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Hier geht's zum aktuellen Beitrag aus der Wochenserie
Info's für Partner, Freunde und Familie von Schilddrüsenerkrankten ...
Wenn Sie als Angehöriger gern helfen möchten, sich aber momentan mit der Situation überfordert fühlen und nicht wissen wie Sie das anstellen können, dann haben Sie als ersten Schritt jetzt die Möglichkeit sich zunächst grundlegend über die autoimmunen Schilddrüsenerkrankungen zu informieren. Eine Zusammenfassung zum Krankheitsbild Hashimoto-Thyreoiditis oder zum Krankheitsbild Morbus Basedow können Sie sich hier jeweils online lesen oder auch als PDF-Datei downloaden. Darin steht alles wichtige über die Ursachen der jeweiligen Erkrankung, wie diese diagnostiziert wird, welche Krankheitssymptome sie verursachen kann und wie sie behandelt wird.
Comic-Bild
Wenn jemand von einer Schilddrüsenerkrankung betroffen ist bedeutet dies in vielen Fällen eine enorme Belastung insbesondere für die Partnerschaft. Denn nicht selten gehen Krankheiten der Schilddrüse durch die hormonellen Schieflagen zeitweilig mit deutlichen Veränderungen der Persönlichkeit einher, so dass es für beide Seiten sehr schwierig sein kann die oft unerträgliche Situation gemeinsam zu bewältigen.

Du musst es nur wollen, dann geht es schon!“
Die autoimmunen Schilddrüsenerkrankungen sind keine Befindlichkeitsstörungen, sondern chronische Krankheiten, die einer konsequenten und individuell angepaßten Behandlung bedürfen. Dadurch vielleicht sogar dauerhaft in der Lebensqualität beeinträchtigt zu sein ist weder Ausdruck einer übertriebenen Wehleidigkeit noch Zeichen für eine Willensschwäche. Es sind keine psychosomatischen Erkrankungen die mit „ein bisschen guten Willen“ und „sich etwas zusammenreissen“ mal so eben nebenbei bewältigt werden können. Ob und wie schwer jemand an einer Hashimoto-Thyreoiditis oder einem Morbus Basedow erkrankt ist weder die Folge einer falschen inneren Einstellung noch Resultat eines ungesunden Lebensstils. Es ist ein unvorhersehbarer Schicksalsschlag, der Sie schon morgen genauso unvorbereitet treffen kann.

Ich hab's auch mit der Schilddrüse, aber mir geht’s gut!“
Krankheitsverläufe sind individuell immer unterschiedlich. So gehen Schilddrüsenspezialisten heutzutage davon aus, dass rund 80% der Betroffenen der autoimmunen Schilddrüsenerkrankungen Hashimoto-Thyreoiditis und Morbus Basedow durch die schulmedizinischen Therapien genauso wie Sie beschwerdefrei sind. Warum 20% der Schilddrüsenerkrankten unter dauerhaften Einschränkungen leiden konnte wissenschaftlich noch nicht geklärt werden. Genausowenig wie Ärzte aktuell sicher voraussagen und erklären können, warum ein Mensch eine Krebserkrankung überlebt, während ein anderer daran stirbt.

So schildern Angehörige von Morbus-Basedow-Erkrankten die Situation:

Meine Frau hat seit 2,5 Jahren Morbus Basedow und in dieser Zeit sehr viel durchgemacht. Ich leide auch unter dieser Situation, denn schliesslich ist unser gemeinsames Leben auch mein Leben. Wir hatten so viele glückliche Jahre und jetzt ist alles schwierig. Ständig muss ich Rücksicht nehmen, habe Angst, dass ich dabei auf der Strecke bleibe. Zum Beispiel würde ich gern mal wieder in den Urlaub fahren, aber für meine Frau ist das undenkbar. So vieles geht nicht mehr ...“

Vor einem Jahr wurde bei meinem Mann Morbus Basedow diagnostiziert. Seither hat sich sein und damit leider auch mein Leben ganz schön verändert. Wir sind gesellschaftlich inzwischen ziemlich isoliert, unternehmen praktisch nichts mehr gemeinsam und auch nicht mit anderen Leuten. Eigentlich geht er kaum noch raus. Bankgeschäfte, sämtliche Einkäufe usw. muss ich seit dem Ausbruch der Krankheit allein erledigen - alles bleibt an mir hängen. Ich hole sogar sein Rezept vom Arzt. Aber was ist, wenn ich mal nicht kann? Oft wird er grundlos aggressiv, so schlimm, dass ich mich manchmal frage, ob das überhaupt noch der Mann ist den ich geheiratet habe.“

Ungefähr seit 4 Jahren leidet meine Freundin an Morbus Basedow. Die erste Zeit nach der Diagnose war extrem schlimm – so habe ich sie noch nie erlebt. Sie war völlig verändert! Manchmal habe ich sogar daran gedacht die Beziehung zu beenden. Heute bin ich froh, dass wir diese Krise gemeinsam durchgestanden haben und es tut mir leid, dass ich ihr in vielem so Unrecht getan habe. Inzwischen geht es ihr wieder ganz gut. Es ist zwar nicht mehr wie vorher geworden und es gibt viele Tage an denen es ihr sehr schlecht geht, aber es ist trotz allem ein gutes Leben.“

So erleben Angehörige von Hashimoto-Thyreoiditis-Betroffenen die Situation:

Seit bei meiner Lebensgefährtin eine Hashimoto-Thyreoiditis diagnostiziert wurde, kann man nichts mehr mit ihr anfangen. Sie ist immer nur müde, erschöpft und kann sich zu absolut nichts aufraffen. Ständig ist sie am jammern. Wie lange soll das noch so weitergehen? Zu Freunden eingeladen werden wir schon gar nicht mehr, verständlich, wer hat schon Lust auf eine so träge, langweilige Spassbremse? Im Haushalt bleibt auch alles liegen. Der Arzt sagt, dass alles in Ordnung ist und die Blutwerte jetzt gut sind. Kann das richtig sein? Was ist bloss mit ihr passiert? Früher war sie so engagiert, mutig und lebensfroh, jetzt bricht sie schon bei Kleinigkeiten in Tränen aus. Wo ist bloss die Frau geblieben die ich einst kennengelernt habe?“

Ich bin verzweifelt. Meine Frau hat Hashimoto und ist dadurch jetzt in einer Unterfunktion. Sie ist vollkommen erschöpft, emotional sehr labil und hat wie sie sagt überall unerträgliche Schmerzen. Es ist schlimm, weil sie gar nichts mehr auf die Reihe bekommt und ich nicht weiss, wie ich ihr helfen kann. Ausserdem hat sie sehr stark zugenommen, dabei war sie immer schlank. Ich kann so langsam nicht mehr glauben, dass alles von der Schilddrüse kommen soll. Unser Hausarzt sagt auch, dass die Schilddrüse inzwischen medikamentös gut eingestellt ist und dass sie vermutlich nun eine Depression hat. Aber das kann ich mir auch kaum vorstellen – sie war immer so lebensfroh und bis ihre Krankheit anfing hatten wir ein wunderschönes Leben.“

Was du brauchst, ist ...“
Das was chronisch kranke Menschen von ihrem Partner, Freunden und Familie brauchen ist keine Entmündigung, sondern vor allem Mitgefühl, Trost und Verständnis! Zahlreiche Schilddrüsenerkrankte sind sehr gut über ihre Krankheit informiert, haben ausführlich im Internet recherchiert und nicht selten mehrere, medizinische Bücher gelesen. Sie haben unzählige Ärzte und Heilpraktiker aufgesucht, diverse Therapien ausprobiert und pflegen einen regelmässigen Austausch mit anderen Betroffenen. Es ist deshalb sehr unwahrscheinlich, dass es ausgerechnet Ihre, sicher gut gemeinten, aber oft ungebetenen Ratschläge sind die zur Beschwerdefreiheit führen.

Täglich Tabletten einnehmen – das wäre nichts für mich! Es gibt immer eine andere Lösung ...“
Unter allen Ärzten dieser Welt herrscht Übereinstimmung darüber, dass die Schilddrüse das einzige Organ ist welches Schilddrüsenhormone produziert. Schilddrüsenhormone sind lebenswichtig! Wenn die Schilddrüse z. B. durch einen Autoimmunprozess zerstört oder operativ entfernt wurde springt nicht plötzlich die Leber ein und übernimmt die Schilddrüsenhormonsynthese. Ohne die tägliche Einnahme künstlich hergestellter Schilddrüsenhormone würde es betroffenen Patienten immer schlechter gehen, sie würden irgendwann in ein hypothyreotes Koma fallen und schliesslich sterben.

Für viele Betroffene der autoimmunen Schilddrüsenerkrankungen ist es ein riesengroßes Problem, dass es ihnen oftmals über lange Zeit sehr schlecht geht, aber diese Beschwerden nicht nur von ihrem sozialen Umfeld, sondern auch von vielen Ärzten bagatellisiert oder fälschlicherweise als psychosomatisch bedingt eingestuft werden. Anstatt Hilfe und Unterstützung zu erhalten geraten sie oft zusätzlich noch in einen Rechtfertigungszwang.

Einen Text zu eventuell trotz Therapie anhaltenden Krankheitssymptomen finden Sie im Rahmen dieser Homepage hier. Warum es gerade bei Schilddrüsenerkrankungen so häufig zu psychischen Fehldiagnosen kommt, können Sie hier nachlesen.
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