- Wissenswertes
zum Thema Jod: Jodversorgung in Deutschland
-
-
Die
Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt 180 - 200
µg Jodaufnahme täglich (Deutsche
Gesellschaft für Ernährung: „Die Referenzwerte
für die Nährstoffzufuhr – Jod“, Zugriff am
30.03.06). Die
World Health Organisation (WHO) gibt als Richtschnur einen Bedarf
von 1 – 2 µg Jod pro kg Körpergewicht an. Die
WHO geht für Deutschland von einer durchschnittlichen
Jodaufnahme von circa 150 µg pro Tag aus und bewertet die
deutschlandweite Jodversorgung damit als optimal (WHO
Geneva, Department of Nutrition for Health and Development, B. de
Benoist u.a.: „Iodine status worldwide (2004) - WHO Global
Database on Iodine Deficiency“, Zugriff am 30.03.06).
-
-
Ob in Deutschland
Jodmangel überhaupt beziehungsweise immer noch ein weit
verbreitetes Problem darstellt ist seit längerem
ausgesprochen umstritten. Die Befürworter der Jodierung von
Lebensmitteln und Tierfutter vertreten die nachfolgende Theorie:
„[...]
Jod ist ein Element, das vor allem im Gestein und in Böden
vorkommt. In Deutschland und anderen Ländern der Erde wurden
die Böden während der letzten Eiszeit ausgewaschen und
das Jod ins Meer gespült. Daher findet sich das meiste Jod
gelöst im Meerwasser, während in den Böden nur
noch geringe Mengen des Spurenelements Jod zu finden sind.
Deshalb enthalten die Pflanzen, die darauf wachsen, zu wenig Jod,
ebenso die Nutztiere, die sich von diesen jodarmen Pflanzen
ernähren. Dies führt dazu, daß in Deutschland die
pflanzlichen und tierischen Nahrungsmittel jodarm sind. Jodreich
sind lediglich Meeresfische, andere Meerestiere und Algen. [...]“
(Arbeitskreis
Jodmangel, www.jodmangel.de, Zugriff am 30.03.06).
Die
Gegner der künstlichen Anreicherung von Lebensmitteln und
Tierfutter mit Jod sehen dies anders und argumentieren
beispielsweise so: “[...]
Aufmerksamen Lesern dürfte jedoch nicht entgangen sein, dass
die fruchtbare Humusschicht auf unseren Böden gar nicht aus
der Eiszeit stammt, sondern das Ergebnis der landwirtschaftlichen
Aktivitäten der letzten Jahrhunderte ist. Auch hörte
das Gestein nach der letzten Vereisung nicht auf, zu verwittern.
Dabei werden aus den Bodenmineralien ständig Jodverbindungen
freigesetzt, die dann in die Humusschicht wandern. Auch nehmen
die Pflanzen Jod über die Luft auf. [...] Ebenso seltsam
erscheint, dass der ganzen Nation Verkropfung droht, nur weil die
Gletscher das Jod aus den Alpentälern gespült haben
sollen. Stammen unsere Lebensmittel etwa aus dem Hochgebirge? Hat
denn wirklich niemand bemerkt, dass unsere Lebensmittelindustrie
weltweit einkauft, europaweit vermarktet, dass uns die
Handelsketten von Flensburg bis Garmisch die gleiche Ware ins
Regal legen? Wie können da einzelne "begrenzte
Jodmangelgebiete" existieren, wie einige Mediziner
behaupten? Da wir nicht in den Hochalpen leben, nehmen wir auch
ohne Jodierungsmaßnahmen genug von diesem Spurenelement
auf, und zwar schon mit dem Trinkwasser, der Nahrung und mit
gewöhnlichem Kochsalz ohne jeden Jodzusatz.“ (U.
Pollmer u. a.: "Prost Mahlzeit! Krank durch gesunde
Ernährung.", Kiepenheuer & Witsch-Verlag, Köln
2001).
-
-
Bei
genauerer Betrachtung der Datenlage muss festgestellt werden,
dass es an repräsentativem, aktuellem und unabhängigem
Zahlenmaterial fehlt. Es wurden in Deutschland bisher lediglich
drei Jod-Monitorings durchgeführt deren jeweiliges
Studiendesign vermutlich keiner sorgfältigen Überprüfung
standhalten dürfte. Übrigens konnte durch kein einziges
dieser Jod-Monitorings ein gravierender, deutschlandweit
bestehender Jodmangel belegt werden. 1996
wurde hauptsächlich durch Mitglieder des Arbeitskreises
Jodmangel im Auftrag des Bundesgesundheitsministeriums die
Jodversorgung untersucht. Dazu wurden 4 Teilstudien an
unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen durchgeführt.
1999
fassten die Autoren Hampel, Beyersdorf-Radeck, Below, Demuth und
Selig der Studie an 6 – 12jährigen Schulkindern ihre
Ergebnisse mit den Worten „According to the WHO guidelines,
there is no longer a iodine deficiency in Germany.“
zusammen. 2003
– 2006
ermittelte
das Robert-Koch-Institut im Rahmen des Kinder- und Jugendsurvey
(KiGGS) die Jodversorgung von Kindern und Jugendlichen im Alter
von 0 – 17 Jahren. Federführend waren auch hier
Mitglieder des Arbeitskreises Jodmangel, z.B. Dr. Michael Thamm
und Prof. Dr. Thomas Remer.
|