www.jodguide.deDer unabhängige Internetwegweiser zum Thema Jod (Jodmangel, Jodüberversorgung)
Jod, Jodmangel, Jodüberversorgung
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Streitfall: Jod - harmlos oder gefährlich?
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Wissenswertes zum Thema Jod:
- Einleitung
- Spurenelement Jod
- Jod und Schilddrüsenerkrankungen (Jodmangelstruma, Autoimmunthyreopathie)
- Jodversorgung in Deutschland
- Befürworter der Jodmangelprophylaxe (Arbeitskreis Jodmangel)
- Kritiker der „Zwangsjodierung“ (Patienteninitiativen)


Tipps für eine jodbewusste Ernährung:
- Einleitung
- Lebensmittel mit natürlich hohem Jodgehalt
- jodiertes Speisesalz (Jodsalz)
- künstlich mit Jod angereicherte Milchprodukte
- Jod in Brot- und Backwaren sowie Fleisch- und Wurstwaren
- jodhaltige Lebensmittelzusätze und Medikamente
Wissenswertes zum Thema Jod: Jodversorgung in Deutschland

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt 180 - 200 µg Jodaufnahme täglich (Deutsche Gesellschaft für Ernährung: „Die Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr – Jod“, Zugriff am 30.03.06). Die World Health Organisation (WHO) gibt als Richtschnur einen Bedarf von 1 – 2 µg Jod pro kg Körpergewicht an. Die WHO geht für Deutschland von einer durchschnittlichen Jodaufnahme von circa 150 µg pro Tag aus und bewertet die deutschlandweite Jodversorgung damit als optimal (WHO Geneva, Department of Nutrition for Health and Development, B. de Benoist u.a.: „Iodine status worldwide (2004) - WHO Global Database on Iodine Deficiency“, Zugriff am 30.03.06).

Ob in Deutschland Jodmangel überhaupt beziehungsweise immer noch ein weit verbreitetes Problem darstellt ist seit längerem ausgesprochen umstritten. Die Befürworter der Jodierung von Lebensmitteln und Tierfutter vertreten die nachfolgende Theorie: [...] Jod ist ein Element, das vor allem im Gestein und in Böden vorkommt. In Deutschland und anderen Ländern der Erde wurden die Böden während der letzten Eiszeit ausgewaschen und das Jod ins Meer gespült. Daher findet sich das meiste Jod gelöst im Meerwasser, während in den Böden nur noch geringe Mengen des Spurenelements Jod zu finden sind. Deshalb enthalten die Pflanzen, die darauf wachsen, zu wenig Jod, ebenso die Nutztiere, die sich von diesen jodarmen Pflanzen ernähren. Dies führt dazu, daß in Deutschland die pflanzlichen und tierischen Nahrungsmittel jodarm sind. Jodreich sind lediglich Meeresfische, andere Meerestiere und Algen. [...]“ (Arbeitskreis Jodmangel, www.jodmangel.de, Zugriff am 30.03.06). Die Gegner der künstlichen Anreicherung von Lebensmitteln und Tierfutter mit Jod sehen dies anders und argumentieren beispielsweise so: [...] Aufmerksamen Lesern dürfte jedoch nicht entgangen sein, dass die fruchtbare Humusschicht auf unseren Böden gar nicht aus der Eiszeit stammt, sondern das Ergebnis der landwirtschaftlichen Aktivitäten der letzten Jahrhunderte ist. Auch hörte das Gestein nach der letzten Vereisung nicht auf, zu verwittern. Dabei werden aus den Bodenmineralien ständig Jodverbindungen freigesetzt, die dann in die Humusschicht wandern. Auch nehmen die Pflanzen Jod über die Luft auf. [...] Ebenso seltsam erscheint, dass der ganzen Nation Verkropfung droht, nur weil die Gletscher das Jod aus den Alpentälern gespült haben sollen. Stammen unsere Lebensmittel etwa aus dem Hochgebirge? Hat denn wirklich niemand bemerkt, dass unsere Lebensmittelindustrie weltweit einkauft, europaweit vermarktet, dass uns die Handelsketten von Flensburg bis Garmisch die gleiche Ware ins Regal legen? Wie können da einzelne "begrenzte Jodmangelgebiete" existieren, wie einige Mediziner behaupten? Da wir nicht in den Hochalpen leben, nehmen wir auch ohne Jodierungsmaßnahmen genug von diesem Spurenelement auf, und zwar schon mit dem Trinkwasser, der Nahrung und mit gewöhnlichem Kochsalz ohne jeden Jodzusatz.“ (U. Pollmer u. a.: "Prost Mahlzeit! Krank durch gesunde Ernährung.", Kiepenheuer & Witsch-Verlag, Köln 2001).

Bei genauerer Betrachtung der Datenlage muss festgestellt werden, dass es an repräsentativem, aktuellem und unabhängigem Zahlenmaterial fehlt. Es wurden in Deutschland bisher lediglich drei Jod-Monitorings durchgeführt deren jeweiliges Studiendesign vermutlich keiner sorgfältigen Überprüfung standhalten dürfte. Übrigens konnte durch kein einziges dieser Jod-Monitorings ein gravierender, deutschlandweit bestehender Jodmangel belegt werden. 1996 wurde hauptsächlich durch Mitglieder des Arbeitskreises Jodmangel im Auftrag des Bundesgesundheitsministeriums die Jodversorgung untersucht. Dazu wurden 4 Teilstudien an unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen durchgeführt. 1999 fassten die Autoren Hampel, Beyersdorf-Radeck, Below, Demuth und Selig der Studie an 6 – 12jährigen Schulkindern ihre Ergebnisse mit den Worten „According to the WHO guidelines, there is no longer a iodine deficiency in Germany.“ zusammen. 2003 – 2006 ermittelte das Robert-Koch-Institut im Rahmen des Kinder- und Jugendsurvey (KiGGS) die Jodversorgung von Kindern und Jugendlichen im Alter von 0 – 17 Jahren. Federführend waren auch hier Mitglieder des Arbeitskreises Jodmangel, z.B. Dr. Michael Thamm und Prof. Dr. Thomas Remer.
SDG-Tipp
Einige Internetseiten zum Einlesen in das Thema Jod:
Claudia Wolters „Jod in Lebensmitteln: steigende Gehalte – nützlich oder kritisch?(WDR-Servicezeit 22.09.11)
Youtube: 10.01.07 RBB Quivive "Jod - zu wenig oder zu viel?"
Arbeitskreis Jodmangel, www.jodmangel.de
Arbeitskreis Prophylaxe-Transparenz e.V., www.prophylaxe-transparenz.de
Bundesinstitut für Risikobewertung, Stellungnahme vom 01.06.04: Nutzen und Risiko der Jodprophylaxe in Deutschland
World Health Organisation, List of publications "Iodine deficiency"
Homepage erstellt am 22.03.05, aktualisiert am 02.11.11.
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