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Ganzheitliche
Therapie bei Störungen der Schilddrüsenfunktion
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Dr. Siegfried
Schlett (Apotheker, Arzt), Wolfgang Gerz (Arzt)
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Physiologie
der Schilddrüse
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Das
Verhältnis von T3 zu T4
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Hypothyreose
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Konventionelle
Fertigarzneimittel
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Rezepturen
aus natürlichen Schilddrüsenextrakten
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Fallbeispiel
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Beispiele
für Rezepturverordnungen
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In den letzten
Jahren haben sich auf dem Gebiet der Schilddrüsenerkrankungen
gravierende Veränderungen ergeben. So verzeichnen wir einen
stetigen Anstieg der Schilddrüsen-Erkrankungen, v. a.
Hashimoto. Der Optimalbereich für das TSH wurde 2005 neu
festgelegt. Man spricht mittlerweile von einem „Zielbereich“
der L-Thyroxin-Substitutionstherapie: 0,5-2,0 mU/l. Die Rolle
des Spurenelementes Selen wird auch aus dem Blickwinkel der
Schulmedizin akzeptiert. Natürliche Schilddrüsenextrakte
(Glandulae thyreoideae siccatae) ergeben neue Möglichkeiten,
die das Therapiespektrum zusätzlich zu den herkömmlichen
Schilddrüsenarzneimitteln deutlich erweitern.
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Physiologie
der Schilddrüse (SD)
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Die Schilddrüse
ist nicht der Funktionsort der SD-Hormone, sondern „nur“
Produktions- und Speicherungsort. Die Umwandlung von T4 in T3,
das dreimal höhere biologische Aktivität als T4
besitzt, erfolgt im Wesentlichen in der Peripherie mit Hilfe von
Dejodasen, die Selencystein enthalten. 80 % des im Plasma
zirkulierenden T3 stammen aus der Umwandlung aus T4 in der
Körperperipherie, die übrigen 20 % direkt aus der
Schilddrüse. 40 % des T4 wird – in geringen Mengen
auch in der Schilddrüse – durch Monodejodierung in
ein biologisch inaktives T3 (reverses T3) überführt.
Im Plasma liegen nur 0,03 % des T4 und 0,3 % des T3 in freier,
aktiver Form vor. Der Rest ist an Transportproteine gebunden.
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Der effektive
Funktionsort für die SD-Hormone T4 und T3 ist im Prinzip
jede einzelne Körperzelle, die SD-Hormonrezeptoren hat. Sie
wirken auf den Stoffwechsel, Wachstum und Differenzierung, sowie
die Kontraktionskraft des Myocards. T3-Rezeptoren gehören
zu hormonempfindlichen Transkriptionsfaktoren, die auch im
Zellkern und damit an den Genen ihre Wirkung entfalten. Die
Schilddrüse hat damit besonderen Einfluss auf die Steuerung
unserer Gene.
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Auch Spurenelemente
und Vitamine haben auf die Funktion der Schilddrüse einen
Einfluss. Mangelzustände oder eine suboptimale Versorgung
können wie folgt bestimmt werden:
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Iod: Bestimmung von
Jod im Morgenurin (von der WHO empfohlen)
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Selen: Bestimmung
von Selen im Vollblut (optimal 140-160 μg) oder Serum
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Tyrosin:
Aminosäurenanalytik oder Therapieversuch
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Kupfer: Vollblut
oder Serum
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Zink: Vollblut
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Eisen: Ferritin
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Vit. B6: Vollblut
oder Serum
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Essentielle
Fettsäuren durch gezielte Fettsäureanalytik
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Ergänzend sei
der Einfluss von hohen Dosen Vitamin E vermerkt, der eine
latente Unterfunktion der SD verstärken kann. Vitamin E
greift als membranständiges Antioxidans dosisabhängig
in die Aktivität der radikalisch ablaufenden
Dejodasereaktionen ein.
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Das
Verhältnis von T3 zu T4
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Die
Konzentrationsverhältnisse der SD-Hormone T4 und T3 reichen
von 2:1 bis zu 8:1, wobei die nachfolgenden Zahlen für die
Gesamtmengen der Hormone und nicht ihre freien Anteile gelten:
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T4 0,80-2 ng/dl
(10-25 pmol/l) und T3 0,25-0,6 ng/dl (4-9 pmol/l)
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Die Bandbreite
dieser unterschiedlichen Verhältnisse zueinander ist
wichtig und erklärt wohl das individuell unterschiedliche
Ansprechen auf die verschiedenen SD-Arzneimittel. Auch in den
Fertigarzneimitteln und SD-Rohstoffen sind die Verhältnisse
von T3 zu T4 verschieden.
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Hier die wichtigsten
Vertreter:
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Wegen der
BSE-Problematik ist seit Jahren weltweit nur noch SD-Extrakt vom
Schwein verfügbar; beachten Sie dies beim Vergleich mit der
älteren Literatur (Barnes, Farkas, Schlett).
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Hypothyreose
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Der amerikanische
Altmeister der SD-Therapie, Broda Barnes, M.D., behauptete, dass
nicht weniger als ca. 40 % aller Patienten in der
Allgemeinpraxis eine Störung der SD-Funktion hätten –
und davon die überwiegende Mehrheit eine Unterfunktion.
Diese werde nicht erkannt, weil die Ärzte meist zu sehr auf
Laborwerte fixiert seien und weder Arzt noch Patient überhaupt
an die SD dächten. Barnes gab als billige und
hocheffiziente Untersuchungsmethode für alle Betroffenen
die axilläre Basaltemperatur frühmorgens im Bett an,
die idealer Weise bei 36,4-36,8 ºC sein sollte. Die Methode
konnte er empirisch an Tausenden von Patienten nachweisen –
und sie wurde seit über 50 Jahren weltweit immer wieder
bestätigt. Die Hypothermie ist das wichtigste Symptom einer
Hypothyreose! Erschwerend kommt hinzu, dass die eingangs
zitierte Änderung des optimalen TSH-Bereiches noch nicht
überall umgesetzt wurde. Das bedeutet, dass buchstäblich
Millionen von Patienten, denen bisher eine normale SD-Funktion
attestiert wurde, eine unbehandelte Hypothyreose mit sich tragen
– genau das, was Barnes schon vor 40 Jahren
diagnostizierte!
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Weil die SD so
gravierend in den Metabolismus eingreift, ist es nicht
verwunderlich, dass ein Mangel an SD-Hormonen zu einem Anstieg
der Wasser-, Salz-, Eiweiß- und Cholesterinkonzentrationen
führt.
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Krankheiten, bei
denen eine SD-Unterfunktion zu Grunde liegen kann:
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- Übergewicht,
Myxödem, Müdigkeit, Chronic-Fatigue-Syndrom (CFS)
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- Unklare Anämie
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- Depression,
Halluzinationen, Gereiztheit, andere psychische Symptome
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- Geistige
Retardierung, Minderwuchs und andere Entwicklungsstörungen
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- Hypo- und
Hyperaktivität, Konzentrationsstörungen usw.
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- Migräne und
andere Kopfschmerzen
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- Infektanfälligkeit
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- Akne, Ekzeme,
Furunkulose, Impetigo, Ichthyose, Lupus erythematodes, Psoriasis
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- Hormonelle
Störungen (Dysmenorrhoe, Menorrhagie, Abort, Infertilität)
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- Bluthochdruck,
Arteriosklerose, Störungen des Knochenstoffwechsels
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- Hyperlipidämie,
Hyperurikämie
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- Obstipation
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- Rheumatische
Erkrankungen
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(Nach Barnes, 1976)
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Barnes hat deshalb
sinngemäß folgende Empfehlung gegeben:
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Bei jeder
Erkrankung, die man durch eine Erhöhung des lokalen
und/oder systemischen Stoffwechsels verbessern kann, muss man an
eine SD-Unterfunktion denken! Die Erhöhung des zellulären
Turnovers ist und bleibt die wichtigste SD-Hormonfunktion!
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Weitere Symptome bei
Schilddrüsenunterfunktion:
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- Schlechte
Wundheilung und erhöhte Kapillarfragilität
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- Energiemangel,
Antriebsschwäche, Lernstörungen
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- Nahe am Wasser
gebaut“
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- Leberverfettung
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- Hormonelle
Dysfunktion jeglicher Art, Libidoverlust
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- Gewichtsverteilung
in der Körpermitte
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- Symptome, die sich
bei Kälte verschlechtern und sich bei Wärmezufuhr
verbessern
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- Brüchige oder
zu weiche Nägel (Rillen quer oder längs durch
Eisenmangel)
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- Haarverlust, v. a.
der lateralen Augenbrauen, aber auch bis zur Alopezie
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- Extreme
Schmerzhaftigkeit des Rippenknorpels (sofort besser durch orales
Jod)
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- Schwellungen „ohne
Grund“ an verschiedenen Körperstellen (z. B.
Augenlider, Zunge)
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- Trockenes,
brüchiges Haar, langsames Haarwachstum
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- Langsames
Verdauungssystem (bis zur Hypochlorhydrie, Hypoproteinämie,
Obstipation)
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- Trockene, brüchige
Haut (Rupturen an Händen und Fersen, die leicht bluten)
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- Rauhe, heisere
Stimme
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(Nach Rubel, 1959)
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Konventionelle
Fertigarzneimittel
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In der Regel werden
Hypothyreosen mit isolierten T4-Präparaten oder
Kombinationen aus T3 und T4 behandelt. Eine Therapie mit reinem
T4 (= L-Thyroxin) ist aber nur für die PatientInnen
sinnvoll und effektiv, bei denen eine problemlose und optimale
Umwandlung von T4 in T3 erfolgt. Der Umkehrschluss ist wichtig:
Alle anderen brauchen entweder Kombinationspräparate mit T3
und T4 (Prothyrid®, Novothyral® ...) – oder noch
bio-logischer, Vollextrakte aus Schilddrüsen!
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Die letztgenannte
Therapie war jahrzehntelang weltweit die Therapie der Wahl,
wurde von Barnes und anderen sehr gut erforscht und erfolgreich
eingesetzt – und geriet trotzdem in den letzten Jahren
gegenüber den synthetisierten SD-Fertigprodukten in
Vergessenheit. Das noch am besten bekannte SD-Extraktpräparat
ist Armour Thyroid® aus den USA, doch handelt es sich hier
um den Import eines Tablettenarzneimittels, welches die
Hilfsstoffe Calciumstearat, Dextrose, microkristalline
Cellulose, Stärke-Natrium-Glycolat und Opadrywhite enthält.
Armour Thyroid® wird in verschiedenen Stärken
angeboten; diese werden in „grain“ = 64,1mg
SD-Extrakt angegeben. Da es sich bei SD-Extrakten um eine
Kombination aus T4- und T3-Anteilen handelt und die T3-Anteile
die wirksameren sind, werden 1 grain-Zubereitungen mit 38 μg
T4 und 9 μg T3 einer reinen L-Thyroxin-Menge von 100 μg
gleichgesetzt. Diese Äquivalent-Angaben sind bei jeder
Umstellung zu berücksichtigen.
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Rezepturen
aus natürlichen Schilddrüsenextrakten
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Neben Erfahrungen
mit gängigen Monopräparaten (T4 oder T3) und
Hormonkombinationen (T3 + T4) können wir auf über 10
Jahre Erfahrung mit SD-Präparaten biologischen Ursprungs
zurückblicken. Es sind Rezepturen mit „Glandulae
thyreoideae siccatae“ – gefriergetrocknetem
Schilddrüsenextrakt vom Schwein, die in deutschen Apotheken
gemäß den Verordnungen individuell gemischt werden
können. Das graue Schilddrüsen-Pulver enthält
neben den Hormonen T3 und T4 eine Fülle von
stoffwechselaktiven Hormonvorstufen, die alle bei der Regulation
einer hypothyreoten Lage eine Rolle spielen können, z. B.
Thyreoglobulin, selenhaltige Enzyme, Aminosäuren, Di- und
Monojodtyrosinverbindungen etc.
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Die natürlichen
Extrakte sind auf die enthaltenen T4- und T3-Anteile
standardisiert. Apotheken sollten bei der Rohstoffprüfung
die Stärken der enthaltenen Schilddrüsenhormone durch
eine zusätzliche externe Kontrolluntersuchung bestätigen
lassen, damit man mit der Einwaage die gewünschten Stärken
punktgenau ausführen kann. Zubereitungen aus
Schilddrüsenextrakten sind verschreibungspflichtig.
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Das Verhältnis
der T4- und T3-Anteile beträgt im menschlichen Stoffwechsel
bis zu 10:1. Dies ist zu beachten, weil SD vom Schwein
üblicherweise ein Verhältnis von T4:T3 = 4:1 zeigt.
Eine Daueranwendung von Schweine-SD-Extrakten ist daher relativ
T3-reich.
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Als Hilfs- und
Füllstoff für die Rezepturen wird die Aminosäure
Tyrosin empfohlen, weil sie
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- selbst Baustein
der SD-Hormone ist
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- gleichzeitig
Baustein der Stresshormone Adrenalin und Noradrenalin sowie des
Neurotransmitters Dopamin ist.
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Fallbeispiel
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31.3.2008
42jährige Patientin, 1 Kind, sehr schlank, 47 kg/160 cm;
Hashimoto-Diagnose seit über 10 Jahren bekannt. Seit Jahren
keine Hormonsubstitution möglich, da alle T4-Monopräparate
und auch die T3/T4-Präparate stärkste
Unverträglich-keitsreaktionen auslösen. Die Pat. ist
deshalb leicht depressiv, starke Stimmungsschwankungen,
hormonelle Störungen, TSH-Wert 11, 31, Leukozytose mit
11.200. Therapiebeginn mit SD-Extrakt 25 μg T4, langsame
Steigerung auf 50 dann auf 75 μg T4. Dazu 200 μg
Selenpicolinat täglich. Diese SD-Therapie wird gut
toleriert.
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18.4.2008 TSH
1,52, Leukozyten 9000. Dazu deutliche psychische und hormonelle
Besserung.
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17.6.2008 „…
mir geht es super“!
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Diskussion: Dies ist
sicher ein extremer Fall, weil bei bekanntem M. Hashimoto wegen
der Unverträglichkeit aller konventionellen
SD-Hormonpräparate überhaupt keine Substitution
durchgeführt worden war. Ansonsten aber ist der Verlauf
ähnlich zu sicher über 100 Fällen in den letzten
Jahren: erfolgreicher Ersatz der synthetischen
Schilddrüsenhormone durch SD-Extrakt, wobei die Dosierung
vorsichtig von unten her steigernd erfolgt.
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Beispiele
für Rezepturverordnungen
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Bitte beachten Sie,
dass Rezepturen als solche gekennzeichnet sein müssen und
daher nur in der folgenden, ausführlichen Version auf den
Rezepten erscheinen sollten:
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Kapselherstellung
von SD-Extrakten T4 100 μg
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Rp. Gl. thyreoideae
sicc. pulv. mit 100 μg T4
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Tyrosin q. s. mf
caps Nr. 100/50
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Kapselherstellung
von SD-Extrakten T4 50 μg
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Rp. Gl. thyreoideae
sicc. pulv. mit 50 μg T4
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Tyrosin q. s. mf
caps Nr. 100/50
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Literatur
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Thyreoidea siccata:
Monographie im österreichischen Arzneibuch ÖAB 1990,
8. Nachtrag 2001
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Schilddrüsendiagnostik
und -therapie: Update 2005 Bayr. Ärzteblatt 4/2005
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Barnes BO, Galston
L: Hypothyroidism, the Unsuspected Illness. Harper & Row,
1976
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Farkas J:
Funktionelle Hypothyreose. Diagnose und Therapie mit AK:
Prevent-Network 9, online@preventnetwork.com
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Rubel LL: The GP and
the Endocrine Glands, Decatur, IL: privately published, 1959
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Schlett S: Glandulae
thyreoideae siccatae – Schilddrüsenextrakte als
Alternative zu synthetischen Hormonen.
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MJAK 11, XI/2000 und
Bio-logische Präparate für Diagnose und Therapie in
der AK-Praxis; AKSE Verlag 2002
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erstellt am 12.05.09, akualisiert am
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