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Schilddrüse und Schwangerschaft
- Veränderung des Krankheitsverlaufs bei Hashimoto- und Basedow-Erkrankten durch die Schwangerschaft

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Verstärktes Autoimmungeschehen zu Beginn, abgeschwächtes Autoimmungeschehen gegen Ende

Zu Beginn der Schwangerschaft ist die Abwehrlage der Mutter erhöht, weswegen Autoimmunerkrankungen in der Frühschwangerschaft mit verstärkter Aktivität verlaufen können. Im späteren Verlauf der Schwangerschaft ist das Immunsystem der Mutter vermutlich durch den hohen Progesteronspiegel weniger aktiv, so dass sich Autoimmunkrankheiten wie die Hashimoto-Thyreoiditis oder der Morbus Basedow bessern können. „Der Grad der Immunsuppression im Verlauf einer Schwangerschaft beeinflußt den klinischen Verlauf von Autoimmunthyreopathien. Im Schwangerschaftsverlauf kommt es typischerweise zu einer Verbesserung der Schilddrüsenfunktion, auf die eine erneute Verschlechterung post partum folgt. Dieses immunologische „Rebound“-Phänomen liegt wahrscheinlich auch der postpartalen Schilddrüsendysfunktion bei genetisch prädisponierten, ansonsten gesunden Frauen zugrunde („Postpartum-Thyreoiditis“).“ (M. Bals-Pratsch, S. Reichel, B. Seifert, B. Zietz: "Autoimmunthyreopathie und Kinderwunschbehandlung – Überlegungen zu einem empirischen Behandlungskonzept", J Repro med Endok 2005, 2(2): 90 - 95)

Schilddrüsenprobleme nach der Geburt häufig

Frauen mit einer Hashimoto-Thyreoiditis oder einem Morbus Basedow haben durch die hormonellen Umstellungen im Zusammenhang mit der Schwangerschaft häufig auch nach der Entbindung vermehrt gesundheitliche Probleme. Nach Ende der Schwangerschaft kann es zunächst zu einer überschießenden Aktivität des Immunsystems kommen, welches plötzlich wieder in Gang kommt. Es kommt in dieser Zeit häufig zum Neuauftreten oder aber zu einer Verschlechterung bestehender Autoimmunerkrankungen. War während der Schwangerschaft der Schilddrüsenhormonbedarf der Mutter erhöht, reduziert sich der Bedarf an Schilddrüsenhormonen nach der Entbindung wieder auf ein normales Maß. Regelmäßige Kontrolluntersuchungen der Laborwerte sind deshalb besonders wichtig.

Auch die sogenannte Wochenbettdepression ist häufiger als bei schilddrüsengesunden Frauen. Positive Schilddrüsenautoantikörper (TPO-AK), wenn sie während der Schwangerschaft gemessen werden, sind ein Risikofaktor für die Entwicklung einer postpartalen Depression (J. L. Kuijpens, H. L. Vader, H. A. Drexhage, W. M. Wiersinga, M. J. van Son, V. J. M. Pop: „Thyroid peroxidase antibodies during gestation are a marker for subsequent depression postpartum“, Eur J Endoc 2001, 5(145): 579 – 584).

Homepage erstellt am 27.05.05, aktualisiert am 19.02.10
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