www.schilddruesenguide.deDer unabhängige Internetwegweiser zu Erkrankungen der Schilddrüse.
Schilddrüse und Schwangerschaft
Navigation: Kinderwunsch trotz Schilddrüsenkrankheitgesunde Schilddrüse & SchwangerschaftAuswirkungen von SchilddrüsenfehlfunktionenJodeinnahme bei bestehender Schilddrüsenkrankheit? - Übertragung von SchilddrüsenautoantikörpernEinfluß der Schwangerschaft auf den Krankheitsverlauf - Weblinks & Literatur
Zusätzliche Jodgabe bei Müttern mit autoimmuner Schilddrüsenerkrankung umstritten

Bei den autoimmunen Schilddrüsenerkrankungen (Hashimoto Thyreoiditis, Morbus Basedow) ist die zusätzliche Jodeinnahme in der Schwangerschaft nicht ganz unumstritten. Jod fördert sowohl die Hashimoto-Thyreoiditis als auch den Morbus Basedow, was sich in einem Anstieg der Antikörper zeigt. Das ist in der Schwangerschaft nicht unproblematisch, da die Antikörper von der Mutter auf das Kind übertragen werden können. Allerdings konnte bisher nicht nachgewiesen werden, ob die mütterlichen Antikörper die kindliche Schilddrüse tatsächlich schädigen oder vom kindlichen Immunsystem vernichtet werden. Ein anderes Problem ist, dass zusätzlich zugeführtes Jod von einer schilddrüsenautoimmunerkrankten Mutter oft nicht gut vertragen wird, so dass es dadurch zu Beschwerden kommt. Andererseits steigt der Jodbedarf der Mutter während der Schwangerschaft deutlich an. Zum einen erhöht sich die Ausscheidung von nicht in die Schilddrüse aufgenommenem Jod über die Nieren. Zum anderen deckt der Fötus seinen Jodbedarf über die Mutter.

Der Jodbedarf in der Schwangerschaft beträgt ca. 230 µg pro Tag, so dass die meisten Schilddrüsenexperten Schwangeren ab dem 4. Monat empfehlen trotz Hashimoto-Thyreoiditis oder Morbus Basedow täglich 100 µg Jod in Tablettenform zu sich zu nehmen. Eine andere Möglichkeit ist eine bewusst jodreiche Ernährung durch den häufigen Verzehr von Seefisch. Übrigens nehmen ohnehin nur 30% der schilddrüsengesunden Schwangeren ein zusätzliches Jodpräparat ein. „[...] Ich ärgere mich immer ein wenig darüber, dass es so hingestellt wird, als könnten Frauen gar nicht mehr schwanger sein, wenn sie nicht ausreichend Jod zu sich nehmen. Hier stehe ich aber mit meiner Meinung der Meinung der allermeisten Endokrinologen entgegen. Eine Schwangerschaft ist zunächst einmal ein normaler Zustand und bis vor wenigen Jahren haben die Mütter auch kein Jod genommen und trotzdem gesunde Kinder bekommen. Ich habe in meiner Zeit im Krankenhaus (10 Jahre) auch kein Baby mit einem Jodmangelkropf erlebt. Interessant in dem Zusammenhang ist auch eine dänische Untersuchung, bei der die Kinder von Müttern die Jod genommen hatten einen höheren TSH bei Geburt zeigten als die Kinder von Müttern die kein Jod genommen hatten. Ich kenne durchaus einige Frauen mit Hashimoto die 100 oder 150µg Jod in der Schwangerschaft genommen haben ohne Probleme, das ist sicher möglich, wenn es gut vertragen wird. Ich selber halte es nicht für uneingeschränkt sinnvoll und würde auf eine ausgewogene normale Ernährung achten. [... ]“ (Dr. L. Brakebusch, Stellungnahme im Forum www.ht-mb.de/forum, Zugriff am 29.11.06).

Entwicklung der kindlichen Schilddrüse und Jodbedarf des Babys

Bereits drei Wochen nach der Befruchtung entwickelt sich die embryonale Schilddrüse am Zungengrund. In der fünften Schwangerschaftswoche teilt sie sich in ein paariges Organ. Circa in der siebten Woche wandert sie durch einen kleinen Tunnel hinab zu ihrer endgültigen Position vor der Luftröhre. Ungefähr ab der 12. Schwangerschaftswoche fängt die Schilddrüse des Fötus an, eigene Schilddrüsenhormone zu bilden, wofür sie ungefähr 50 µg Jod pro Tag benötigt.

Bei einem Jodmangel der Mutter wird auch das Baby nicht ausreichend mit Jod versorgt. Deshalb könnte es sein, dass das Baby mit einem Jodmangelkropf zur Welt kommt. Ein kindlicher Jodmangel könnte außerdem zu einer Schilddrüsenunterfunktion führen. Insgesamt sind aber sowohl der Jodmangelkropf als auch die Hypothyreose bei Säuglingen sehr seltene Komplikationen.

Der Jodbedarf der Mutter ist auch während der Stillperiode erhöht, da der Säugling während dieser Zeit noch direkt von der Jodversorgung der Mutter abhängig ist. Danach ist für die Jodzufuhr durch die Babynahrung gesorgt, da in allen handelsüblichen Produkten ausreichend Jod vorhanden ist. Einige schilddrüsenkranke Mütter die eine Jodeinnahme nur sehr schlecht vertragen entscheiden sich aus diesem Grund für ein frühzeitiges Abstillen.
SDG-Tipp
NetMoms.de - Das Portal für Mütter (Partnerlink)
NetMoms bietet allerlei Wissenswertes rund um Kinderwunsch, Schwangerschaft und Kinder aller Altersstufen. Im Forum können Sie sich mit anderen Müttern austauschen oder ein Treffen vor Ort verabreden. Außerdem gibt es verschiedene Bereiche z.B. für Kleinanzeigen, Shoppingangebote und Fotowettbewerbe.
NetMoms.de - Das Portal für Mütter!Schauen Sie doch mal vorbei!
Homepage erstellt am 22.03.05, aktualisiert am 02.09.11.
Impressum (Anbieterkennung)