- Wie
ist die Schilddrüse aufgebaut?
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Die Schilddrüse
(Glandula thyroidea) befindet sich vorne am Hals. Sie liegt vor
der Luftröhre, knapp unterhalb des Kehlkopfes. Von vorne
betrachtet hat die Schilddrüse ungefähr die Form eines
Schmetterlings. Die beiden Schilddrüsenlappen (Lobus
dexter, Lobus sinister) liegen um den Schild- und Ringknorpel
des Kehlkopfes herum. Zusammengehalten werden diese beiden
Schilddrüsenlappen von einem Verbindungsstück, welches
medizinisch auch als Isthmus bezeichnet wird. Manchmal gibt es
auch noch ein funktionsloses Überbleibsel aus der
Schilddrüsenentwicklung, das Lobus pyramidalis. Die
Schilddrüse hat keine glatte Oberflächenstruktur,
sondern sie besteht aus vielen kleinen Drüsenläppchen
(Lobuli). Das Innere dieser Lobuli besteht aus kleinen, runden
Bläschen (Follikel). Diese Follikel sind mit
Follikelepithelzellen ausgekleidet, welche die
Schilddrüsenhormone Trijodthyronin (T3) und
Tetrajodthyronin (T4) herstellen und anschließend in
Tröpfchenform speichern. Zwischen den Follikelzellen liegen
die sogenannten C-Zellen in denen das Hormon Kalzitonin gebildet
wird. Kalzitonin ist an der Regulation des Kalziumstoffwechsels
beteiligt und der Antagonist (Gegenspieler) des Parathormons
Parathyrin, welches in den Nebenschilddrüsen hergestellt
wird. Die vier Nebenschilddrüsen (Glandulae parathyroideae,
Epithelkörperchen) liegen hinter der Schilddrüse.
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Woher
weiss die Schilddrüse wieviele Hormone sie produzieren
muss?
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Die
Schilddrüsenhormone werden zwar in der Schilddrüse
hergestellt, aber ihre Produktion unterliegt einem komplexen
Regelmechanismus und wird durch bestimmte Bereiche des Gehirns
gesteuert. Wenn im Hypothalamus (Zwischenhirn) ein Mangel an
Schilddrüsenhormonen im Blut registriert wird, wird dort
das Hormon TRH gebildet und zur Hypophyse (Hirnanhangsdrüse)
geschickt. An der Hypophyse angekommen regt das TRH die Bildung
des Hormons TSH an. Das freigesetzte TSH gelangt von da zur
Schilddrüse, wo es seinerseits die Bildung der
Schilddrüsenhormone T4 und T3 stimuliert. Die Schilddrüse
bildet daraufhin unter anderem aus der Aminosäure Tyrosin
und dem Spurenelement Jod die Schilddrüsenhormone T4 und
T3. Wenn ausreichend Schilddrüsenhormone hergestellt und in
den Blutkreislauf abgegeben wurden, wird das sofort von der
“Mess-Station” im Hypothalamus registriert.
Daraufhin wird die dortige Produktion von TRH eingestellt.
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Was
passiert mit den fertigen Schilddrüsenhormonen?
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Noch in der
Schilddrüse wird ein Großteil der fertigen
Schilddrüsenhormone an Transportproteine gebunden. Aber
auch von dem kleineren Teil, der direkt ins Blut gelangt, wird
dort gleich wieder die Mehrzahl an solche Bindungseiweiße
gekoppelt. Durch diese Eiweißbindung bleiben die Hormone
zunächst unwirksam und haben keine stoffwechselaktiven
Eigenschaften. Mehr als 99 % der Hormone sind so gebunden, die
meisten an das Thyroxin bindende Globulin (Thyreoglobulin).
Weitere Bindungseiweiße sind das Thyroxin bindende
Präalbumin (Transthyretin) und das Thyroxin bindende
Albumin. In dieser inaktiven Form zirkulieren die
Schilddrüsenhormone dann solange im Blut bis sie
tatsächlich gebraucht werden.
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Sind
beide Schilddrüsenhormone T3 und T4 gleich wichtig?
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Obwohl erheblich
mehr T4 als T3 von der Schilddrüse hergestellt wird, kommt
dem T3 die größere Bedeutung zu. Es wird als das
eigentlich stoffwechselwirksame Hormon angesehen. Deshalb wird
es auch nicht nur in der Schilddrüse direkt produziert,
sondern kann auch bei Bedarf von den verschiedenen Organen wie
beispielsweise der Leber aus T4 hergestellt werden. Dies
geschieht, indem vom T4 unter Mitwirkung von Enzymen, den
sogenannten Dejodasen, ein Jodatom abgespalten wird. T4 ist also
gewissermaßen die Speicherform. Diesen Vorgang der
Umwandlung des Schilddrüsenhormons T4 (Thyroxin) in T3
(Trijodthyronin) bezeichnet man auch als Dejodierung.
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Wofür
benötigt man überhaupt Schilddrüsenhormone?
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Schilddrüsenhormone
tragen entscheidend zur körperlichen und geistigen
Leistungsfähigkeit bei. Nahezu alle Organe wie Herz,
Gehirn, Niere, Lunge, Leber, Darm und die Skelettmuskulatur
werden durch die Schilddrüsenhormone beeinflusst. Dabei
haben sie vielfältigste Wirkungen im Körper. Die
Schilddrüsenhormone aktivieren den Eiweiß-, Fett- und
Kohlenhydratstoffwechsel. Sie steuern den Sauerstoff- und
Energieverbrauch des Körpers und sind mitverantwortlich für
die Temperaturregulation. Außerdem beeinflussen sie die
Wachstums- und Reifungsprozesse des Skeletts sowie die
Gehirnentwicklung. Die Schilddrüsenhormone wirken
stabilisierend auf das Herz-Kreislaufsystem genauso wie auf die
Psyche und das Nervensystem.
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Welche
Mengen an Schilddrüsenhormonen werden täglich
hergestellt?
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Die Schilddrüse
eines gesunden Erwachsenen stellt pro Tag 95 – 110 µg
T4 und 10 – 25 µg T3 her. Ein Teil des produzierten
T4 wird dann mittels Dejodierung zu einem zusätzlichen
Anteil T3 umgewandelt, so dass dem Körper insgesamt 30 –
40 µg T3 täglich zur Verfügung stehen. Das
restliche T4 wird entweder zum inaktiven rT3 konvertiert oder
über die Galle ausgeschieden.
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Was
geschieht mit nicht benötigten Schilddrüsenhormonen?
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Schilddrüsenhormone
sind so wichtig, dass der Körper im Normalfall immer eine
kleine Menge davon in Reserve hat. Aber beide Hormone sind im
Körper nicht unbegrenzt haltbar, sondern werden nach
einiger Zeit unwirksam, abgebaut und dann über die Galle
ausgeschieden. Für die Schilddrüsenhormone gilt, dass
das stoffwechselaktive T3 wesentlich schneller als das inaktive
T4 abgebaut wird. Von der aktuell vorhandenen Menge T3 sind
morgen nur noch rund 50 % vorhanden, übermorgen nur noch
circa 25 % usw. Diese Zeitspanne wird medizinisch auch als
Halbwertszeit bezeichnet. Beim T3 beträgt diese
Halbwertszeit ungefähr einen Tag, beim T4 dagegen um die 8
Tage. Deshalb ist es wichtig, dass fortlaufend neue
Schilddrüsenhormone gebildet werden.
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