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Nährstofftherapie bei Schilddrüsenerkrankungen
- Antioxidantien: Selen, Zink, Vitamine A, C und E

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Antioxidantien sind in der Lage Oxidationsvorgänge im Körper zu verhindern, die durch freie Radikale ausgelöst werden. Deswegen bezeichnet man sie auch als Radikalfänger. Unter Oxidation versteht man die Reaktion von Sauerstoff mit anderen Elementen oder Verbindungen. Bei der Produktion von Lebensmitteln werden beispielsweise Antioxidantien zugesetzt, weil sie das Ranzigwerden von Fetten und Ölen verhindern. Durch unterschiedliche (entzündliche) Stoffwechselprozesse, aber auch schädliche Umwelteinflüsse, Chemikalien, Rauchen, bestimmte Medikamente usw. entsteht im Körper durch diese freien Radikale oxidativer Stress, welcher die Körperzellen schädigt und aus dem Gleichgewicht bringt. Antioxidantien hemmen diesen Angriff freier Radikale und bringen die Körperzellen wieder ins Gleichgewicht.

Verschiedene Erkrankungen wie beispielsweise die autoimmunen Schilddrüsenerkrankungen, aber auch Rheuma, Arteriosklerose, Krebs usw. werden nach neueren wissenschaftlichen Erkenntnissen durch freie Radikale mitverursacht. So dass umgekehrt die gute Versorgung mit Antioxidantien vor diesen Krankheiten einen gewissen Schutz bieten oder die Erkrankungen in ihrem Verlauf positiv beeinflussen kann.

Natürliche Antioxidantien sind beispielsweise die Spurenelemente Selen und Zink sowie die Vitamine A, C und E. Auch verschiedene sekundäre Pflanzenstoffe wie Carotinoide (Lycopin) oder Flavonoide (Hesperidin, Rutin, Quercetin) verfügen über antioxidative Eigenschaften. Diese Stoffe können über eine antioxidantienreiche Ernährung oder zusätzliche Nährstoffpräparate aufgenommen werden.

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Selen

Wurde Selen früher wegen seiner Giftigkeit gefürchtet, steht es heute wie kein anderes Spurenelement im Blickpunkt medizinischen Interesses. Als Hauptbestandteil des Enzyms Glutathionperoxidase wirkt es antioxidativ, indem es durch freie Radikale entstandene schädliche Peroxide abbaut.

Bei der Hashimoto-Thyreoiditis ist Selen auf zweifache Weise nützlich:
1. Das selenabhängige Enzym Jodthyronin-Dejodase ist für die Umwandlung des Schilddrüsenhormons T4 (Speicherform z. B. als Levothyroxinnatrium) in die stoffwechselaktive Form T3 zuständig.
2. Selen kann, fest an das Enzym Glutathionperoxidase gebunden, die spezifischen Antikörper (TPO-AK u. TG-AK) senken. Es wirkt dabei als Antioxidans (Radikalfänger) und verbessert die Funktionsfähigkeit des Immunsystems. Dieser Effekt wurde durch mehrere Studien belegt.

Bei der Athener Studie wurde eine Gruppe von 65 Personen mit einer Hashimoto-Thyreoiditis im Alter von 21 bis 65 Jahren untersucht. Die Patienten erhielten über einen Zeitraum von 6 Monaten entweder L-Thyroxin plus 200 µg Selen-Methion oder L-Thyroxin plus Placebo. Der TSH-Wert lag zwischen 0,3 und 2,0 mU/l. Die Serum-Selenkonzentrationen stiegen an, blieben aber innerhalb des Normbereichs. Die TPO-AK waren bei der selenbehandelten Gruppe nach 3 Monaten um 46 % abgefallen und nach 6 Monaten um 55 %. Die Konzentrationen der Schilddrüsenhormone blieben unverändert. (L. H. Duntas, E. Mantzou, D. A, Koutras: "Effects of a six month treatment with selenomethionine in patients with autoimmune thyroiditis", Eur J Endoc 2003, 4 (148): 389 - 393.)

An der Universität München wurde eine Studie bei 70 Patienten mit einer aktiven Autoimmunthyreoiditis durchgeführt. Die untersuchten Patienten wiesen TPO-AK Konzentrationen über 350 IU/ml auf. Alle Patienten wurden mit Levothyroxinnatrium substituiert, so dass ihr TSH-Wert im Normbereich lag. Die Patienten erhielten entweder zusätzlich 200 µg Natrium–Selenit pro Tag oder Placebo für 3 Monate. Bei den Patienten, die Natrium-Selenit erhielten, stiegen die Serum–Selenkonzentrationen signifikant an, blieben aber innerhalb des Normbereiches. Die TPO–AK Konzentrationen fielen im Mittel auf 64% des Ausgangswertes ab. Bei 9 von 36 Patienten normalisierten sich die Antikörper-Konzentrationen sogar vollständig und auch die Schilddrüsensonografie wies keine entzündungsspezifischen Merkmale mehr auf. Das TSH und die Schilddrüsenhormonwerte blieben unter der Selentherapie unverändert. Das Wohlbefinden, evaluiert durch einen Fragebogen zur Befindlichkeit, besserte sich ebenfalls deutlich. Diese Veränderung trat unabhängig vom Verlauf der TPO-AK-Konzentration ein. Nebenwirkungen der Seleneinnahme wurden nicht festgestellt. (R. Gärtner, B. C. Gasnier, J. W. Dietrich, B. Krebs, M. W. Angstwurm: "Selenium deficiency in patients with autoimmune thyroiditis decreases thyroid peroxidase antibodies concentrations", J Clin Endoc a Metab 2002, 87: 1687 – 1691 – Vollversion hier kostenlos als PDF-Datei downloaden: http://jcem.endojournals.org/cgi/content/abstract/87/4/1687)

Inzwischen bestätigte eine weitere Studie diese Ergebnisse (O. Turker, K. Kumanlioglu, I. Karapolat, I. Dogan: "Selenium treatment in autoimmune thyroiditis: 9-month follow-up with variable doses", J Endoc 2006, 1 (190): 151 – 156).

Mangelursachen:
Die Böden in Deutschland sind sehr selenarm, so dass in Pflanzen, die auf diesen Böden wachsen und damit in unserer Ernährung nur wenig Selen vorhanden ist. Bei entzündlichen Erkrankungen wie der Hashimoto-Thyreoiditis besteht außerdem ein erhöhter Bedarf, der über die normale Ernährung erst recht nicht mehr gedeckt werden kann.

Mangelsymptome:
Sichtbare Zeichen eines Selenmangels sind die Aufhellung von Haut und Haaren. Selenmangel kann sich aber auch in Muskelschwäche und Herzbeschwerden äußern. Nach dem chinesischen Ort benannt, wo diese Selenmangelerkrankung erstmals beobachtet wurde, ist die Keshan-Krankheit, welche zu Veränderungen an der Herz- und Skelettmuskulatur führt. Bei einem ausgeprägten Selenmangel kann es außerdem zu einer verminderten Immunabwehr mit unzureichenden antioxidativen Schutzmechanismen kommen. Diverse Erkrankungen wie Krebs, Rheuma, Diabetes, Arteriosklerose und multiple Sklerose werden deshalb mit einem Selenmangel in Verbindung gebracht.

Selen-haltige Nahrungsmittel:
Da dem Tierfutter in Deutschland besonders bei Hühnern und Schweinen Selen zugesetzt wird, sind Fleisch und Wurstwaren die wichtigsten Quellen, um dem Körper Selen zuzuführen.

Nebenwirkungen bei Überdosierung von Nährstoffpräparaten:
Der Tagesbedarf eines gesunden Erwachsenen wird nach DGE auf 30 - 70 µg geschätzt. Bei der Hashimoto-Thyreoiditis wird eine tägliche Selenzufuhr von 100 bis 300 µg empfohlen. In Dosierungen ab 100 µg ist Selen in Deutschland verschreibungspflichtig. Erst ab einer Aufnahme von 750 µg Selen pro Tag können Nebenwirkungen auftreten. Typische Vergiftungssymptome sind ein knoblauchartiger Atemgeruch, trockene Haut, Haarausfall und Durchfall.

Erhöht die langfristige Einnahme von 200 µg Selen täglich das Diabetesrisiko? Eine aktuelle Studie bestätigt diesen Verdacht
(S. Stranges, J. R. Marshall, R. Natarajan, R. P. Donahue, M. Trevisan, G. F. Combs, F. P. Cappuccio, A. Ceriello, M. E. Reid: "Effects of Long-Term Selenium Supplementation on the Incidence of Type 2 Diabetes", Ann Intern Med 2007, 147: 217 – 223). Sicherheitshalber sollte deshalb nur eine kurmässige Einnahme über 3 - 6 Monate erfolgen um die körpereigenen Selen-Speicher wieder aufzufüllen. Darüber hinaus gilt es im Einzelfall abzuwägen, ob das aktuelle Wohlbefinden oder ein mögliches Diabetesrisiko wichtiger sind.

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Zink

Die Aktivität von mehr als 200 Enzymen wird von Zink beeinflusst, so dass Zink an vielen Funktionen im Körper mitbeteiligt ist. Eine Hauptwirkung des Spurenelements Zink betrifft die Entwicklung und Funktion der Geschlechtsorgane, den Stoffwechsel der Geschlechtshormone sowie die Fortpflanzung. Außerdem ist Zink wichtig, um die Gesundheit von Fingernägeln, Haut und Haaren aufrechtzuerhalten. Weißfleckige Fingernägel sind ein typisches Zinkmangelsymptom. Medizinisch eingesetzt wird das Spurenelement Zink beispielsweise in der Aknetherapie.

Bei der Hashimoto-Thyreoiditis ist die zeitlich begrenzte Zufuhr von Zink sinnvoll, da diesem Spurenelement eine entscheidende Rolle im Immunsystem zukommt und Zink zudem eine zentrale Bedeutung für den Stoffwechsel der Schilddrüsenhormone hat. Verschiedene Tierversuche an Ratten zeigten, dass eine Hypothyreose im Vergleich zu einer ausgeglichenen Schilddrüsenstoffwechsellage mit einem schlechteren Zinkstatus einhergeht. (H. C. Freake, K. E. Govoni, K. Guda, C. Huang, S. A. Zinn: "Actions and interactions of thyroid hormone and zinc status in growing rats.", J Nutr 2001, 4 (131): 1135 – 1141)

Mangelursachen:
Die moderne Bodenbearbeitung in der Landwirtschaft führt zu einem Verlust an Zink im Ackerboden und auch die Weiterverarbeitung landwirtschaftlicher Produkte zu Lebensmitteln führt zu einem Zinkverlust. Ein Zinkmangel kann außerdem durch Aufnahmestörungen, wie sie beispielsweise bei entzündlichen Darmerkrankungen wie Morbus Crohn oder Colitis ulzerosa vorkommen, bedingt sein. In bestimmten Lebenssituationen wie z. B. in der Schwangerschaft und Stillzeit oder bei verschiedenen Krankheiten wie Krebs, Diabetes mellitus, Infektionen oder chronischen Entzündungen kann der Zinkbedarf deutlich erhöht sein. Oral eingenommene Verhütungsmittel sind zudem regelrechte Zinkräuber.

Mangelsymptome:
Von einem Zinkmangel ist als erstes unser Immunsystem betroffen, welches bei einem länger andauernden Zinkmangel deutlich geschwächt wird, so dass es häufiger zu Infektionen kommt. Charakteristisch sind darüber hinaus Störungen des Geruchs- und Geschmackssinns. Auch Wachstumsstörungen der Haare, Haarausfall, Wundheilungsstörungen, die bereits beschriebenen weißen Flecken in den Fingernägeln und unreine Haut können sichtbare Zeichen eines Zinkmangels sein.

Zink-haltige Nahrungsmittel:
Reich an dem Spurenelement Zink sind beispielsweise Weizenkeime. Aber auch Fleisch, Fisch, Eier, Milch und Käse enthalten größere Mengen an Zink.

Nebenwirkungen bei Überdosierung von Nährstoffpräparaten:
Der Tagesbedarf eines gesunden Erwachsenen liegt nach DGE bei 7 - 11 mg. Bei der Hashimoto-Thyreoiditis wird die zeitlich begrenzte Einnahme von 20 mg Zink täglich empfohlen. In Deutschland freiverkäuflich erhältliche Präparate enthalten zwischen 5 und 25 mg Zink pro Tablette. Über das Internet beziehbare ausländische Zinkpräparate sind mit 50 - 100 mg deutlich höher dosiert. Von einer täglichen Zinkzufuhr von mehr als 25 mg ist allerdings abzuraten, weil dadurch Übelkeit und Erbrechen ausgelöst werden können. Eine Zinksupplementierung sollte auch nicht länger als 6 Wochen durchgeführt werden, da es ansonsten zu Wechselwirkungen mit den Spurenelementen Kupfer und Eisen mit den Folgen einer Anämie kommen kann. Personen mit einer Hashimoto-Thyreoiditis sollten außerdem berücksichtigen, dass Zink die Schilddrüsenfunktion stimuliert (M. Kilic, A. K. Baltaci, M. Gunay, H. Gokbel, N. Okudan, I. Cicioglu: "The effect of exhaustion exercise on thyroid hormones and testosterone levels of elite athletes receiving oral zinc", Neuro Endoc Lett 2006, 1 (27): 247 – 252). Besteht aktuell eine Überfunktionssymptomatik, sollte Zink deshalb vorsichtshalber nicht eingenommen werden. Wurde Zink über einige Wochen supplementiert, so ist die Einnahme langsam auszuschleichen, damit es nicht durch das abrupte Absetzen zu Unterfunktionsbeschwerden kommt. Sinnvoll ist eine kurmäßige Einnahme von Zink, z. B. während der Erkältungszeit im Herbst, um Infekten vorzubeugen. Bei übermäßig hoher Zufuhr kann sich dieser Effekt ins Gegenteil verkehren, d. h. es kommt zu einer erhöhten Infektanfälligkeit.

HEUFELDER/BRAKEBUSCH verweisen auf die Erkrankung Hämopyrrollaktamurie (HPU) als Differentialdiagnose zur Hashimoto-Thyreoiditis. Diese wenig bekannte Störung des Porphyrinstoffwechsels führt u. a. zu einer vermehrten Ausscheidung von Zink und Vitamin B6. Die Krankheitssymptome sind ausgesprochen vielgestaltig. Es können u. a. Unruhezustände, Konzentrationsstörungen, Infektanfälligkeit, Allergien und Magen-Darm-Beschwerden auftreten. Die Diagnose wird anhand der Untersuchungen von Urin, Blut und Stuhl gestellt. Bei einem positiven Befund werden vermehrt Pyrrole gemessen. Allerdings führt auch das Schilddrüsenhormon Trijodthyronin zu einer gesteigerten Hämsynthese und damit zu mehr Pyrrolen z. B. im Urin. Bei einer Schilddrüsenüberfunktion wäre das HPU-Testergebnis deshalb falsch positiv. Beeinflusst wird die Hämsynthese auch durch eine hohe Aktivität des Immunprozesses. Beim Abbau der Schilddrüsenperoxidase entstehen ebenfalls Pyrrole. Während eines Krankheitsschubs könnte das Testresultat deshalb ebenfalls falsch positiv ausfallen. Ein Test ist deshalb nur bei guter Einstellung des Schilddrüsenstoffwechsels sinnvoll.

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Vitamin A (Retinol)

Am bekanntesten ist die positive Wirkung von Vitamin A auf die Augen. Es ist als Bestandteil des Sehpurpurs essentiell für den Sehvorgang und verbessert die Sehfähigkeit, insbesondere das Dämmerungssehen. Aufgrund seiner haut- und schleimhautschützenden Wirkung wird Vitamin A auch zur Behandlung von trockenen Augen eingesetzt. Es schützt die oberste Hautschicht (Epithelzellen), die durch äußere Einflüsse geschädigt werden kann. Vitamin A ist am Fett- und Eiweißstoffwechsel in der Leber beteiligt und wird außerdem für die Synthese der Geschlechtshormone (Testosteron, Östrogen) benötigt. Diskutiert wird ebenfalls ein Zusammenhang zwischen Unfruchtbarkeit, Fehlgeburtsrisiko und Vitamin A-Mangel. Schwangere Frauen sollten jedoch kein Vitamin A einnehmen. Vitamin A ist ein wichtiges Antioxidans, welches das Immunsystem nicht nur bei der Hashimoto-Thyreoiditis stärkt und das Infektionsrisiko senkt. Es hilft auch bei der Bewältigung akuter viraler oder bakterieller Infektionen.

Mangelursachen:
Ein Mangel kann entweder durch eine zu niedrige Zufuhr (Vitamin-A-arme Kost, Störung der Aufnahme), durch einen erhöhten Verbrauch (Operationen, Sonnenlicht, Computerarbeiten) oder eine vermehrte Ausscheidung (Alkoholkonsum, Abführmittel) entstehen.

Mangelsymptome:
Ein Mangel an Vitamin A macht sich als Störung des Dämmerungssehens mit erhöhter Blendempfindlichkeit bis hin zur Nachtblindheit bemerkbar. Neben trockenen Augen kann es zu einer schuppigen, faltigen Haut oder auch vermehrten Zahnfleischentzündungen kommen.

Vitamin A-haltige Nahrungsmittel:
Der Hauptlieferant für Vitamin A ist Leber. Aber auch Milch, Butter und Käse enthalten größere Mengen Vitamin A. Sehr gute pflanzliche Quellen für die Vitamin A-Vorstufe Beta-Carotin sind gelb-orange Obst- und Gemüsesorten (Pfirsiche, Karotten, gelbe Paprika). Das in ihnen enthaltene Beta-Carotin wird durch den gleichzeitigen Verzehr von etwas Fett wesentlich besser vom Körper verwertet.

Nebenwirkungen bei Überdosierung von Nährstoffpräparaten:
Vitamin A reichert sich im Körper an, so dass es bei längerer, übermäßiger Zufuhr deutlich oberhalb des geschätzten Tagesbedarfs von 800 – 1500 µg auch zu Nebenwirkungen kommen kann. Eine solche Überdosierung kann sich in Hautveränderungen, Haarverlust, Erschöpfung, Gelenkschmerzen, Kopfschmerzen und Menstruationsstörungen zeigen. Schwangere Frauen sollten kein Vitamin A einnehmen und auch auf den Verzehr von Leber verzichten, da es ansonsten zu Missbildungen des Fötus kommen könnte. Eines der Bindungsproteine für Schilddrüsenhormone, das Transthyretin, transportiert auch Abkömmlinge des Vitamin A. Theoretisch sind bei extremer Zufuhr unerwünschte Wechselwirkungen denkbar. Da das Hauptbindungseiweiß Thyreoglobulin durch Vitamin A nicht beeinflusst wird, sind Nebenwirkungen bei Dosierungen im Bereich des Tagesbedarfs aber unwahrscheinlich.

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Vitamin C (Ascorbinsäure)

Der Mensch kann Vitamin C weder selbst herstellen noch längere Zeit speichern und ist deshalb auf die tägliche Zufuhr über die Ernährung angewiesen. Vitamin C ist für unsere Abwehrkräfte der wichtigste Mikronährstoff überhaupt. Es kommt praktisch in allen Zellen des Immunsystems vor, aus denen sich unser Abwehrsystem zusammensetzt. Vitamin C hemmt z. B. die Bildung von Nitrosaminen, welche bei der Krebsentstehung eine Rolle spielen. Vitamin C hat aber auch wichtige Aufgaben im Stoffwechsel. Es wird für den Abbau von Cholesterin benötigt, stimuliert das Entgiftungssystem der Leber und beeinflusst die Umwandlung von Fett in Energie. Eingesetzt wird Vitamin C auch bei anhaltenden Erschöpfungszuständen wie sie beim chronischen Müdigkeitssyndrom, Hepatitis C oder bei der Borreliose vorkommen.

Mangelursachen:
Neben falscher, vitaminarmer Ernährung können Stress, Alkoholkonsum oder die Einnahme bestimmter Medikamente (orale Kontrazeptiva, Aspirin) Ursache für einen Mangel an Vitamin C sein. Raucher haben einen erhöhten Bedarf an Vitamin C, weil durch das Rauchen Vitamin C schneller abgebaut wird. Verschiedene chronische Erkrankungen, insbesondere Infektionen und Entzündungen, bedeuten für den Körper Stress, der mit einem erhöhten Vitamin C-Bedarf einhergeht.

Mangelsymptome:
Ein Vitamin-C-Mangel zeigt sich relativ schnell, da das Vitamin von unserem Körper nicht gespeichert werden kann. Ausgeprägte Mangelzustände sind aber eher selten. Wenn ein Mangel an Vitamin C auftritt, so stehen Symptome wie Müdigkeit, Abgespanntheit, Erschöpfung, vermindertes Leistungsvermögen, Schläfrigkeit und Schlafstörungen im Vordergrund. Auch eine erhöhte Infektanfälligkeit kann auftreten. Die früher unter Seefahrern weit verbreitete Vitamin-C-Mangelerkrankung Skorbut kommt heutzutage praktisch nicht mehr vor. Sie würde sich durch schwammiges Zahnfleisch mit lockeren und ausfallenden Zähnen, Haarausfall, frühzeitiger Haarergrauung sowie Muskel- und Gelenkbeschwerden äußern.

Vitamin C-haltige Nahrungsmittel:
Besonders hoch ist der Vitamin C-Gehalt in frischem Obst und Gemüse. Nicht nur Südfrüchte wie Zitronen und Apfelsinen enthalten größere Mengen an Vitamin C, sondern auch heimische Kohlsorten wie Grünkohl, Blumenkohl, Kohlrabi und Brokkoli. Bei der längeren Lagerung von Obst und Gemüse geht jedoch Vitamin C verloren, im Gegensatz dazu sind die Vitamin C-Verluste beim Einfrieren von erntefrischem Obst und Gemüse unerwartet gering.

Nebenwirkungen bei Überdosierung von Nährstoffpräparaten:
Der von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung angegebene Tagesbedarf liegt bei 100 - 150 mg. Verschiedene Nährstoffpräparate enthalten Vitamin C allerdings in weitaus höheren Dosierungen von bis zu 3000 mg. Derartig hohe Dosen von Vitamin C können Übelkeit, Blähungen und Durchfall verursachen. Bei der Neigung zu Nierensteinen oder erhöhten Harnsäurewerten (Gicht) sollte Vitamin C nicht längere Zeit in hohen Dosen eingenommen werden.

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Vitamin E (Tocopherol)

Vitamin E ist für die Gesunderhaltung von Herz und Kreislauf unverzichtbar. Es schützt vor Arterienverkalkung, indem es den Spiegel des „bösen“ LDL-Cholesterins senkt und verhindert, dass dieses sich an den Arterienwänden ablagert. Andererseits erhöht es den Spiegel des „guten“ HDL-Cholesterins. Außerdem hat Vitamin E eine Antithrombosewirkung und verhindert die Verklumpung der Blutplättchen. Vitamin E ist das wichtigste, fettlösliche Antioxidans. Es schützt Fette vor dem Angriff freier Radikale und verhindert so deren Oxidation. Aufgrund dieser antioxidativen Eigenschaften ist die Substitution von Vitamin E bei der Hashimoto-Thyreoiditis sinnvoll.

Mangelursachen:
Erkrankungen von Bauchspeicheldrüse, Leber und Galle führen zu einer gestörten Fettverdauung und einem daraus resultierenden Mangel an Vitamin E.

Mangelsymptome:
Manifeste Mangelzustände sind ausgesprochen selten. Diskutiert werden Auswirkungen im Bereich der Nerven und der Muskulatur. Ob Gelenkschmerzen ursächlich mit einem Vitamin E-Mangel zusammenhängen, wurde wissenschaftlich noch nicht zweifelsfrei nachgewiesen.

Vitamin E-haltige Nahrungsmittel:
Vitamin E ist fast ausschließlich in pflanzlichen Nahrungsmitteln enthalten. Einer der bekanntesten Vitamin E-Lieferanten ist das Olivenöl, aber auch Sonnenblumenöl und Sojaöl enthalten reichlich Vitamin E. Gute Quellen sind auch Nüsse und Samen wie Weizenkeime, Leinsamen, Haselnüsse, Walnüsse usw.

Nebenwirkungen bei Überdosierung von Nährstoffpräparaten:
Bezüglich Vitamin E wird allgemein eine Tagesdosis von 12 - 15 mg empfohlen. Handelübliche Präparate, wie sie z. B. zur Behandlung von Gelenkschmerzen angewendet werden, sind jedoch wesentlich höher dosiert. Unerwünschte Nebenwirkungen sind aber auch bei diesen hohen Dosen nicht bekannt, selbst wenn sie über lange Zeit eingenommen werden. Für die Behauptung, dass Vitamin E in hohen Dosen eine Schilddrüsenunterfunktion auslösen kann gibt es bislang noch keine hinreichenden Beweise.

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Homepage erstellt am 30.05.07, aktualisiert am 25.02.10
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