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Hashimoto-Enzephalopathie und Multiple Sklerose
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Hashimoto-Enzephalopathie

In sehr seltenen Ausnahmefällen kommt es zu einer neurologischen Manifestation der Hashimoto-Thyreoiditis. Diese Ausbreitung auf Gehirn und Nervensystem wird auch als Hashimoto-Enzephalopathie bezeichnet. Hierbei treten Symptome wie Verwirrtheit, Depressionen, Zittern, Schwindel, Unruhezustände, Sprachstörungen, Halluzinationen und epileptische Anfälle auf. Bei einigen Betroffenen kommt es auch zu einer schlaganfallähnlichen Symptomatik. Die Beschwerden treten unabhängig von der Schilddrüsenfunktionslage, also auch bei normalen Werten von TSH, fT3 und fT4 auf. Charakteristisch für dieses Krankheitsbild, welches noch weitgehend unbekannt ist, sind sehr hohe Konzentrationen von Schilddrüsenautoantikörpern. Auffällig sind außerdem oft Veränderungen im Elektroenzephalogramm (EEG, Aufzeichnung der Hirnströme). Behandelt wird die Hashimoto-Enzephalopathie mit TSH-suppressiver Thyroxintherapie, um das Autoimmungeschehen zu unterdrücken. Außerdem spricht diese Erkrankung in der Regel gut auf die Behandlung mit Kortison an, so dass sich die Beschwerden rasch zurückbilden.
Multiple Sklerose

Die Multiple Sklerose (Encephalomyelitis disseminata) ist eine vermutlich autoimmun verursachte entzündliche, meist schubförmig verlaufende Erkrankung des zentralen Nervensystems (ZNS) bei der es zur Zerstörung der Schutzschicht der Nervenfasern (Myelinscheiden) kommt. Da die charakteristischen Entzündungsherde überall im ZNS auftreten können sind die unterschiedlichsten Krankheitssymptome (z.B. Sehstörungen, Kribbelparästhesien, Spastiken, Lähmungen, Erschöpfungszustände) möglich. Es gibt unterschiedliche Krankheitsverläufe: die schubförmig remittierende MS, die primär progrediente MS, die sekundär progrediente MS und die extrem seltene fulminant verlaufende MS. Der Erkrankungsbeginn liegt häufig zwischen dem 15. und 40 Lebensjahr, wobei Frauen doppelt so häufig wie Männer an einer Multiplen Sklerose erkranken. Die Krankheitsursache konnte noch nicht eindeutig geklärt werden – als Auslöser angenommen wird eine Kombination von genetischer Disposition und äußeren Faktoren. Diskutiert wird darüber hinaus, daß ein gemeinsamer Defekt des Immunsystems der Grund dafür sein könnte, daß eine Multiple Sklerose und die autoimmunen Schilddrüsenerkrankungen Morbus Basedow, Hashimoto Threoiditis) gehäuft zusammen auftreten.
SDG-Tipp
Lesen Sie zu diesem Thema auch M. K. Hauenstein „Klinisches Bild, diagnostische Befunde und Therapieresponz bei der Hashimoto-Enzephalitis: umfassende Analyse aller bisherigen 175 Fallberichte sowie zweier eigener Fälle„ und J. S. Sloka, M. Stefanelli, C. Joyce „Co-occurrence of autoimmune thyroid disease in a multiple sclerosis cohort

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Inzwischen gibt es verschiedene Bücher, die sich ausschließlich mit den Autoimmunerkrankungen der Schilddrüse beschäftigen:
Empfehlenswerte Patientenratgeber sind allerdings nur die Bücher „Leben mit Hashimoto-Thyreoiditis“ und „Leben mit Morbus Basedow“ vom Autorenteam Leveke Brakebusch und Armin E. Heufelder. Für Ärzte interessant ist Michael Meilinger's Buch „Autoimmunerkrankungen der Schilddrüse, von Basedow bis Hashimoto: Welche Rolle spielt die Genetik?“, welches einen eindeutig wissenschaftlichen Anspruch hat. Als Ergänzung für Hashimoto-Thyreoiditis-Betroffene ist auch noch der persönliche Erfahrungsbericht von Ines Schröder „Wo ist der Sommer?“ lesenswert. Der Erfahrungsbericht „Fremde Augen in meinem Gesicht“ von Ulrike Brocke hat ein sehr geteiltes Echo hervorgerufen und ist momentan ohnehin nur noch gebraucht zu erwerben. Nicht empfehlen kann ich das Buch von Berndt Reger „Hashimoto & Basedow. Ganzheitliche Behandlung der Autoimmunerkrankungen der Schilddrüse“. Lesen Sie hier meine ausführliche Buchrezension.
Homepage erstellt am 22.03.05, aktualisiert am 02.09.11.
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