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Jod, Jodmangel, Jodüberversorgung
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Streitfall: Jod - harmlos oder gefährlich?
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Wissenswertes zum Thema Jod:
- Einleitung
- Spurenelement Jod
- Jod und Schilddrüsenerkrankungen (Jodmangelstruma, Autoimmunthyreopathie)
- Jodversorgung in Deutschland
- Befürworter der Jodmangelprophylaxe (Arbeitskreis Jodmangel)
- Kritiker der „Zwangsjodierung“ (Patienteninitiativen)


Tipps für eine jodbewusste Ernährung:
- Einleitung
- Lebensmittel mit natürlich hohem Jodgehalt
- jodiertes Speisesalz (Jodsalz)
- künstlich mit Jod angereicherte Milchprodukte
- Jod in Brot- und Backwaren sowie Fleisch- und Wurstwaren
- jodhaltige Lebensmittelzusätze und Medikamente
Wissenswertes zum Thema Jod: Jod und Schilddrüsenerkrankungen

Jodmangelstruma

Ein Jodmangel hat zunächst eine euthyreote Kropfbildung zur Folge, d.h. die Schilddrüse vergrößert sich ohne dass die Schilddrüsenfunktion beeinträchtigt ist. Erst ein längere Zeit anhaltender, ausgeprägter Jodmangel führt zu einer Schilddrüsenfehlfunktion. Diese Unterfunktion der Schilddrüse ist durch eine unzureichende Synthese der Schilddrüsenhormone Trijodthyronin und Thyroxin gekennzeichnet. Schilddrüsenhormone tragen entscheidend zur körperlichen und geistigen Leistungsfähigkeit bei. Nahezu alle Organe wie Herz, Gehirn, Niere, Lunge, Leber, Darm und die Skelettmuskulatur werden durch die Schilddrüsenhormone beeinflusst. Dabei haben sie vielfältigste Wirkungen im Körper. Aus der Vielzahl dieser Funktionen können sich dann aber auch im Gegenzug bei einem Mangel an Schilddrüsenhormonen zahlreiche Krankheitssymptome (Erschöpfung, Konzentrationsschwäche, Melancholie, Verstopfung, strohige Haare, trockene Haut, Muskelschmerzen) zeigen.

Autoimmunthyreopathie

Weitgehende Übereinstimmung herrscht darüber, dass Jod (bei entsprechender genetischer Veranlagung) zum Ausbruch einer Hashimoto-Thyreoiditis oder eines Morbus Basedow beiträgt und auch, dass Jod den Zerstörungsprozess der Schilddrüse bei bestehender autoimmuner Schilddrüsenerkrankung beschleunigt. Umstritten ist hingegen bei welcher, über einen längeren Zeitraum, täglich aufgenommenen Menge Jod es zu diesen negativen Effekten kommt. Während einige Experten den Grenzwert bei circa 200 µg Jodaufnahme täglich sehen, halten andere Experten täglich aufgenommene Mengen von bis zu 500 µg Jod noch für unbedenklich. Diese voneinander abweichenden Einschätzungen der Schilddrüsenexperten sind u. a. auf die bislang wenig erforschten Zusammenhänge zwischen Jodzufuhr, Schilddrüsenfunktion und Autoimmunerkrankungen zurückzuführen.
Jodismus (Jodunverträglichkeit, Jodallergie, Jodakne, Jodvergiftung)
Neben den Auswirkungen von Jod auf die Autoimmunerkrankungen der Schilddrüse, werden unabhängig davon noch weitere gesundheitliche Beeinträchtigungen im Zusammenhang mit einer erhöhten Jodaufnahme diskutiert. Dazu gehören – nach Aussage von Betroffenen - die Jodunverträglichkeit, die Jodallergie, die Jodakne und die Jodvergiftung. Mögliche Symptome des Jodismus können demnach Reizungen der Mundschleimhaut, Hautausschläge und Entzündungen der Bindehaut des Auges sein. Die Möglichkeit, dass der Verzehr von jodhaltigen Lebensmitteln oder der Hautkontakt mit jodhaltigen Desinfektionsmitteln derartige Reaktionen auslösen kann, ist allerdings sehr umstritten.
Mastopathie/Mammakarzinom
Die Wirkung von Jod ist nicht nur auf die Schilddrüse und Haut- bzw. Schleimhäute beschränkt, sondern es scheint auch Einflüsse auf weitere Gewebe zu geben. So wird seit einigen Jahren der Zusammenhang von Jod und Veränderungen des Brustgewebes diskutiert. „Höhere Jodgaben ließen bei Frauen, die gutartige Geschwülste und Schwellungen in der Brust hatten, die Schmerzen und die Zystenbildung abklingen. […] Präkanzeröse Schädigungen des Brustgewebes scheinen mit einer zu geringen Jodaufnahme zusammenzuhängen.“ (Quelle: Amanda Ursell, Vitamine & Mineralstoffe, München 2001). Um das therapeutische Spektrum einschätzen zu können, sind jedoch noch weitere wissenschaftliche Untersuchungen erforderlich.
SDG-Tipp
Weiterführende Informationen zu den möglichen Symptomen der Jodunverträglichkeit

Lesen Sie in diesem Zusammenhang auch:
- Prof. Dr. Jürgen Hengstmann: Jod und Hashimoto-Thyreoiditis
- Prof. Dr. Roland Gärtner: Einfluß von Jod auf die Autoimmunthyreoiditis
Homepage erstellt am 22.03.05, aktualisiert am 21.02.12.
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