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Schilddrüsenerkrankungen kommt es häufig zusätzlich
zu einer Eisenmangelanämie,
welche sich ebenfalls in Herz-Kreislauf-Beschwerden äußern
kann. Eine mögliche Ursache ist eine veränderte
Hämoglobinsynthese (Hämoglobin = roter Blutfarbstoff).
Außerdem ist sowohl bei einer Schilddrüsenunterfunktion,
als auch bei einer Überfunktion der Schilddrüse die
Aufnahme aller Nährstoffe, einschließlich Eisen,
verschlechtert. Eisen ist zudem wichtiger Bestandteil des Enzyms
Schilddrüsen-Peroxidase (TPO). Die Bildung von
Schilddrüsenhormonen ist also nicht nur von Jod, sondern
auch von Eisen abhängig. Die typischen Antikörper bei
der Hashimoto-Thyreoiditis, die TPO-AK, richten sich genau gegen
dieses Enzym. Zu den Hauptursachen für eine begleitend
auftretende Eisenmangelanämie gehören jedoch
unterfunktionsbedingte Zyklusstörungen mit starken
Menstruationsblutungen durch die es zu abnormen Blut- und damit
auch Eisenverlusten kommt.
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Eisen ist besonders
wichtig für die Bildung der roten Blutkörperchen und
des roten Blutfarbstoffes. Fehlt der Baustein Eisen kann der
Körper diese nicht mehr in ausreichender Menge herstellen.
Einen Mangel an roten Blutkörperchen (Erythrozyten) oder
rotem Blutfarbstoff (Hämoglobin) bezeichnet man als
Blutarmut (Anämie). Typische Eisenmangelsymptome sind
niedriger Blutdruck, hoher Puls, Blässe, Kurzatmigkeit,
Müdigkeit, Schwindel, Kopfschmerzen, eingerissene
Mundwinkel, Haarausfall und Zungenbrennen. Der Arzt kann einen
Eisenmangel anhand einer Blutuntersuchung (Hämoglobin,
Ferritin und Transferrin) feststellen. In einigen Fällen
sind danach weitere Untersuchungen nötig, um nach der
Ursache für den Eisenmangel zu suchen. Das können z.
B. der Hämoccult-Test (Untersuchung einer Stuhlprobe auf
Blut), Magen- und Darmspiegelungen, gynäkologische
Untersuchungen oder der Eisenresorptionstest sein. Die Einnahme
von Eisenpräparaten ist nur bei einem nachgewiesenen Mangel
sinnvoll, unter anderem da es als häufige Nebenwirkungen zu
Magen-Darmbeschwerden wie Übelkeit und Verstopfung sowie
einer vorübergehenden Schwarzfärbung des Stuhls kommen
kann.
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Diese
Eisenmangelanämien sollten unbedingt frühzeitig
behandelt werden, da in Tierversuchen an Ratten gezeigt wurde,
dass ein Eisenmangel zu einer verminderten TPO-Aktivität
und damit zu einer Hemmung des Schilddrüsenstoffwechsels
führt (S.
Y. Hess: "Interactions between Iodine and Iron
Deficiencies", Dissertation Zürich 2003).
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Im
Rahmen einer Studie der Ludwig-Maximilians-Universität
München wurde untersucht, ob bei Schilddrüsenpatienten
ein Eisenmangel mit veränderten Schilddrüsenparametern
einhergeht und inwieweit sich daraus diagnostische und
therapeutische Konsequenzen für die Behandlung von
Schilddrüsenpatienten ergeben. Dazu wurden knapp 200
Probanden erfasst, von denen die eine Hälfte ein normales
Ferritin und die andere Hälfte ein erniedrigtes Ferritin
aufwies. Zwischen beiden Gruppen gab es signifikante
Unterschiede hinsichtlich der Schilddrüsenhormone fT3 und
fT4. In der Gruppe mit niedrigem Ferritin fielen auch fT3 und
fT4 niedriger aus. Bezüglich des Hypophysenhormons TSH gab
es keine signifikanten Unterschiede in den beiden Gruppen. (G.
J. Lorenz: „Der Einfluß von Eisenmangel auf die
Schilddrüsenfunktion“, Dissertation München
2009)
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