnmedizinischen Eingriffe sollte grundsätzlich
eine Euthyreose (ausgeglichene Schilddrüsenstoffwechsellage)
angestrebt werden, da es bei manifesten Hypo- und Hyperthyreosen
häufiger zu Komplikationen kommt. Bei einer Hyperthyreose
werden aufgrund des beschleunigten Stoffwechsels Anästhetika
schneller abgebaut, so dass nachreguliert werden muss. Bei einer
Hypothyreose besteht eine erhöhte Empfindlichkeit gegenüber
Betäubungsmitteln, so dass bei diesen Patienten
Lokalanästhetika länger wirken. Deshalb ist es sehr
wichtig den Zahnarzt auf die bestehende Schilddrüsenerkrankung
hinzuweisen.
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Ein
weiterer Aspekt ist, dass einige der in der Zahnmedizin
angewendeten Lokalanästhetika Adrenalin- oder
Noradrenalinzusätze enthalten. Diese können auch bei
ansonsten gut eingestellten schilddrüsenkranken Patienten
zu einer kurzzeitigen Überfunktionssymptomatik führen.
Jedem Zahnarzt stehen aber alternative Betäubungsmittel zur
Verfügung die im Allgemeinen problemlos vertragen werden.
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Wenig
erforscht - Zahnimplantate bei Autoimmunerkrankungen
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Autoimmunerkrankungen
wie die Hashimoto-Thyreoiditis oder der Morbus Basedow stellen
eigentlich eine grundsätzliche Kontraindikation für
das Einsetzen von Zahnimplantaten dar (Universitätsklinikum
Giessen und Marburg GmbH "Künstliche
Zahnwurzeln und Knochenaufbau/Dentale Implantate und
Augmentation").
Trotzdem werden auch bei Schilddrüsenautoimmunerkrankten
Zahnimplantate eingesetzt, weil die Patienten darauf bestehen
und/oder weil es für den Zahnarzt lukrativ ist. Angesichts
der sehr hohen Kosten von 1500,- bis 2000,- EUR pro Implantat
(die nicht von den gesetzlichen Krankenkassen übernomen
werden) sollte diese Entscheidung sehr gut durchdacht sein.
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Einige
Morbus Basedow-Betroffene (die sich vor dem Auftreten der
Schilddrüsenerkrankung) Zahnimplantate haben einsetzen
lassen berichten, dass sich diese aufgrund eines Verlustes an
Knochenmasse gelockert hätten und es zu
Entzündungsreaktionen kam, so dass die Zahnimplantate schon
nach wenigen Jahren wieder entfernt werden mussten. Eine
Schilddrüsenüberfunktion führt sowohl zu einem
gesteigerten Knochenaufbau als auch Knochenabbau. Allerdings
überwiegt im Allgemeinen der Verlust an Knochenmasse. Mit
der Hyperthyreose geht zudem oft eine erhöhte
Kalziumausscheidung einher. Als Folge kann es, insbesondere bei
einem längere Zeit deutlich erhöhten fT3-Wert, zu
gelockerten Zähnen als Folge des Knochenmasseverlustes
kommen.
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