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Wenig beachtet:
Schilddrüsenbedingte Störungen der Sexualhormone
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Im Verlauf der
Hashimoto-Thyreoiditis und des Morbus Basedow kann es zu
zahlreichen Wechselwirkungen zwischen Schilddrüsenhormonen
und Sexualhormonen kommen. Störungen der
Schilddrüsenhormone wie eine Unter- oder Überfunktion
können den Monatszyklus beeinflussen oder auch der Grund
für eine ungewollte Kinderlosigkeit sein. Diese Probleme
treten gehäuft bei Frauen mit einer manifesten Hypothyreose
auf, können aber auch schon bei latenten Störungen
vorliegen. Dafür kann es mehrere, sehr unterschiedliche
Gründe geben.
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Wechselwirkungen
zwischen Schilddrüsen- und Sexualhormonen
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Prolaktin
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Östrogene
& Progesteron
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Androgene
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Umfangreiche
Informationen zum Thema „Hashimoto-Thyreoiditis
und Schwangerschaft“
finden Sie im Rahmen dieser Homepage hier.
Porträts von Heilpflanzen
(Mönchspfeffer, Traubensilberkerze, Yamywurzel, Rotklee)
die zur Behandlung von Zyklus- und Wechseljahrsbeschwerden
eingesetzt werden habe ich hier
für Sie
zusammengestellt.
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Prolaktin
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Oftmals liegt es
daran, dass das TRH nicht nur die Freisetzung von TSH fördert
um die Schilddrüse zur Produktion von Schilddrüsenhormonen
zu stimulieren, sondern gleichzeitig auch die Freisetzung von
Prolaktin angeregt wird. Prolaktin ist ein
Schwangerschaftshormon, welches die Milchbildung stimuliert. Bei
nicht schwangeren Frauen kann ein Überschuss an Prolaktin
zu anovulatorischen Zyklen (kein Eisprung) bis hin zu
ausbleibender Regelblutung führen. Oft treten ausgeprägte
Beschwerden im Bereich der Brüste auf (Spannungsgefühle,
Schmerzen, Schwellungen, Milchfluss). Dieser Prolaktinüberschuß
normalisiert sich oft, wenn die Hypo- oder auch die
Hyperthyreose mit Schilddrüsenhormonen ausgeglichen wird.
Die Besserung von Zyklusstörungen kann jedoch einige Monate
hinter der Schilddrüsenhormoneinstellung hinterherhinken.
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Östrogene
& Progesteron
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Aber auch bei
regelmäßigen Blutungen können Störungen der
weiblichen Hormone vorliegen. Es kann sein, dass dann bei
anovulatorischen Zyklen ein Östrogenüberschuss und
gleichzeitig ein Progesteronmangel vorliegt. Östrogene und
Progesteron sind Gegenspieler. Dieses Ungleichgewicht der
Sexualhormone wirkt sich wiederum negativ auf die Funktionsweise
der Schilddrüsenhormone aus. Durch ein Zuviel an Östrogenen
wird die Anzahl der Bindungseiweiße erhöht, wodurch
die Schilddrüsenhormone stärker gebunden und weniger
in den Organen freigesetzt werden. Auch ohne ausreichend
Progesteron können die Schilddrüsenhormone nicht
richtig wirken. Die Beschwerden die durch Störungen der
Sexualhormone ausgelöst werden, können unter Umständen
als zyklusabhängige Hypothyreose fehlgedeutet werden. Sehr
häufig kommt es auch hier zur Ausbildung eines
praemenstruellen Syndroms mit Symptomen wie Wassereinlagerungen,
Gewichtszunahme und Spannungsgefühlen in den Brüsten.
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Hintergrundwissen:
Die Produktion von Sexualhormonen geht vom Hypothalamus aus,
welcher mit Signalstoffen die Hypophyse zur Hormonproduktion
anregt. Die Hypophyse setzt die Hormone LH (luteinisierendes
Hormon) und FSH (follikelstimulierendes Hormon) frei. Dadurch
werden die Eierstöcke angeregt die weiblichen Hormone,
verschiedene Östrogene und Progesteron zu bilden. In der
ersten Zyklushälfte dominiert das FSH, wodurch in den
Eierstöcken mehrere Eibläschen heranreifen. Parallel
dazu werden von den Eierstöcken Östrogene gebildet.
Zur Zyklusmitte hin steigt dann die Konzentration des LH stark
an, wodurch der Eisprung ausgelöst wird. Mit dem Eisprung
beginnt die zweite Zyklushälfte. Das herangereifte Ei ist
nun befruchtungsfähig und wandert vom Eierstock durch den
Eileiter bis in die Gebärmutter. Dabei bleibt im Eierstock
die Eihülle zurück. Aus dieser Eihülle entsteht
der sogenannte Gelbkörper, welcher das Progesteron
produziert. Wird das Ei nicht befruchtet, sterben Ei und
Gelbkörper ab. Gleichzeitig sinken der Östrogen- und
Progesteronspiegel ab. Am Ende dieses circa 28 Tage dauernden
Zyklus wird die Gebärmutterschleimhaut abgestoßen.
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Viele der begleitend
zur Hashimoto-Thyreoiditis oder zum Morbus Basedow auftretenden
Beschwerden im Bereich der weiblichen Hormone normalisieren
sich, wenn die Schilddrüsenfunktionslage richtig
eingestellt ist. In einigen Fällen (besonders bei lange
unbehandelten Hypothyreosen) können diese Zyklusprobleme
aber auch unabhängig davon bestehen bleiben und müssen
gesondert behandelt werden. Häufig werden hartnäckige
Beschwerden dann entweder durch einen Progesteron- oder einen
Östrogenmangel ausgelöst. Vor der Menopause ist ein
Progesteronmangel häufiger, mit dem Beginn der Wechseljahre
ein Östrogenmangel wahrscheinlicher. Die nachfolgende
Tabelle gibt eine kurze Übersicht über die Symptome,
die durch einen Progesteron- bzw. Östrogenmangel ausgelöst
werden können.
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Störungen der
weiblichen Hormone können rückwirkend auch wieder den
Verlauf der Schilddrüsenautoimmunerkrankungen beeinflussen.
Hohe Östrogenspiegel wirken sich dabei eher negativ auf den
Autoimmunprozeß aus, weil sie ihn stimulieren. Ist jedoch
gleichzeitig der Progesteronspiegel erhöht, können
diese beiden Sexualhormone beruhigend auf den Autoimmunprozeß
wirken.
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Tip: Progesteron
fördert die Verwertung der Schilddrüsenhormone und
normalisiert den Zinkhaushalt. Unter einer Östrogendominanz,
die fast zwangsläufig einen Progesteronmangel nach sich
zieht, kommt es zu enormen Zinkverlusten. Die Einnahme von Zink
beeinflusst wiederum den Monatszyklus. In der ersten
Zyklushälfte kann dadurch der Östrogenspiegel leicht
absinken. Da Östrogen und Progesteron Gegenspieler sind
wirkt das Progesteron entsprechend stärker. Diesen Effekt
kann man sich bei einem häufig begleitend zu einer
Schilddrüsenunterfunktion auftretenden Progesteronmangel zu
Nutze machen, indem man z. B. zusätzlich zu einem
Mönchspfefferpräparat 15 – 25 mg Zink täglich
einnimmt.
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Androgene
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Eine Hyperthyreose
wirkt sich darüber hinaus besonders auf die Androgene aus.
Das SHBG (Sexualhormon-Bindendes Globulin) ist erhöht und
induziert eine erhöhte Umwandlung von Androgenen zu
Östrogenen. Über wenig erforschte, komplizierte
Rückkopplungsprozesse verstärkt ein Zuviel an
Androgenen die Ausschüttung von LH und FSH während ein
Überangebot an Östrogenen sich negativ auf das
natürliche Gegenspielerhormon Progesteron auswirkt.
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Das Polyzystische
Ovarsyndrom tritt bei etwa 5-10% der Frauen im gebärfähigen
Alter auf. Diskutiert wird ein gehäuftes Auftreten des
PCO-Syndroms bei Frauen mit Hashimoto-Thyreoiditis. Bei dieser
Erkrankung kommt es zu einer Erhöhung der männlichen
Geschlechtshormone (Androgene) mit Symptomen wie Akne,
vermehrter Körperbehaarung, Zyklusstörungen z. B.
ausbleibende Blutungen und Übergewicht.
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Weblinks:
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Elisabeth J.
Rieping: Detaillierte Informationen zu Prolaktin
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S. Hahn, S. Tan und
O. E. Janssen (Universitätsklinikum
Essen)
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Selbsthilfenetzwerk
für Frauen mit
dem Polyzystischen Ovarialsyndrom
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Hormonselbsthilfe:
E.
Buchner
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Homepage
erstellt am 24.08.05, aktualisiert am 03.06.09
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