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Grundlagen der Therapie mit Schilddrüsenhormonen
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Schweregrad einer Hypothyreose und Behandlungsbeginn?


Allgemeine Übereinstimmung herrscht darüber, dass bei deutlich erhöhten basalen TSH-Spiegeln und erniedrigten Schilddrüsenhormonwerten sofort eine Behandlung eingeleitet wird. Desweiteren untersuchte eine Schweizer Arbeitsgruppe, ob Patienten mit einer subklinischen Hypothyreose (gering erhöhtes TSH, normale Schilddrüsenhormone) von einer Schilddrüsenhormontherapie profitieren. An dieser Schweizer Studie nahmen 66 Frauen mit subklinischer Hypothyreose teil. Diese erhielten über einen Zeitraum von 48 Wochen entweder L-Thyroxin oder Placebo. Bei den Frauen, die mit L-Thyroxin behandelt wurden, besserten sich sowohl die Blutwertwerte als auch das Befinden. Die Autoren dieser Studie sind sich deshalb sicher, dass Patienten mit subklinischer Hypothyreose von der Therapie mit L-Thyroxin profitieren (C. Meier , J. J. Staub, C. B. Roth, M. Guglielmetti, M. Kunz, A. R. Miserez, J. Drewe, P. Huber, R. Herzog, B. Muller: “TSH-controlled L-thyroxine therapy reduces cholesterol levels and clinical symptoms in subclinical hypothyroidism: a double blind, placebo-controlled trial (Basel Thyroid Study)”, J Clin Endoc a Metab 2001, 10(86): 4860 – 4866).

Behandlung schon bei Euthyreose?

Wenn Antikörper vorhanden sind, besteht ein erhöhtes Risiko eine Hypothyreose zu entwickeln. Eine frühzeitige Behandlung mit Schilddrüsenhormonen kann die Aktivität des Autoimmunprozesses vermindern, die Höhe der Antikörper senken und das Fortschreiten der Erkrankung verlangsamen. In Einzelfällen können aufgrund des individuellen Toleranzbereichs, trotz normaler Schilddrüsenhormonwerte bereits Unterfunktionssymptome bestehen, die durch die Einnahme von Schilddrüsenhormonen gelindert werden können. Bereits eine geringe Unterversorgung mit Schilddrüsenhormonen kann zu erhöhten Blutfettwerten sowie zu Bluthochdruck mit einem daraus resultierenden kardiovaskulärem Risiko führen. Durch eine Schilddrüsenhormontherapie wird dieses Risiko deutlich gemindert. Bei Frauen mit unerfülltem Kinderwunsch und Schilddrüsenantikörpern kann eine frühzeitig beginnende Schilddrüsenhormontherapie im Hinblick auf die Fertilität positive Effekte haben (P. M. Schumm-Draeger: „Autoimmunthyreoiditis – Behandlung schon bei Euthyreose?“, 21. Wiesbadener Schilddrüsengespräch 2003).

Schilddrüsenhormontherapie einschleichend beginnen?

Meistens wird eine Anfangsdosis von 25 µg gewählt und dann langsam alle ein bis zwei Wochen um weitere 25 µg gesteigert. In Einzelfällen, beispielsweise bei älteren Erkrankten oder bei Personen mit vorbestehenden Herzerkrankungen wird vorsichtiger dosiert, um das Risiko unerwünschter Nebenwirkungen zu minimieren. Schilddrüsenhormone erhöhen den Sauerstoffverbrauch des Herzens, wodurch sich bestehende Herzerkrankungen verschlechtern könnten. Inwieweit eine Dosisstärke vom Patienten vertragen wird, hängt auch davon ab, wie lange vor Therapiebeginn eine Hypothyreose bestanden hat.

Morgendliche Nüchtern-Einnahme?

Die Tabletten sind sehr klein und können deshalb meist problemlos mit etwas Wasser geschluckt werden. Alternativ gibt es Thyroxin auch in Tropfenform (Lixin liquid, Hersteller: Sanofi-Synthelabo). Auf keinen Fall dürfen die Schilddrüsenhormone zusammen mit calciumhaltigen Getränken (z. B. Milch, Kakao, Milchkaffee, Trinkjoghurt usw.) eingenommen werden da dies die Resorption vermindert. Aus dem gleichen Grund sollte nach der Tabletteneinnahme eine Zeitspanne von 30 – 60 Minuten bis zum Frühstück abgewartet werden. Dies ist bisher die gängige Praxis. Eine niederländische Forschergruppe hat jedoch eine aktuelle Studie zum Einnahmezeitpunkt der Schilddrüsenhormontabletten durchgeführt und kommt zu dem Ergebnis, dass diese bei abendlicher Einnahme ganz offensichtlich besser verwertet werden als bei der üblichen morgendlichen Einnahmepraxis (N. Bolk, T. J. Visser, A. Kalsbeek, R. T. van Domburg, A. Berghout: "Effects of evening vs morning thyroxine ingestion on serum thyroid hormone profiles in hypothyroid patients", Clin Endoc 2007, 66: 43 – 48.) Weitere wissenschaftliche Untersuchungen sind notwendig. Erste Erfahrungsberichte von Schilddrüsenkranken deuten darauf hin, dass sich eine unter der Schilddrüsenhormontherapie nicht seltene Symptomatik (erst Abends topfit, Einschlafschwierigkeiten, Morgens nicht aus dem Bett kommen, Morgentief, innerliches Zittern und Nervosität besonders am Vormittag) durch die abendliche Thyroxineinnahme positiv beeinflussen läßt.

Regelmäßige Kontrolluntersuchungen während der Einstellphase?

Entscheidend für eine gute Einstellung mit Schilddrüsenhormonen ist aber das individuelle Befinden des betroffenen Patienten. Zu berücksichtigen ist dabei, dass sich viele Beschwerden nur sehr langsam bessern und dass auch bei guten Blutwerten das Befinden oft wochen- oder monatelang hinterherhinkt. Da die Hashimoto-Thyreoiditis auch unter der Schilddrüsenhormontherapie langsam fortschreitet, nimmt der Hormonbedarf im Laufe der Zeit zu, so dass die Medikamentendosis immer wieder angepasst werden muss. Deshalb kann es Monate und in Einzelfällen sogar Jahre dauern, bis eine optimale und stabile Dosis an Schilddrüsenhormonen gefunden ist. Bei Frauen kommt hinzu, dass sich in hormonellen Umstellungsphasen wie Pubertät, Schwangerschaft und Wechseljahre der Schilddrüsenhormonbedarf ändern kann.

Wirksamkeit von Generika?

Bei den mit Abstand am häufigsten verwendeten Schilddrüsenhormonpräparaten handelt es sich um Monopräparate, die Levothyroxinnatrium (T4) als alleinigen Wirkstoff enthalten. Einige gängige Medikamente sind Eferox, Euthyrox oder L-Thyroxin Henning. Auch wenn in allen diesen Medikamenten der gleiche Wirkstoff enthalten ist, können sie sich aufgrund der Zusatzstoffe dennoch in ihrer Bioverfügbarkeit und Verträglichkeit unterscheiden. Bei einer Studie an 60 Patienten wurde untersucht, ob sich L-Thyroxin Henning und Eferox hinsichtlich ihrer Wirksamkeit unterscheiden. Ergebnis: Bereits ab dem ersten Einnahmetag von L-Thyroxin Henning war der fT4-Spiegel im Vergleich zu Eferox deutlich höher. Auch der TSH-Spiegel sank signifikant stärker ab (A. Krehan, M. Dittmar, A. Hoppen, K. Lichtwald, G. J. Kahaly: „Randomisierte, doppelblinde Crossover-Studie zur Bioverfügbarkeit von Levothyroxin“, Med Klin 2002, 9(97): 522 – 527).

Welche Dosis ist ausreichend?

Es gibt keine Schilddrüsenhormondosis, die für alle Betroffenen gleichermaßen richtig ist, sondern die erforderliche Dosis ist individuell unterschiedlich. Bei Patienten denen die Schilddrüse komplett entfernt wurde, geht man von circa 2 µg Levothyroxinnatrium pro kg Körpergewicht aus. Dies ist aber lediglich eine sehr grobe Richtschnur. Bei Patienten mit einer Hashimoto-Thyreoiditis muss berücksichtigt werden, dass neben der von außen zugeführten Menge an Schilddrüsenhormonen immer noch eine verbliebene Eigenproduktion hinzukommt.

Therapie schlägt nicht an?

Wenn eine Behandlung mit Schilddrüsenhormonen nicht den gewünschten Erfolg zeigt, vermuten Ärzte oft vorschnell, daß die Patienten ihre Tabletten nicht regelmäßig einnehmen. Doch es kann auch andere Ursachen geben. So zeigte eine 2006 durchgeführte Studie an der Universität Rom, daß Patienten mit einer Helicobacter pylori bedingten Gastritis einen bis zu 30% höheren Thyroxinbedarf haben als magengesunde Schilddrüsenpatienten (M. Centanni, L. Gargano, G. Canettieri, N. Viceconti, A. Franchi, G. Delle Fave, B. Annibale: „Thyroxine in Goiter, Helicobacter pylori Infection, and Chronic Gastritis“ , N Engl J Med, 17(354): 1787 - 1795).

Hyperthyreosesymptome trotz normaler Blutwerte?

Gelegentlich kann es im Verlauf bestimmter Erkrankungen (z.B. Hashimoto-Thyreoiditis), insbesondere zu Beginn, zu den Beschwerden einer Schilddrüsenüberfunktion kommen. Nicht immer zeigt sich diese subjektive Symptomatik in den Blutwerten. In einer Studie von WAWRZYN und HESCH wurden 33 Patienten mit nachgewiesener Schilddrüsenautonomie und den Symptomen einer Schilddrüsenüberfunktion untersucht. Bei 19 dieser Patienten wurde ein normales TSH gemessen, bei 15 Patienten war das TSH erniedrigt. Ein Vergleich der geäußerten Symptome wie z. B. innere Unruhe, Nervosität, Schwitzen, Herzklopfen, Gewichtsverlust ergab keine signifikanten Unterschiede. Die Autoren kommen aufgrund der Studienergebnisse zu der Überzeugung, dass es so etwas wie eine Organhyperthyreose gibt, die sich durch eine meist milde hyperthyreote Symptomatik jedoch nicht durch pathologische Laborwerte für fT3, fT4 oder TSH auszeichnet. Wurde bisher angenommen, dass eine vermehrte metabolische Wirkung von Schilddrüsenhormonen immer mit einer Suppression der hypophysären TSH-Sekretion verbunden ist, muss man nach dieser Studie davon ausgehen, dass die Messung der Schilddrüsenfunktionswerte zum Ausschluss einer vermehrten Schilddrüsenhormonwirkung nicht ausreicht, da die vermehrte periphere Schilddrüsenhormonwirkung auf spezifischer Organebene dadurch nicht sicher erfasst werden kann (H. Wawrzyn, R. D. Hesch „Schilddrüsenautonomie: „Gibt es eine Organhyperthyreose bei euthyreoten Patienten?“, Med Klin 2000, 8(95): 421 – 428).

Symptome einer Schilddrüsenüberfunktion zu Therapiebeginn?

Der menschliche Körper ist sehr anpassungsfähig, so dass er sich während der Hypothyreose an die mangelnde Versorgung mit Schilddrüsenhormonen gewöhnt und sich darauf einstellt. Werden dann von außen plötzlich Schilddrüsenhormone zugeführt, kann es in dem Moment zu viel sein. Dann treten kurzzeitig Überfunktionssymptome wie Unruhe, Herzrasen, Schwitzen oder Durchfall auf obwohl eigentlich noch eine Unterfunktion besteht. Oft hilft es die aktuelle Schilddrüsenhormondosis vorrübergehend etwas (12,5 od. 25 µg) zu reduzieren. Einige Tage warten, bis die Überfunktionssymptome abgeklungen sind. Und dann in kleineren Schritten erneut langsam die Dosis erhöhen. Es ist ganz wichtig, dem Körper immer wieder ausreichend Zeit zu geben sich an die neue, höhere Dosis zu gewöhnen. „Wird die Hormonmenge jedoch zu schnell erhöht, so können Beschwerden wie bei einer Schilddrüsenüberfunktion auftreten. […] Bei älteren Menschen und vor allem dann, wenn die Schilddrüsenunterfunktion schon längere Zeit besteht, wird zunächst eine sehr niedrige Dosierung, beispielsweise etwa 12,5 Mikrogramm Levothyroxin pro Tag gewählt. Die Sosis wird ganz langsam in ca. vierwöchentlichen Abständen um jeweils 12,5 bis 25 Mikrogramm gesteigert.“ (F.Spelsberg, T. Negele: „Ärztlicher Ratgeber Schilddrüse, Wort & Bild Verlag, Baierbrunn 2003, Seite 151)

Symptomverstärkung nach Dosiserhöhung?

Wenn von außen Schilddrüsenhormone zugeführt werden, bedeutet das für die Schilddrüse eine Entlastung. Diese muss sich weniger anstrengen, um eine ausreichende Menge an Schilddrüsenhormonen herzustellen, da Hilfe von außen kommt. Also schraubt sie als Antwort auf die zugeführten Schilddrüsenhormone ihre Eigenproduktion zurück, wodurch sich bereits vorhandene Schilddrüsenunterfunktionsbeschwerden kurzzeitig sogar noch verstärken können. Geduld haben! Das Schilddrüsenhormon T4 wirkt nicht sofort, sondern es braucht einige Zeit, bis sich ein ausreichend hoher Wirkstoffspiegel aufgebaut hat. Oftmals dauert es 10 bis 14 Tage, bis sich eine Dosiserhöhung positiv bemerkbar macht.

Über- und Unterfunktionssymptome treten gleichzeitig auf?

Eine mögliche Erklärung beschäftigt sich mit der unterschiedlichen Abbaurate von Schilddrüsenhormonen in den verschiedenen Organen. Eine Dosis, die für das Herz schon zuviel ist, kann für den Darm noch zuwenig sein. Bis sich das eingespielt hat, kann es z. B. bei Herzbeschwerden sinnvoll sein, unter ärztlicher Kontrolle, zusätzlich Betablocker einzunehmen. Oder bei Darmträgheit als alleinig verbliebenem Symptom die Verdauung mit ballaststoffreicher Ernährung beispielsweise durch den Verzehr von Leinsamen, Weizenkleie usw. anzuregen.

Anhaltender Durchfall seit Therapiebeginn?

Wenn es trotz normaler Blutwerte unter der Schilddrüsenhormontherapie zu anhaltenden Durchfällen kommt, so kann dies an einer Unverträglichkeit des verwendeten Medikaments liegen. Nach Erfahrungen Betroffener ist Euthyrox besser magen-darmverträglich als L-Thyroxin Henning, aber das kann individuell sicher auch unterschiedlich sein. In Absprache mit dem Arzt das Schilddrüsenhormonmedikament wechseln.

Erneut Symptome nach Präparatewechsel?

Aufgrund wirtschaftlicher Zwänge verordnen Ärzte verstärkt Generika, also im Vergleich zum Originalmedikament preisgünstige Alternativen. Sollten Sie auf Anraten Ihres Arztes Ihr Schilddrüsenhormonpräparat gewechselt haben und jetzt das Wiederauftreten von Krankheitssymptomen bemerken, kann das daran liegen, dass Ihr neues Präparat trotz gleichen Inhaltsstoffes weniger stark wirkt. Mögliche Lösungen: Sie wechseln zum alten Schilddrüsenhormonmedikament zurück oder mit Hilfe von aktuellen Laborwerten erhöhen Sie die Dosis des neuen Medikaments.

Nach langer Symptomfreiheit wieder Beschwerden?

Schilddrüsenerkrankungen wie die Hashimoto-Thyreoiditis schreiten auch unter der Therapie mit Schilddrüsenhormonen weiter fort. Es wird funktionsfähiges Schilddrüsengewebe zerstört, wodurch immer weniger körpereigene Schilddrüsenhormone produziert werden. Die bisher zugeführte Menge an Schilddrüsenhormonen reicht eventuell nicht mehr aus, um den aktuellen Bedarf zu decken. Also neue Blutwerte bestimmen lassen und die Hormondosis ggf. nach oben anpassen.

Tablette vergessen oder wegen einer Blutabnahme weggelassen?

Die Einnahme von Schilddrüsenhormonmedikamenten erfolgt normalerweise morgens 30 bis 60 Minuten vor dem Frühstück, weil dann die Aufnahme von Levothyroxinnatrium am besten gewährleistet ist. Nüchtern werden etwa 75 – 85 % des Wirkstoffes aufgenommen. Es ist individuell unterschiedlich, ob das einmalige Auslassen bemerkt wird. Normalerweise wird mit der täglichen Einnahme der körpereigene Speicher aufgefüllt, aus dem sich der Körper dann bei Bedarf bedient. Es ist also nicht so, dass der Inhalt der morgendlichen Tablette exakt dem entspricht, was an dem jeweiligen Tag verbraucht wird. Schilddrüsenhormone sind so wichtig, dass der Körper immer eine gewisse Menge davon in Reserve hat. Die Tablette kann komplett weggelassen werden. Auf keinen Fall sollten am nächsten Tag zwei Tabletten eingenommen werden! Bei einzelnen Betroffenen scheint diese Speicherung allerdings nicht richtig zu funktionieren, so dass sie sehr schnell Unterfunktionssymptome bemerken. Die Tabletteneinnahme kann dann im Verlauf des Tages nachgeholt werden. Allerdings muss dabei berücksichtigt werden, dass die aufgenommene Menge T4 durch vorangegangene oder gleichzeitige Nahrungsaufnahme bis auf 35% vermindert sein kann.

Trotz Therapie keine Besserung?

Kommt es auch nach monatelanger Einnahme von Schilddrüsenhormonpräparaten zu keiner deutlichen Besserung der Krankheitssymptome, kann dies an einer Umwandlungsstörung liegen, d. h. der Körper ist nicht ausreichend in der Lage das stoffwechselaktive Hormon T3 aus T4 herzustellen. Bezüglich der Blutwerte kann sich eine solche Umwandlungsstörung an einem fT4-Wert an der Obergrenze, aber einem fT3-Wert noch im unteren Normalbereich zeigen. Versuchsweise können zusätzlich 200 µg Selen täglich eingenommen werden. Für die Umwandlung des Schilddrüsenhormons T4 in die stoffwechselaktive Form T3 ist das Enzym Jodthyronin-Dejodase zuständig, welches von Selen abhängig ist. Bleiben trotzdem weiterhin Beschwerden vorhanden, besteht die Möglichkeit ein Kombinationspräparat, welches T3 und T4 enthält, einzunehmen. Selbstverständlich sollte auch andere Ursachen für die Beschwerden ausgeschlossen werden!

Normale Blutwerte, aber trotzdem Unterfunktionssymptome?

Häufig bestehen trotz im Normalbereich liegender Schilddrüsenwerte weiter Beschwerden, die auf eine noch bestehende Schilddrüsenunterfunktion hindeuten. Analog zu der bereits erläuterten Organhyperthyreose kann es auch eine Organhypothyreose geben. In diesem Fall können weitere Tests wie der ZULEWSKI-Score oder die Temperaturmessmethode nach BARNES wertvolle Hinweise zur Beurteilung der Stoffwechsellage liefern.

TSH-Wert verändert sich nicht?

Das TSH ist ein sehr träger Parameter und reagiert nur sehr langsam auf die von außen zugeführten Schilddrüsenhormone. Bei einer Untersuchung wurde festgestellt, dass sich die Schilddrüsenhormonwerte bereits wenige Tage nach Therapiebeginn normalisieren, während die Normalisierung des TSH mehrere Wochen dauern kann (B. Bakker, M. J. Kempers, J. J. De Vijlder, D. A. Van Tijn, B. M. Wiedijk, M. Van Bruggen, T. Vulsma: „Dynamics of the plasma concentrations of TSH, FT4 and T3 following thyroxine supplementation in congenital hypothyroidism“, Clin Endoc 2002, 4(57): 529 - 537). Nach einer Dosisänderung sollte deshalb grundsätzlich eine Zeitspanne von ungefähr 6 Wochen abgewartet werden, bis die Blutwerte erneut kontrolliert werden. Bleibt das TSH auch danach zu hoch, reicht die zugeführte Menge an Schilddrüsenhormonen noch nicht aus und die Dosis muss weiter erhöht werden.

Unterschiedliche TSH-Werte an einem Tag gemessen?

Das TSH wird nicht anhaltend gleichmäßig von der Hypophyse produziert, sondern es wird zirkadian und pulsatil ausgeschüttet. Dies bedeutet, das die Herstellung tageszeitlichen Schwankungen unterliegt, so dass unterschiedliche Werte im Verlauf eines Tages normal sind. Außerdem ist zu berücksichtigen, dass je nach Labor unterschiedliche Meßmethoden verwendet werden, so dass die gemessenen Werte untereinander nicht vergleichbar sind. Nach Möglichkeit die Blutwerte immer im gleichen Labor bestimmen lassen.

Supprimiertes (erniedrigtes) TSH, normale fT3- und fT4-Werte?

Ein Phänomen, welches von vielen Betroffenen berichtet wird, ist das erstmals bei Suppression des TSH eine deutliche Besserung eintritt. Trotz des erniedrigten TSH befinden sich die freien Schilddrüsenhormone deutlich unterhalb der Normbereichsobergrenzen und es treten keinerlei Überfunktionssymptome auf. Laut Ansicht der meisten Ärzte besteht bei einem supprimiertem TSH und normwertigem fT3/fT4 aber bereits eine latente Hyperthyreose, die das Herzinfarkt- und Osteoporoserisiko erhöht und deshalb unbedingt vermieden werden muss. Diese Einschätzung führt dazu, dass sie das Befinden des Patienten ignorieren und auf einer Dosisreduktion beharren. Es ist allerdings nicht zweifelsfrei nachgewiesen, dass ein supprimierter TSH immer zwingend zu unerwünschten Effekten am Knochensystem oder am Herzen führt. Wenn durch eine Hashimoto-Thyreoiditis das Zentrale Nervensystem in Mitleidenschaft gezogen wird, wie dies bei der Hashimoto-Enzephalopathie der Fall ist, wird eine TSH-suppressive Einstellung mit Levothyroxin sogar empfohlen, um den Autoimmunprozeß möglichst zu hemmen. Auch Patienten mit Schilddrüsenkrebs werden lebenslang mit TSH-unterdrückenden Levothyroxindosen behandelt. Und in beiden Fällen kommt es auch nicht zwangsläufig zu Schädigungen am Herzen oder einer verminderten Knochendichte. Es gibt inzwischen zahlreiche Studien, die den Effekt TSH-suppressiver Langzeittherapie mit Schilddrüsenhormonen auf die Knochendichte untersuchten, und bestätigen, dass unter TSH-suppressiver Langzeittherapie mit Levothyroxin kein signifikanter Knochenmasseverlust zu befürchten ist (D. C. Bauer, M. C. Nevitt, B. Ettinger, K. L. Stone: „Low thyreotropin levels are not associated with bone loss in older woman“ J Clin Endoc a Metab 1997, 9(82): 2931 - 2936). Für einen supprimierten TSH-Wert bei empfundener euthyreoter Stoffwechsellage wurden bereits verschiedene Erklärungsmodelle entwickelt. In Einzelfällen kann eine zelluläre Schilddrüsenhormonresistenz vorliegen. Dieser Erklärungsansatz ähnelt der von WAWRZYN beschriebenen Organhyperthyreose bzw. hier Organhypothyreose. LOWE argumentiert, dass oftmals erst TSH-suppressive Substitutionstherapien mit deutlich positiven Wirkungen auf die Cholesterinwerte einhergehen. Das niedrigere TSH würde damit sogar zu einem verminderten Arterioskleroserisiko beitragen. Auch die im Rahmen der Schilddrüsenunterfunktion oft begleitend auftretenden Muskel- und Gelenkschmerzen sprechen nach seiner Erfahrung häufig erst dann auf die Therapie mit Levothyroxin an, wenn das TSH bereits erniedrigt ist. Diese Beobachtungen hängen nach LOWE mit einer zellulären Schilddrüsenhormonresistenz zusammen, bei der trotz normaler Blutwerte eine Unterversorgung mit Schilddrüsenhormonen in einzelnen Organen bestehen kann. Ein anderes Erklärungsmodell beschäftigt sich mit den bei der Hashimoto-Thyreoiditis selten vorkommenden TRAK. Sie können den TSH dauerhaft senken, so dass es zu einem abweichendem Verhältnis von TSH und den Schilddrüsenhormonen kommt. Bei Untersuchungen von 45 Patienten mit Morbus Basedow fanden BROKKEN u. a. heraus, dass die TSH-Rezeptor-Antikörper die TSH-Produktion an der Hypophyse dauerhaft unterdrücken, d. h. auch noch Monate nachdem durch thyreostatische Behandlung die Konzentrationen der freien Hormone in den Normalbereich gedrückt worden waren, blieb das TSH unverändert supprimiert. Das TSH wird in diesem Fall innerhalb der Hypophyse direkt an den TSH-Rezeptor gebunden. Es erfolgt keine Rückkopplung über die Konzentrationen der freien Hormone T3 und T4 (L. J. Brokken, W. M. Wiersinga, M. F. Prummel: “Thyrotropin receptor autoantibodies are associated with continued thyrotropin suppression in treated euthyroid Graves' disease patients”, J Clin Endoc a Metab 2003, 9(88): 4135 – 4138).

Normales TSH und fT3, fT4 oberhalb der Norm?

Dies ist bei Einnahme eines reinen T4-Präparates nichts Ungewöhnliches und bei normwertigen fT3-Werten auch nicht als Schilddrüsenüberfunktion fehl zu deuten. Zum anderen kann es daran liegen, dass das Schilddrüsenhormonpräparat erst kurz vor der Blutabnahme eingenommen wurde. Bei morgendlicher Blutabnahme zur Kontrolle einer Levothyroxinsubstitution sollte die Einnahme des Schilddrüsenmedikaments 24 Stunden zurückliegen, da es ansonsten kurz nach Einnahme des Medikaments zu erhöhten Werten kommen kann. Bei einer Studie wurde die Wirkung einer einmaligen L-Thyroxin-Dosis von 150 µg auf die Serumkonzentrationen von TSH, fT3, T3, fT4 und T4 untersucht. Drei Stunden nach der Einnahme wurden dabei die höchsten Konzentrationen an Schilddrüsenhormonen gemessen. Die TSH-Konzentration war zu diesem Zeitpunkt am niedrigsten (A. Carpi, M. G. Toni, C. De Gaudio: „Effect of a single dose of L-thyroxine (150 µg) on serum thyroid hormone and TSH concentrations in clinically euthyroid goitrous Patients“, Thyroidol 1992: 69 - 73).

Normales TSH, fT3 und fT4 über der Norm?

Bei der sogenannten Schilddrüsenhormonresistenz handelt es sich um einen angeborenen Defekt des Schilddrüsenhormonrezeptors. Dies führt dazu, dass die Schilddrüsenhormone an den Körperzellen der verschiedenen Organe nicht richtig wirken können. Deshalb sind sehr hohe Mengen an Schilddrüsenhormonen erforderlich, um eine ausreichende Versorgung aller Gewebe sicherzustellen. Diese Erkrankung ist vielen Ärzten weitgehend unbekannt und auch schwierig zu diagnostizieren. Die Krankheitssymptome können sowohl einer Schilddrüsenunterfunktion als auch einer Schilddrüsenüberfunktion ähneln. Die Schilddrüse ist meist vergrößert. Das TSH liegt dabei fast immer im Normalbereich, während die Schilddrüsenhormonkonzentrationen oberhalb der Norm liegen, so dass die Ärzte eher auf eine versteckte Schilddrüsenüberfunktion hin, also mit Thyreostatika behandeln.

Supprimiertes TSH, fT3 und fT4 erhöht?

Dieser Laborbefund deutet auf eine Schilddrüsenüberfunktion hin, die auch durch eine Überdosierung von Levothyroxinnatrium entstehen kann. Dies wird als Hyperthyreosis factitia oder auch iatrogene Hyperthyreose bezeichnet. Wenn Überfunktionssymptome bestehen (was meist erst bei erhöhtem fT3 der Fall ist), muss die Schilddrüsenhormondosis umgehend reduziert werden.

Jahreszeitabhängige Beschwerden?

Es wird von einigen Betroffenen berichtet, dass sich ihr Schilddrüsenhormonbedarf im Verlauf eines Jahres dahingehend ändert, dass sie im Winter etwas mehr Schilddrüsenhormone benötigen und im Sommer etwas weniger. Es ist schon länger bekannt, dass die Hypophysentätigkeit und damit auch die Aktivität der Schilddrüse durch äußere Faktoren wie Licht, Wärme und Sonneneinstrahlung beeinflusst wird. Vermutlich kommen diese jahreszeitlichen Schwankungen durch Wechselwirkungen zwischen Melatonin und der Schilddrüsenfunktion zustande. Die genauen Zusammenhänge sind jedoch noch nicht erforscht.

Zyklusabhängige Beschwerden?
Wenn es unter gleichbleibender Schilddrüsenhormondosis zu in regelmäßigen Zeitabständen wiederkehrenden Beschwerden kommt, sind vermutlich Störungen der Sexualhormone ursächlich dafür verantwortlich. Beispielsweise ein Progesteronmangel kann Symptome verursachen, die Unterfunktionsbeschwerden sehr ähnlich sind und deshalb als Hypothyreose fehlgedeutet werden können. Es kann aufschlussreich sein die auftretenden Beschwerden circa 3 Monate in den Zykluskalender einzutragen, regelmäßig morgens die Basaltemperatur zu messen und eine Temperaturkurve zu führen. Beim Gynäkologen um eine Laborbestimmung der weiblichen Hormone zu bitten und mögliche, organische Ursachen abklären lassen.

Überfunktionssymptome in den Wechseljahren

Es gibt sehr enge Wechselbeziehungen zwischen den Östrogenen und den Schilddrüsenhormonen. So sinkt mit Nachlassen der körpereigenen Produktion von Östrogenen die Anzahl der Bindungseiweiße, wodurch plötzlich weniger Schilddrüsenhormone gebunden und dadurch stärker in den Organen freigesetzt werden. Es kann zu den Symptomen einer Schilddrüsenüberfunktion kommen. Aktuelle Blutwerte bestimmen lassen und die Hormondosis ggf. nach unten anpassen.

Umstrittene Kombinationstherapie?

BUNEVICIUS untersuchte die unterschiedlichen Wirkungen eines T4-Monopräparates und eines T3/T4-Kombinationspräparates an 33 hypothyreoten Patienten. Zunächst erhielten die Patienten 5 Wochen lang ein T4-Monopräparat, dann wurden 50 µg Levothyroxin durch 12,5 µg Trijodthyronin ersetzt. Fast 2/3 der Patienten gaben an sich unter der Kombinationstherapie insgesamt deutlich besser zu fühlen. Insbesondere das allgemeine Leistungsvermögen und die Konzentrationsfähigkeit stiegen an. Ungefähr 1/3 der Patienten bemerkte keinen Unterschied, stellte also weder einen Vorteil noch einen Nachteil unter der Kombinationstherapie fest (R. Bunevicius, G. Kazanavicius, R. Zalinkevicius, A. J. Prange: „Effect of thyroxine as compared with thyroxine plus triiodthyronine in patients with hypothyroidism“, N Engl J Med 1999, 6(340): 424 – 429). Bei der Greifswalder T3/T4-Studie wurden 26 Patienten (21 Frauen, 5 Männer) im Alter von 23 bis 69 Jahren untersucht, die seit mindestens 2 Jahren ein T4-Monopräparat in Dosierungen zwischen 100 und 175 µg einnahmen. Bei dieser Studie wurden 5% der bisherigen T4-Dosis durch T3 ersetzt. Das TSH sank unter der Kombinationstherapie signifikant ab und 8 Patienten wiesen einen supprimierten TSH-Wert auf. Patienten mit einer autoimmunen Schilddrüsenerkrankung (Hashimoto-Thyreoiditis, Morbus Basedow) hatten dabei signifikant niedrigere TSH-Werte. Die durchgeführte Studie ergab bezüglich des Befindens der Patienten keinen Vorteil der Kombinationstherapie gegenüber der Monotherapie. Als Nebeneffekt wurde festgestellt, dass Patienten mit einer autoimmunen Schilddrüsenerkrankung bei den neuropsychologischen Tests schlechter abschnitten. Diese Ergebnisse weisen nach Ansicht der Arbeitsgruppe darauf hin, dass bei autoimmunen Schilddrüsenerkrankungen das Beschwerdespektrum nicht nur durch die Schilddrüsenhormonspiegel erklärt werden kann. (W. Siegmund, K. Spieker, A. I. Weike, T. Giessmann, C. Modess, T. Dabers, D. Kirsch, E. Sanger, G. Engel, A. O. Hamm, M. Nauck, W. Meng: „Replacement therapy with levothyroxine plus triiodothyronine (bioavailable molar ratio 14 : 1) is not superior to thyroxine alone to improve well-being and cognitive performance in hypothyroidism”, Clin Endoc 2004, 6(60): 750 – 757).

Gründe für eine Kombinationstherapie?

Es besteht eine Konversionsstörung, d. h. die körpereigene Umwandlung von T4 in T3 funktioniert nicht ausreichend. An den Blutwerten ist dies z. B. an einem erhöhten fT4 bei niedrigen oder erniedrigten fT3-Werten feststellbar. Die Umwandlung von T4 in T3 wurde auch durch die zusätzliche Einnahme von 200 µg Selen täglich nicht wesentlich erhöht. Stark beeinträchtigende Symptome wie Erschöpfung, Konzentrationsstörungen, Gedächtnisschwäche, Depressionen, Wassereinlagerungen und Übergewicht besserten sich unter der alleinigen T4-Einnahme nicht oder nur wenig. Allerdings kommt es nicht bei allen Personen unter einer Kombinationstherapie zu einer Besserung ihrer Krankheitssymptome.

Risiken einer Kombinationstherapie?

Während das eingenommene T4 eine stoffwechselinaktive Form ist, mit der die Schilddrüsenhormonspeicher aufgefüllt werden, ist T3 unmittelbar stoffwechselaktiv und wirkt somit sehr viel schneller als T4. Bei Einnahme des synthetisch hergestellten Schilddrüsenhormons T3 kann es aufgrund dieser beschleunigten Wirkung zu unphysiologischen, stoßweise an- und abflutenden, pathologisch hohen T3-Spiegeln kommen. Diese unerwünschten Effekte können durch ein Aufteilen der Tagesdosis allerdings etwas abgemildert werden. Da die Resorption von Schilddrüsenhormonen durch Nahrung beeinträchtigt wird, ist dann allerdings schwer abzuschätzen welche Menge aufgenommen wird. Grundsätzlich nicht empfehlenswert ist die Einnahme von zusätzlichem T3 bei Personen mit vorbestehenden Herzerkrankungen. Kontraindikationen sind Tachykardien, Herzrythmusstörungen, Angina pectoris, Myocarditis und Herzinfarkt, da es durch die stärkere Wirkung von T3 zu lebensbedrohlichen Verschlechterungen kommen könnte. Da es unter der Therapie mit zusätzlichem T3 standardmäßig zu einer Supprimierung des TSH kommt, wird diskutiert, ob eine Kombinationstherapie zu negativen Auswirkungen am Knochensystem mit dem Risiko einer Osteoporose führt. Obwohl der Zusammenhang zwischen einer Knochendichteverminderung und einem supprimierten TSH bislang nicht zweifelsfrei bewiesen werden konnte, sollten besonders postmenopausale Frauen, die bereits an einer Osteoporose leiden, Nutzen und Risiko sehr genau gegeneinander abwägen. Auch bei älteren Personen ist Vorsicht geboten. Neueren Studien zufolge kann bei ihnen ein dauerhaft supprimierter TSH das Demenzrisiko erhöhen.

Missbrauch von T3?

Einige Ärzte verteufeln die zusätzliche Einnahme von T3 generell. Dies ist vor allem auf den Missbrauch durch Sportler zurückzuführen. Insbesondere Bodybuilder benutzen T3, um die Fettverbrennung anzuregen, den Muskelaufbau zu stimulieren oder auch die Regenerationsfähigkeit des Körpers zu verbessern. Durch diesen unverantwortlichen Umgang ist das Medikament T3 in Verruf geraten.
Umstieg auf ein Kombinationspräparat?

Es ist schwieriger mit der Kombination von T3 und T4 eine gute Schilddrüsenhormoneinstellung zu finden als unter Verwendung eines Monopräparates. Bei dem Umstieg auf ein T3/T4-Kombinationspräparat ist es deshalb entscheidend einen Arzt zu finden, der sich damit auskennt und den Patienten gut betreuen kann. Außerdem sollten in der Einstellungsphase regelmäßige Blutkontrollen im Abstand von sechs Wochen durchgeführt werden. Grundsätzlich ist es ratsam sehr langsam in kleinen Schritten umzusteigen, d. h. immer nur 25 µg Levothyroxin (T4) durch 5 µg Trijodthyronin (T3) zu ersetzen. T3 hat eine bessere Bioverfügbarkeit. Es wird zu 90 – 100 % resorbiert und seine Wirkung setzt oft schon nach wenigen Stunden ein. Schilddrüsenhormontabletten lassen sich mit einer scharfen Rasierklinge oder auch handelsüblichen, in jeder Apotheke erhältlichen Tablettenteilern durchteilen.

Neben dem T3-Monopräparat Thybon (enthält 20 µg T3) der Firma Henning gibt es auch T3/T4-Kombinationspräparate, welche Levothyroxin und Trijodthyronin in verschiedenen Dosierungen enthalten:
Dosierung 10:1 (Prothyrid, Firma Henning): Wird Trijodthyronin in dieser Dosierung nicht vertragen, kann beispielsweise auf Prothyrid gewechselt werden, welches 100 µg Levothyroxin und mit 10 µg weniger Trijodthyronin enthält.
Dosierung 5:1 (Novothyral, Firma Merck): In dem oben aufgeführten Beispiel könnte bei Erreichen der Erhaltungsdosis z. B. auf Novothyral 100 gewechselt werden. Dieses enthält 100 µg Levothyroxin plus 20 µg Trijodthyronin, so dass nur eine Tablette eingenommen werden muss.
Dosierung 4:1 (Thyreotom, Firma Berlin-Chemie): Wenn eine höhere Dosierung von Trijodthyronin erforderlich ist, kann auf Thyreotom gewechselt werden. Darin sind 120 µg Levothyroxin und 30 µg Trijodthyronin enthalten.
SDG-Tipp
Es gibt übrigens das ein oder andere Hilfsmittel mit dem man sich den Alltag mit einer Schilddrüsenerkrankung erleichtern kann. Wer regelmässig mehrere Medikamente und/oder Nahrungsergänzungsmittel einnehmen muss, für den ist eine Medikamentenbox sinnvoll. Und mit einem Tablettenteiler kann man sich die Schilddrüsenhormontabletten halbieren oder vierteln, wenn eine individuellere als die handelsüblichen Dosierungen notwendig ist.
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