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Medikamente,
allgemein
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Es
gibt verschiedene Medikamente, die in den
Schilddrüsenhormonstoffwechsel eingreifen oder bei deren
Einnahme es zu Wechselwirkungen mit Levothyroxinnatrium kommt.
Bestimmte aluminiumhaltige
Antazida können
die Wirkung von Levothyroxin abschwächen.
Acetylsalicylhaltige
Medikamente wie
Aspirin können die Wirkung von Schilddrüsenhormonen
verstärken. Levothyroxin kann die Wirksamkeit von
blutzuckersenkenden
Medikamenten
herabsetzen. Betarezeptorenblocker
inhibieren die Umwandlung von T4 in T3 wodurch erstmals
Unterfunktionssymptome auftreten können oder eine bereits
vorhandene Hypothyreoseproblematik verstärkt wird. Eine
Umwandlungsstörung kann auch durch Glucocortikoide
wie Cortisol bedingt sein. Cortisol behindert die Umwandlung von
T4 in T3 indem T4 vermehrt in rT3 und vermindert in T3
umgewandelt wird. Dem produzierten rT3 soll wiederum eine
cortisolähnliche Wirkung zukommen, wodurch sich die
Umwandlung weiter verschlechtert. Calcium
in Form von Tabletten oder Milchprodukten verschlechtert die
Aufnahme von L-Thyroxin in den Körper. Einige Mittel
zur Senkung der Blutfette
wie Colestipol oder Colestyramin können die Aufnahme von
Levothyroxin hemmen. Andere Mittel zur Blutfettsenkung wie
Clofibrat können die Wirkung von Levothyroxin verstärken.
Blutgerinnungshemmer wie Dicumarol
führen zu einer Wirkungsverstärkung von Levothyroxin.
Die Einnahme von Eisen
hemmt die Resorption von Levothyroxin. Das gilt insbesondere für
die gleichzeitige Einnahme, weswegen Thyroxin und Eisen
mindestens 4 Stunden getrennt voneinander eingenommen werden
sollten. Das harntreibende Mittel Furosemid
kann die Wirkung von Schilddrüsenhormonen verstärken.
Interferon-Alpha
ist Bestandteil der Behandlung bei chronischer Virushepatitis C,
bei multipler Sklerose sowie bei Tumorerkrankungen. Es kann eine
Hashimoto-Thyreoiditis auslösen oder diese verschlechtern.
Verschiedene Medikamente,
die bei Lebererkrankungen eingesetzt werden
und diese anregen, können zu einem beschleunigten Abbau von
Levothyroxin führen und dadurch dessen Wirksamkeit
herabsetzen. Lithium
wird bei der Therapie von depressiven Störungen eingesetzt.
Es hemmt den thyreoidalen Jodidtransport, wodurch auch die
Freisetzung von T4 und T3 beeinträchtigt wird. Außerdem
können jodhaltige
Medikamente bei
längerer Anwendung den Ausbruch einer
Hashimoto-Thyreoiditis stimulieren oder bei bereits erkrankten
Personen zu Überempfindlichkeitsreaktionen führen oder
eine Hyperthyreose auslösen.
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Röntgenkontrastmittel
& Anästhetika
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Viele
Röntgenkontrastmittel enthalten Jod. Durch Messungen der
Jodausscheidung im Urin in Abhängigkeit von der
Kontrastmittelmenge wurde festgestellt, dass die Schilddrüse
bei Röntgenuntersuchungen mit jodhaltigen Kontrastmitteln
große Mengen Jod einlagert. Dieses Jod beeinflusst die
Schilddrüsenfunktionslage. Insbesondere der TSH-Wert wird
dadurch erniedrigt, so dass es zu einer
kontrastmittelinduzierten Hyperthyreose kommen kann. Diese
Gefahr ist umso größer, je niedriger das TSH bereits
vor der Untersuchung mit dem jodhaltigen Röntgenkontrastmittel
gewesen ist. Die Schilddrüsenhormonkonzentrationen fT4 und
fT3 sowie die Antikörperhöhe bleiben bei einmaliger
Untersuchung mit einem jodhaltigen Röntgenkontrastmittel
jedoch in der Regel unverändert
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(J.
Rendl, B. Saller: "Schilddrüse und
Röntgenkontrastmittel: Pathophysiologie, Häufigkeit
und Prophylaxe der jodinduzierten Hyperthyreose" / S.
Schlüter: "Schilddrüsenfunktionsänderungen
nach Gabe jodhaltiger Röntgenkontrastmittel bei
Coronarangiographien und PTCA: Eine prospektive Studie an 102
Patienten").
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Für
alle planbaren, medizinischen Eingriffe sollte grundsätzlich
eine Euthyreose (ausgeglichene Schilddrüsenstoffwechsellage)
angestrebt werden, da es bei manifesten Hypo- und Hyperthyreosen
häufiger zu Komplikationen kommt. Bei einer Hyperthyreose
werden aufgrund des beschleunigten Stoffwechsels Anästhetika
schneller abgebaut, so dass nachreguliert werden muss. Bei einer
Hypothyreose besteht eine erhöhte Empfindlichkeit gegenüber
Betäubungsmitteln, so dass bei diesen Patienten
Lokalanästhetika länger wirken. Deshalb ist es sehr
wichtig jeden Arzt auf die bestehende Schilddrüsenerkrankung
hinzuweisen.
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Auch
der Zahnarzt sollte über das Vorliegen einer
Schilddrüsenerkrankung informiert werden. Denn einige der
in der Zahnmedizin angewendeten Lokalanästhetika enthalten
Adrenalin- oder Noradrenalinzusätze. Diese können auch
bei ansonsten gut eingestellten schilddrüsenkranken
Patienten zu einer kurzzeitigen Überfunktionssymptomatik
führen.
Jedem
Zahnarzt stehen aber alternative Betäubungsmittel zur
Verfügung die im Allgemeinen problemlos vertragen werden.
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Heilpflanzenpräparate
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Viele
Menschen, die häufiger unter Infektionen leiden, möchten
ihre Immunabwehr durch pflanzliche Präparate stärken.
Einige dieser Medikamente wirken aber nicht nur harmonisierend,
sondern regelrecht anregend auf das Immunsystem. Eine derartige
Stimulation des Immunsystems ist weder bei der
Hashimoto-Thyreoiditis noch beim Morbus Basedow sinnvoll, da
dadurch auch die Aktivität des Autoimmunprozesses verstärkt
würde. Es besteht möglicherweise die Gefahr eines
Krankheitsschubs mit erhöhter Bildung von Antikörpern
und damit ein beschleunigtes Fortschreiten des
Zerstörungsprozesses der Schilddrüse.
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Nachfolgend
sind einige immunsystemstimulierende Heilpflanzen aufgeführt,
auf deren Anwendung bei einer Hashimoto-Thyreoiditis
vorsichtshalber verzichtet werden sollte: Sonnenhut
(Echinacea), Taigawurzel „sibirischer Ginseng“
(Eleutherococcus senticosus), Lebensbaum (Thuja
occidentalis), Wilder Indigo (Baptisia tinctoria),
Wasserdost (Eupatorium perfoliatum) und Mistel
(Viscum album).
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Aber
auch weitere Heilpflanzen können in den
Schilddrüsenstoffwechsel eingreifen. Beispielsweise von
Rosmarin
ist bekannt, dass er in höheren Dosen die Konversion von T4
in die stoffwechselaktive Form T3 hemmen kann. Bei einer
Überfunktion der Schilddrüse sollte auf die
hochdosierte Anwendung von Thymian
verzichtet werden, weil dadurch die Schilddrüse zusätzlich
angeregt würde.
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