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Nährstofftherapie bei Schilddrüsenerkrankungen
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Bromelain

Als Bromelain bezeichnet man ein Enzym, welches vorwiegend aus den unreifen Früchten und den Stämmen der Ananas (botanischer Name: ananas comosus) gewonnen wird. Hauptanwendungsgebiete von Bromelain sind akute und chronische Entzündungen viraler oder bakterieller Ursache wie beispielsweise Harnwegsentzündungen, Entzündungen im gynäkologischen Bereich oder auch entzündliche Erkrankungen im HNO-Bereich wie z. B. akute und chronische Sinusitiden. Darüber hinaus wird Bromelain in der Schulmedizin auch bei Sportverletzungen sowie Muskel- und Gelenkschmerzen z. B. rheumatischer Ursache eingesetzt. Einige Betroffene mit atropher Hashimoto-Thyreoiditis berichten, dass sich bei Ihnen Druck- und Engegefühle im Hals durch die tägliche Einnahme von 500 mg Bromelain spürbar lindern lassen.

Bromelain hat ein ausgesprochen breites Wirkungsspektrum und beeinflusst Entzündungen auf sehr vielfältige Art und Weise. Nachfolgend sind die derzeit bekannten Hauptwirkungsweisen dargestellt:

- Bromelain baut Zellfragmente und Entzündungsmediatoren ab. Dadurch wird deren Abtransport über Blut und Lymphe erleichtert. Diese Wirkung bezeichnet man auch als antiphlogistisch.
- Bromelain wirkt auch antiödematös. Ödeme werden normalerweise durch Plasmaproteine verursacht, die aus dem Blut ins Gewebe eingedrungen sind. Bromelain hilft diese zu spalten.
- Als fibrinolytisch charakterisiert man die Fähigkeit von Bromelain die Fließeigenschaften des Blutes zu verbessern und so die Durchblutung zu fördern.
- Immunologisch wirkt Bromelain, da es die Aktivitäten der Abwehrzellen reguliert und unterstützend helfen kann pathogene Immunkomplexe aufzulösen.

Coenzym Q 10 (Ubichinon)

Es handelt sich dabei um eine körpereigene, vitaminähnliche Substanz, die in Verbindung mit Eiweißmolekülen eine enzymähnliche Wirkung hat. In neueren wissenschaftlichen Studien nachgewiesen wurden die positiven Eigenschaften von Coenzym Q 10 in Bezug auf das Immunsystem. Die Einnahme von Coenzym Q 10 stärkt das Immunsystem, indem es als Antioxidans wirkt. Aufgrund dieser antioxidativen Wirkung macht sein Einsatz auch bei der Hashimoto-Thyreoiditis Sinn, die, wie bereits beschrieben, durch freie Radikale getriggert wird. Diskutiert wird außerdem eine krebsvorbeugende Wirkung von Coenzym Q 10, die jedoch wissenschaftlich noch nicht ausreichend erforscht ist.

Bei Herzerkrankungen hilft das Coenzym Q 10 die Blut- und Sauerstoffversorgung des Herzens zu verbessern. Dadurch werden Symptome wie schelle Erschöpfung, Schwindel, Herzklopfen und Kurzatmigkeit gelindert. In den USA wird das Coenzym Q 10 auch in der Therapie von Bluthochdruck und Herzinsuffizienz eingesetzt, wo es mit Magnesium, Omega-3-Fettsäuren und weiteren Nährstoffen kombiniert wird. Eine therapeutische Wirksamkeit ist ab einer täglichen Dosis von 100 mg gegeben. Üblich sind aber weitaus höhere Dosen bis 400 mg täglich. Nebenwirkungen sind kaum bekannt, nur teilweise wird von einer leichten Übelkeit bei höheren Dosierungen berichtet.

Omega-3-Fettsäuren

Omega-3-Fettsäuren werden meist aus Fischöl gewonnen. Der Jodgehalt standardisierter Fertigpräparate ist aber verschwindend gering. Zu den Omega-3-Fettsäuren zählen die Alpha-Linolensäure sowie deren Abkömmlinge (Derivate) Eicosapentaensäure und Docosahexaensäure. Omega-3-Fettsäuren haben ausgeprägte entzündungshemmende Eigenschaften, welche inzwischen auch durch einige wissenschaftliche Studien belegt wurden. Außerdem können sie bei regelmäßiger Einnahme nachweislich das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen vermindern.

Das erste Einsatzgebiet von Omega-3-Fettsäuren umfasst nicht nur entzündliche Hauterkrankungen und rheumatische Entzündungen, sondern auch Entzündungen im Magen-Darm-Bereich. Dabei wirken sie wie im Folgenden kurz dargestellt auf zweifache Art und Weise:
- Körpereigene, entzündungsspezifische Substanzen wie Prostaglandine und Leukotriene werden durch Omega-3-Fettsäuren reduziert. Diese Substanzen werden bei entzündlichen Prozesses vermehrt gebildet und sind Ursache für Schmerzen, Rötung, Schwellung und erhöhte Temperatur im Entzündungsgebiet.
- Omega-3-Fettsäuren haben eine Gegenspielerfunktion zur Arachidonsäure, die eine wichtige Rolle bei der Entstehung und Unterhaltung von Entzündungen spielt.

Das zweite Anwendungsgebiet der Omega-3-Fettsäuren sind Herz-Kreislauf-Erkrankungen. So können sie beispielsweise erhöhten Blutdruck und Puls senken und sind ein sinnvoller Baustein zur Prophylaxe von Herzinfarkt und Schlaganfall. Diese positiven Effekte kommen auf dreierlei Weise durch Verminderung der Risikofaktoren der Arteriosklerose zustande:
- Omega-3-Fettsäuren verhindern die Verklumpung der Blutplättchen und verbessern dadurch die Durchblutung.
- Die Bildung von Stickstoffmonoxid, einem Stoff, der die Adern erweitert und so die Verengung der Gefäße vermindert, wird durch Omega-3-Fettsäuren angeregt.
- Omega-3-Fettsäuren senken erhöhte Blutfettwerte, insbesondere den Triglyceridspiegel.

Aufgrund der genannten Wirkungsspektren sind Omega-3-Fettsäuren bei der Hashimoto-Thyreoiditis unverzichtbar. Die therapeutisch wirksame Dosis beginnt bei 1000 mg täglich und kann bis auf eine Tagesdosis von 5 g gesteigert werden. Nebenwirkungen durch Einnahme von Omega-3-Fettsäuren sind nicht bekannt.

L-Carnitin

L-Carnitin hemmt die Schilddrüsenhormonwirkung an den verschiedenen Organen. (S. Benvenga, R. M. Ruggeri, A. Russo, D. Lapa, A. Campenni, F. Trimarchi: "Usefulness of L-Carnitine, A Naturally Occurring Peripheral Antagonist of Thyroid Hormone Action, in Iatrogenic Hyperthyroidism: A Randomized, Double-Blind, Placebo-Controlled Clinical Trial", J Clin Endoc a Metab 2001, 8 (86): 3579 - 3594)

Die Substanz L-Carnitin wurde erstmals im Muskelfleisch von Tieren entdeckt (carnis = lat. Fleisch). Der menschliche Organismus kann es aber auch selbst aus den Aminosäuren L-Lysin und L-Methionin herstellen. Da L-Carnitin eine große Bedeutung im Fettstoffwechsel hat, z. B. an der Energiegewinnung aus Fett beteiligt ist und damit eine Schlüsselposition bei der Fettverbrennung hat, wird es als „Fatburner“ im Rahmen von Diäten angepriesen. Die dafür notwendigen Mengen von bis zu 2500 mg können aber nicht über die normale Ernährung aufgenommen werden. Enthalten ist L-Carnitin überwiegend in tierischen Lebensmitteln wie Fleisch, Fisch und Milchprodukten. Pflanzliche Lebensmittel wie Obst und Gemüse enthalten kaum L-Carnitin.

Aminosäuren

Das Schilddrüsenhormon T4 wird aus Jod und der Aminosäure L-Tyrosin gebildet. Ein Mangel an dieser Aminosäure könnte demzufolge zu einer Schilddrüsenunterfunktion führen.

Aminosäuren sind Eiweiß-Baustoffe. Während einer Schilddrüsenüberfunktion kommt es durch den gesteigerten Abbau von Eiweiß häufig zu einer Muskelschwäche. Einige Betroffene berichten in diesem Zusammenhang von einer Verbesserung dieser Symptomatik durch die Einnahme eine Aminosäure-Komplexes.
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Bei Magnesium und Calcium sind die günstigen Präparate von Aldi meiner Ansicht nach vollkommen ausreichend.
Bromelain, Omega-3-Fettsäuren, Coenzym Q10 usw. bekommt man z.B. bei Supplementa.
Insbesondere neu diagnostizierte Schilddrüsenpatienten sind oft verunsichert und von der Vielzahl der hier veröffentlichten Informationen überfordert. Deshalb der Hinweis: Speziell zur Hashimoto-Thyreoiditis und zum Morbus Basedow gibt es sehr empfehlenswerte und leicht verständliche Patientenratgeber vom Autorenteam Prof. Dr. Heufelder und Dr. Brakebusch: „Leben mit Hashimoto-Thyreoiditisund „Leben mit Morbus Basedow(Amazon-Partnerlinks).
Homepage erstellt am 22.03.05, aktualisiert am 02.09.11.
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