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das Problem der Konversionsstörung (Konversion = lat.
Umkehrung, Umwandlung) ist bisher nur wenig bekannt. Bei den
nachfolgenden Aussagen handelt es sich deshalb teilweise um
Theorien und Spekulationen, die wissenschaftlich nicht eindeutig
gesichert sind. Problematisch ist auch, dass sich die
Zahlenangaben je nach Literaturquelle teilweise gravierend
voneinander unterscheiden.
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Synthese
und Konversion der Schilddrüsenhormone
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Die
Schilddrüse eines gesunden Erwachsenen stellt pro Tag 95 –
110 µg T4 sowie 10 – 25 µg T3 her. Aus
ungefähr 40% des in der Schilddrüse produzierten T4
wird in verschiedenen Geweben mittels Dejodierung ein Großteil
des Tagesbedarfs an T3 hergestellt. Ein anderer Teil des T4 (bis
zu 50%) wird zum inaktiven rT3 konvertiert. Das restliche T4
(ca. 10%) aus der Eigenproduktion der Schilddrüse wird über
die Galle ausgeschieden. Insgesamt stehen dem Organismus also
täglich ungefähr 30 – 40 µg T3
(Eigenproduktion + Anteil aus Konversion) zur Verfügung –
rein rechnerisch müssten es sogar bis zu 50 µg T3
sein, aber dies erscheint sehr hoch.
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Obwohl erheblich
mehr T4 als T3 von der Schilddrüse hergestellt wird, kommt
dem T3 die größere Bedeutung zu. Es wird als das
eigentlich stoffwechselwirksame Hormon angesehen. Deshalb wird
es auch nicht nur in der Schilddrüse direkt produziert,
sondern kann auch bei Bedarf von den verschiedenen Organen wie
beispielsweise der Leber aus T4 hergestellt werden. Dies
geschieht, indem vom T4 unter Mitwirkung von Enzymen, den
sogenannten Dejodasen, ein Jodatom abgespalten wird. T4 ist also
gewissermaßen die Speicherform. Diesen Vorgang der
Umwandlung des Schilddrüsenhormons T4 in T3 bezeichnet man
auch als Dejodierung oder Konversion.
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Ungefähr
um 1880 experimentierte SCHIFF als einer der ersten Ärzte
mit Extrakten aus Schafsschilddrüsen (später auch
Schweineschilddrüsen) und begründete damit die
Schilddrüsenhormontherapie zur Behandlung einer
Hypothyreose. Fast 100 Jahre lang war dies somit eine
T3-T4-Kombinationstherapie. Erst seit BRAVERMANN 1970 die
körpereigene Konversion von T4 in T3 entdeckt hat wurde die
Kombinationstherapie zunehmend verlassen und nachdem die
technischen Voraussetzungen dafür geschaffen waren die
Monotherapie mit synthetischem T4 zur Standardtherapie.
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(kompensatorische)
Konversionsstörung
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Eine
Konversionsstörung
wird gelegentlich von Schilddrüsenspezialisten
diagnostiziert, wenn der fT4-Wert bereits grenzwertig hoch oder
sogar erhöht, der fT3-Wert im Verhältnis dazu sehr
niedrig oder erniedrigt ist. Das TSH ist niedrig normal oder
erniedrigt. Weniger spezialisierten Ärzten die sich oft
ausschliesslich daran orientieren ob alle Werte im Normbereich
sind, aber nicht das Verhältnis der Werte zueinander
betrachten, ist die Diagnose Konversionsstörung meist
gänzlich unbekannt.
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Von einer
kompensatorischen
Umwandlungsstörung ist hauptsächlich in zwei
Fällen auszugehen, wenn
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a) ein grenzwertig
hohes oder erhöhtes fT3 bei grenzwertig niedrigem oder
erniedrigtem fT4 gemessen wird. Das TSH ist erhöht. Dies
ist beispielsweise bei einer beginnenden Unterfunktion der Fall
bei welcher bereits ein Mangel an fT4 herrscht und das gesamte
Angebot an fT4 ausgeschöpft werden muss um das benötigte
fT3 daraus herzustellen, damit die wichtigsten Körperfunktionen
möglichst lange aufrechterhalten werden können.
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b) unter einer
hochdosierten Therapie mit T4-Monopräparaten ein
Überangebot an T4 herrscht und der Körper darauf
reagiert, indem er immer weniger T4 in T3 umwandelt. Während
der fT4-Wert ansteigt, sinken der fT3-Wert und auch das TSH ab.
Dies wird als eine Art Schutzfunktion vor einer Überfunktion
interpretiert.
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Mögliche
Ursachen für eine Konversionstörung
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Warum es überhaupt
zu Konversionsstörungen kommt, konnte wie bereits erwähnt
noch nicht zweifelsfrei geklärt werden. Diskutiert werden
folgende, mögliche Erklärungsansätze:
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Überschuss
an Cortisol
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Die
Umwandlungsstörung durch Cortisol (Nebennierenrindenhormon)
kann sowohl medikamenteninduziert als auch durch eine
fehlerhafte körpereigene Überproduktion bedingt sein.
Cortisol behindert die Umwandlung von T4 in T3 indem T4 vermehrt
in rT3 und vermindert in T3 umgewandelt wird. Dem produzierten
rT3 soll wiederum eine cortisolähnliche Wirkung zukommen,
wodurch sich die Umwandlung weiter verschlechtert.
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physischer Stress
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Bekannt ist, dass
die Umwandlung von T4 in T3 durch verschiedene, den Körper
belastende Stressfaktoren wie Unfälle, Operationen, schwere
Krankheiten oder Crash-Diäten gehemmt wird. Als Ursache
dafür gilt die Beobachtung, dass Stress die Nebennieren zu
einer vermehrten Cortisolproduktion anregt.
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Denis-Wilson-Syndrom
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Dabei
handelt es sich um eine Störung, die nur wenigen Ärzten
überhaupt bekannt ist und die entsprechend meist übersehen
wird. Teilweise wird sogar angezweifelt, dass es das
Denis-Wilson-Syndrom überhaupt gibt. Ausserdem ist der Arzt
Denis Wilson in der medizinischen Fachwelt höchst
umstritten. Bei dieser Erkrankung wird das von der Schilddrüse
produzierte T4 nicht korrekt in das stoffwechselaktive T3,
sondern vermehrt in das stoffwechselinaktive rT3 umgewandelt.
Als Ursache wird ebenfalls eine vermehrte, körpereigene
Cortisolproduktion mit den bereits beschriebenen Auswirkungen
diskutiert. Neben Unterfunktionssymptomen trotz normaler oder
sogar in Richtung Überfunktion tendierender Blutwerte ist
ein Leitsymptom bei Patienten mit dem Denis-Wilson-Syndrom die
niedrige Körpertemperatur. Hier ist anzumerken, dass in
Unterfunktion sowie bei etlichen Hashimoto-Patienten auch nach
Erreichen einer Euthyreose die Körpertemperatur eher
niedrig ist ohne dass ein Denis-Wilson-Syndrom vermutet wird.
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Wegfall
von T3-Eigenproduktion und Konversion innerhalb der Schilddrüse
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Nicht die gesamte
Menge des benötigten T3 stammt aus der Konversion, sondern
ein Teil der erforderlichen Menge wird von der gesunden
Schilddrüse selbst produziert. Eine operativ entfernte oder
durch einen Autoimmunprozess stark geschädigte Schilddrüse
kann selbst keine Schilddrüsenhormone mehr produzieren. Die
Eigenproduktion entfällt. Unklar ist, ob dieses Defizit
durch eine verstärkte Konversion der verschiedenen Gewebe
aufgefangen werden kann. Hier muss ausserdem berücksichtigt
werden, dass auch in der Schilddrüse selbst ein Teil des T4
in T3 umgewandelt wird, denn auch diese Möglichkeit
entfällt unter den bereits angesprochenen Umständen.
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Beeinträchtigung
der Dejodasen (durch Selenmangel, Medikamente und Antikörper)
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An der Konversion
des Speicherhormons T4 in das stoffwechselaktive Hormon T3 sind
die drei unterschiedlichen Jodthyronin-5-Dejodasen vom Typ I bis
III massgeblich beteiligt. Während das Enzym
Jodthyronin-5-Dejodase vom Typ I entscheidend für die
Umwandlung des Speicherhormons T4 in die stoffwechselaktive Form
T3 ist, fördert das Enzym Jodthyronin-5-Dejodase vom Typ
III beispielsweise die Umwandlung vom T4 zum reverse-T3.
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Alle
3 Dejodasen sind vom Spurenelement Selen abhängig. Als
logische Konsequenz kann ein länger bestehender Selenmangel
mit einer Umwandlungsstörung einhergehen. Auch durch
verschiedene Medikamente bzw. Röntgenkontrastmittel
(Zytokine, Propylthiouracil, Iopan-Säure) können diese
Enzyme negativ beeinflusst werden. Vereinzelt wird in der
Literatur zudem erwähnt, dass es Antikörper gibt
welche diese Enzyme angreifen und
zerstören, wodurch ebenfalls eine Umwandlungsstörung
ausgelöst werden kann.
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