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Hilfe der Sonografie wird die Schilddrüsengröße
bestimmt. Dazu wird zunächst für jeden
Schilddrüsenlappen die Länge, Breite und Tiefe
gemessen und daraus dann das Volumen nach folgender Formel
berechnet:
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Länge (cm) x
Breite (cm) x Tiefe (cm) x 0,5 = Volumen (cm3)
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Anschließend
werden beide Werte addiert. Dieses Verfahren, die
Schilddrüsengröße mittels zweidimensionalem
Ultraschall zu ermitteln ist nicht sehr ungenau, so dass Ärzte
zu oft deutlich voneinander abweichenden Ergebnisse kommen.
Manchmal werden auch nur Höhe und Breite bestimmt –
die Tiefe wird dann auf einen Wert von 1 cm festgelegt ohne dass
sie tatsächlich individuell gemessen worden wäre.
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Das Ergebnis wird in
Relation zu den Richtwerten gesetzt. Diese legen meist nur fest,
dass bei Männern die Schilddrüse bis 25 ml und bei
Frauen bis 18 ml groß sein darf. Das Problem: es gibt zwar
die genannten Obergrenzen, aber es gibt keine einheitlichen
Untergrenzen. Es ist also nur geklärt, wann eine
Schilddrüse zu groß, nicht aber wann eine Schilddrüse
zu klein ist. Hintergrund ist die Fokussierung vieler Ärzte
auf die Diagnose einer Struma (Schilddrüsenvergrösserung).
Krankheiten die zu einer Verkleinerung des Organs führen
wie z. B. eine atrophe Hashimoto-Thyreoiditis finden bislang nur
wenig Beachtung und auch einem sehr kleinen Organ wird häufig
kein Krankheitswert beigemessen. Aber wie sollen unverändert
ausreichend Schilddrüsenhormone produziert werden können,
wenn immer weniger funktionsfähiges Schilddrüsengewebe
vorhanden ist?
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Einige Ärzte
sehen eine mögliche Untergrenze für das
Schilddrüsenvolumen eines Erwachsenen bei ca. 10 ml.
„Normalerweise ist die Schilddrüse bei der gesunden
Frau etwa 15-18 g schwer, beim Mann etwa 20-25 g. Wird die
Schilddrüse durch die Hashimoto-Thyreoiditis kleiner, kommt
es zur Unterfunktion. Die Gewichtsgrenze bzw. Volumengrenze, bei
der die Unterfunktion einsetzt liegt etwa bei 10 g bzw. 10 ml.
Dies ist ein empirischer Erfahrungswert. Es gibt jedoch
Patienten, die mit 8 g noch eine völlig normale
Schilddrüsenfunktion haben, andere haben mit 20 g bzw. 20
ml schon eine Unterfunktion. Insoweit ist die Größe
allein nicht aussagekräftig. Es muss immer die Funktion der
Schilddrüse gemessen werden (TSH-Wert). “
(L. A Hotze: "Autoimmunerkrankungen der Schilddrüse -
mögliche Ursachen, Folgen und Behandlungsmöglichkeiten,
Mainz-Kasteler Arzt-Patienten-Seminar 2002)
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Ein anderer Ansatz
berücksichtigt die Größe der Schilddrüse in
Abhängigkeit vom Körpergewicht
nach folgender Formel:
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Minimales
Schilddrüsenvolumen = 0,12 x kg Körpergewicht
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Eine Schilddrüse
die kleiner ist als das so berechnete minimale
Schilddrüsenvolumen wird demnach als atrophisch bezeichnet.
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Auch
die Versorgung mit dem Spurenelement Jod hat einen Einfluss auf
die Schilddrüsengrösse. Ein
Jodmangel führt zum einen zu einer Vermehrung der
Schilddrüsenzellen (Hyperplasie) und zum anderen zu einer
Vergrößerung der einzelnen Schilddrüsenzellen
(Hypertrophie). Durch die inzwischen optimale Jodversorgung
in Deutschland haben die Schilddrüsenvolumina insgesamt
abgenommen, so dass die o. a. Werte vermutlich etwas nach unten
korrigiert werden müssen.
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Häufiger
diskutiert wird auch die Veränderung des
Schilddrüsenvolumens in Abhängigkeit von den
Sexualhormonen, insbesondere den Östrogenen. Eine ältere
Studie ergab, dass das Schilddrüsenvolumen bei Frauen im
Zyklusverlauf zunimmt und in der zweiten Zyklushälfte
signifikant größer ist als in der ersten Zyklushälfte
(L. Hegedüs, S. Karstrup, N.
Rasmussen: „Evidence of cyclic alterations of thyroid size
during the menstural cycle in healthy women“, Am J Obstet
Gynecol 1986, 155: 142 - 145).
Auch während einer Schwangerschaft nimmt das
Schilddrüsenvolumen zu. Ergänzend dazu sei erwähnt,
das die verbreitete Einnahme oraler Kontrazeptiva
(Mischpräparate aus Östrogenen und Gestagenen) zu
einer Verkleinerung des Schilddrüsenvolumens zu führen
scheint. Im Rahmen einer aktuelleren Studie wurde festgestellt,
dass das Schilddrüsenvolumen von Frauen die Kontrazeptiva
einnahmen kleiner war als das von Frauen, die keine
Kontrazeptiva einnahmen. Im Durchschnitt 11,1 ml gegenüber
12,1 ml (N.
Knudsen,
I. Bülow, P. Laurberg, H. Perrild, L. Ovesen, T. Jorgensen:
„Low
goitre prevalence among users of oral contraceptives in a
population sample of 3712 Women“, Clin Endoc 2002, 57: 71
– 76). Diese
scheinbar widersprüchlichen verdeutlichen den notwendigen
Forschungsbedarf.
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