- Supprimiertes
TSH & Osteoporoserisiko
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Aus den
verschiedensten Gründen, beispielsweise
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- Einnahme eines
T3/T4-Kombinationspräparates
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- Nachsorge beim
Schilddrüsenkarzinom
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- Vorkommen
bestimmter Autoantikörper (TRAK), hauptsächlich beim
Morbus Basedow
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- Hashitoxikose
(Hashimoto-Thyreoiditis)
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ist bei zahlreichen
Schilddrüsenkranken das TSH teilweise über längere
Zeit supprimiert. Bislang konnte nicht eindeutig geklärt
werden, ob dadurch immer ein deutlich erhöhtes
Osteoporoserisiko und / oder eine Gefahr für das Herz
besteht.
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Bezüglich einer
möglichen Osteoporosegefahr herrscht weitgehende Einigkeit
darüber, dass bei erniedrigtem TSH-Wert und erhöhten
Werten von fT3 / fT4 durch den beschleunigten Abbau von
Knochensubstanz eine Osteoporosegefahr gegeben ist. Umstritten
ist hingegen, ob es bereits bei einem supprimiertem TSH, aber
normalen Werten von fT3 und fT4 zu einer Verminderung der
Knochendichte kommt – also ob das TSH selbst einen Einfluß
auf den Knochenstoffwechsel hat.
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Einige wenige Ärzte
sind zudem der Auffassung, dass sogar nur das stoffwechselaktive
fT3 die Knochendichte beeinflußt, also auch ein leicht
erhöhtes fT4 neben einem supprimierten TSH noch akzeptabel
ist, wenn keine klinischen Hinweise auf eine Überfunktion
vorliegen. Hierbei muss berücksichtigt werden, dass unter
einer Therapie mit Schilddrüsenhormonen teilweise eine
erweiterte, obere Normbereichsgrenze für das fT4 angegeben
wird.
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Insgesamt gibt es zu
diesem Thema zahlreiche, wissenschaftliche Studien und
weitere Veröffentlichungen, die aber keinen eindeutigen
Trend belegen. Bislang ungeklärt ist auch nach welcher
Zeitspanne eine Hyperthyreose nachweislich zu negativen Effekten
auf die Knochendichte führt.
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Einer
der führenden deutschen Osteoporose-Experten PD Dr. J.
Fassbender führt zu dieser Fragestellung entsprechend aus:
„Zusammenfassend ist die Thematik derzeit dergestalt zu
bewerten, dass ein signifikant erhöhtes Osteoporose-Risiko
bei der TSH-suppressiven Therapie, aber normalen peripheren
Werten für fT3 und fT4 nicht gegeben ist, wohl aber bei
peripher erhöhten Werten. TSH selbst hat keine direkte
Wirkung auf den Knochenmetabolismus ...“
(J. Fassbender, Multimedica-Expertenrat
Osteoporose, www.multimedica.de,
Zugriff am 14.03.03)
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Andere Mediziner
verweisen in diesem Zusammenhang auf ein erhöhtes
Osteoporose-Risiko, falls weitere Risikofaktoren hinzukommen:
„Unter der TSH-suppressiven Thyroxin-Langzeittherapie ist
kein signifikanter Knochenmasseverlust zu befürchten. Bei
Patienten mit zusätzlichen Risikofaktoren ist eine
Kontrolle der Knochendichte durchzuführen und
gegebenenfalls eine Therapie der Osteoporose einzuleiten.”
(A. L. Springorum: „Effekt von
suppressiver Langzeittherapie mit Schilddrüsenhormonen bei
Patienten mit Struma maligna auf die Knochendichte“
(Promotion), Universität Heidelberg – Medizinische
Fakultät, 1999)
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Zu diesen
Osteoporose-Risikofaktoren zählen beispielsweise:
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- sehr schlanke,
grazile Figur (Untergewicht)
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- Bewegungsmangel
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- Vererbung (z.B.
osteoporosebedingte Knochenbrüche bei den Eltern).
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- Östrogenmangel
(bes. bei frühzeitiger Menopause, d. h. vor dem 45.
Lebensjahr)
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- falsche Ernährung
(niedrige Calcium- und Vitamin-D-Zufuhr)
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Genussmittelmissbrauch (Rauchen, regelmäßiger
Alkoholgenuss)
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- Medikamente
(Cortisonpräparate, Heparin, Schilddrüsenhormone)
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- zunehmendes
Lebensalter (über 50 Jahre)
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- verschiedene
Krankheiten (Überfunktion der Nebenschilddrüse,
Essstörungen wie Magersucht oder Bulimie)
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Zur Problematik
einer möglichen Osteoporosegefahr bei Einnahme eines
T3-/T4-Kombinationspräparates hat sich die Spezialistin
für autoimmune Schilddrüsenerkrankungen Dr. L.
Brakebusch wie folgt geäussert „...
eine latente Überfunktion ist eine echte kontinuierlich
bestehende Überfunktion - das ist etwas anderes als bei T3
Einnahme passiert. Ein erniedrigtes TSH ist kein Beweis für
das Vorliegen einer Überfunktion. Bei der Einnahme von
Kombipräparaten kann der TSH z.B. supprimiert also
erniedrigt sein durch eine kurzfristige T3-Erhöhung. Leider
gibt es noch kein Präparat das T3 verzögert freisetzt.
Ob dieser kurzfristige T3-Peak eine Wirkung an den Knochen
entfaltet ist fraglich. Die Enstehung von Osteoporose unter
T3/T4 ist bisher in keiner Studie geprüft worden. Die
Erfahrungen von Patienten mit Kombipräparateinnahme
sprechen bisher dagegen. Man muss die durch T3-Einnahme oft
erheblich verbesserte bzw. normalisierte Lebensqualität
diesem möglichen Risiko entgegensetzen. Der TSH für
sich genommen sagt nur bedingt etwas aus. Er kann auch allein
durch die autoimmune Erkrankung erniedrigt sein. Unter Einnahme
von T3/T4 Präparaten empfiehlt sich sicherheitshalber eine
jährliche Prüfung der Knochendichte durch DXA. Der TSH
darf nie allein ausschlaggebend sein für die Beurteilung
der Stoffwechsellage.“ (Dr.
L. Brakebusch, Stellungnahme im Diskussionsforum der Homepage
www.ht-mb.de,
Zugriff am 12.09.06)
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Vorläufiges
Fazit: Die Frage, ob durch ein erniedrigtes TSH das
Osteoporose-Risiko steigt, kann nicht eindeutig beantwortet
werden. Nicht zuletzt deshalb, weil es kein monokausales
Erklärungsmodell gibt, sondern die Entstehung einer
Osteoporose von zahlreichen, weiteren Faktoren abhängig
ist.
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erstellt am 22.11.05, aktualisiert am 08.06.09
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