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Hier geht's zum aktuellen Beitrag aus der Wochenserie
Kosten der Schilddrüsendiagnostik und -therapie

Der Betrag der in Deutschland jedes Jahr für die Diagnose und Therapie von Schilddrüsenerkrankungen ausgegeben wird beläuft sich auf ca. 1.000.000.000 EUR.

Im Einzelnen sind das
ca. 350.000.000 EUR für Schilddrüsendiagnostik
ca. 300.000.000 EUR für Schilddrüsentherapeutika
ca. 250.000.000 EUR für Schilddrüsenoperationen
ca. 100.000.000 EUR für Radioiodtherapien
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Gesamtkosten: ca. 1.000.000.000 EUR

Kritik an den aktuellen Einsparungen: Geld regiert die Schilddrüsenwelt
Übrigens könnte man rund 1/4 dieser Kosten, d.h. jährlich rund 250.000.000 EUR tatsächlich einsparen, wenn endlich Schluss mit dem skandalösen Vorgehen wäre, dass die Pharmaindustrie die Preise für ihre Medikamente frei festlegt und die Krankenkassen gezwungen sind diese zu bezahlen. Dies ist in keinem anderen Land weltweit der Fall und genau deshalb sind Schilddrüsentherapeutika in Deutschland mit Abstand am teuersten.

Laboruntersuchung Hormone
Laboruntersuchung Antikörper
Sonstige Untersuchungen
IGeL-Leistungen
Behandlungskosten


Laboruntersuchung Hormone

Der TSH-Wert gilt unverändert als der wichtigste Laborwert zur Kontrolle der Schilddrüsenfunktionslage.
Kritik an der alleinigen TSH-Bestimmung zur Diagnose und Verlaufskontrolle von Schilddrüsenerkrankungen: Ist das TSH normal - fühlt der Patient sich optimal
Die einmalige Untersuchung des TSH kostet 3,00 EUR

Wenn zusätzlich die Gesamthormonkonzentrationen T3 und T4 bestimmt werden entstehen Kosten von 4,50 EUR
Die Bestimmung der Gesamthormonkonzentrationen war medizinisch noch nie empfehlenswert, belastete das Laborbudget des Arztes in der Vergangenheit aber deutlich weniger und wurde deswegen häufig veranlasst.

Seit 2007 übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen neben der Analyse des TSH nur noch die Bestimmung der freien Schilddrüsenhormone. Die Bestimmung der Konzentrationen der freien Hormone kostet pro Wert (fT3, fT4) jeweils 4,10 EUR.

Die einmalige Kontrolle der Schilddrüsenparameter (TSH, fT3 und fT4) kostet insgesamt nur 11,20 EUR!

Dennoch verweigern immer noch zahlreiche Ärzte ihren Patienten diese Leistung – oft mit fadenscheinigen Begründungen. Nachfolgend einige Beispiele:

Die Bestimmung der Gesamthormonkonzentrationen ist ausreichend.“ ... Dies ist nicht richtig, weil der größte Teil der Schilddrüsenhormone an Bindungseiweiße wie das Thyreoglobulin, Transthyretin (Präalbumin) und Albumin gebunden ist. Nur ein sehr geringer Teil der Schilddrüsenhormone liegt ungebunden vor. Da aber ausschließlich die freien Schilddrüsenhormone wirksam sind, ist es sinnvoller diesen Teil zu messen, als die Gesamthormonkonzentrationen (gebundene + freie Hormone). Außerdem ist die Messgenauigkeit bei der Bestimmung der freien Hormone höher als bei der Bestimmung der gebundenen Hormone.

Die Krankenkasse zahlt nur den TSH. Erst wenn dieser Wert pathologisch ist werden auch die Kosten für die Bestimmung der freien Hormone übernommen.“ ... Das ist falsch. Wenn der Arzt die Bestimmung aller drei Werte von Vornherein für erforderlich hält werden die Kosten dafür selbstverständlich von der Krankenkasse übernommen.

Nur das TSH ist wichtig - fT3 und fT4 haben praktisch keine Bedeutung.“ ... Nein! Das TSH ist insbesondere bei den autoimmunen Schilddrüsenerkrankungen kein sehr verlässlicher Parameter. Nur die Konzentrationen der freien Schilddrüsenhormone (besonders das stoffwechselaktive Hormon fT3) spiegeln die Versorgung des Körpers wieder.

Fazit: Nicht jeder Arzt verfügt über ausreichende Fachkompetenz um Schilddrüsenerkrankungen optimal zu behandeln. Insbesondere wenn dem Arzt sein Laborbudget wichtiger ist als die Patientengesundheit ist ein Arztwechsel unumgänglich.

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Laboruntersuchung Antikörper

TRAK: 11,20 EUR
TPO-AK: 8,70 EUR
Tg-AK: 8,70 EUR

TPO-AK und Tg-AK können durch den Arzt innerhalb eines Quartals nicht gleichzeitig abgerechnet werden!
Das ist medizinisch umstritten, weil bei einem Teil der Betroffenen der autoimmunen Schilddrüsenerkrankungen keine TPO-AK oder TRAK, sondern nur Tg-AK gefunden werden. Wenn nur die TRAK oder TPO-AK bestimmt werden, bleibt diese Patientengruppe un- bzw. falsch diagnostiziert. Damit sind unter Umständen auch therapeutische Konsequenzen verbunden. So wäre eine Behandlung mit einem Jodpräparat bei einem Antikörpernachweis als Kunstfehler zu werten. „Es ist nicht plausibel, wenn Antikörper der Schilddrüsendiagnostik in einem Quartal nicht gleichzeitig abrechenbar sind: TPO oder Tg-Ak. Bei 10% der autoimmunen Schilddrüsenerkrankungen findet man ausschließlich Tg-Ak, diese Patienten bleiben alle falsch diagnostiziert, wenn nur TPO bestimmt werden, dies hat auch therapeutische Folgen, da sich bei Antikörpernachweis z. B. eine Jodidtherapie verbietet (Kunstfehler).“ (R. Finke: „Gemeinsamer Brief von DGE und BDE an Herrn Dr. Köhler vom Juni 2004“, Mit Dt Ges Endok 2005, 1: 17 – 18)

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Sonstige Untersuchungen

Sonografie: 8,40 EUR (seit der Gesundheitsreform 2009)
Szintigrafie: 10,49 EUR


Fazit: Eine umfassende Schilddrüsendiagnostik kostet ca. 60,- EUR! Das sind ungefähr 25 % des durchschnittlichen, monatlichen Krankenversicherungsbeitrages eines gesetzlich Krankenversicherten.

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IGeL-Leistungen

Immer häufiger werden Patienten genötigt die genannten Untersuchungen im Rahmen der individuellen Gesundheitsleistungen (IGeL) durchführen zu lassen. Diese IGeL-Leistungen erfolgen vermeintlich auf Wunsch des Patienten da sie medizinisch angeblich nicht notwendig sind und werden im Rahmen einer Privatbehandlung durch den Arzt erbracht. Die Kosten dafür müssen vom Patienten selbst getragen werden. Die Abrechnung dieser Kosten erfolgt auf Grundlage der amtlichen Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ), wobei statt des einfachen Satzes, den die gesetzliche Krankenkasse übernehmen würde, dem Patienten ein höherer (bis zu 3,5 facher Satz) in Rechnung gestellt wird.

Beispielsweise:
TSH, fT4 und fT3 jeweils 14,57 bzw. 16,76 EUR
Antikörper (TRAK, TPO-AK, Tg-AK) bis zu 34,19 EUR pro Wert
Sonografie: 23,31 EUR
Szintigrafie: 36,73 EUR

ABER: Die Diagnose, Verlaufskontrolle und Behandlung von Schilddrüsenerkrankungen sind medizinisch notwendige Leistungen, deren Kosten von den gesetzlichen Krankenversicherungen übernommen werden.

Ein niedergelassener Kassenarzt erhält ca. 40,- EUR pro Patient und Quartal für den Gesprächs- und Beratungsaufwand egal wie oft er von einem Patienten in diesem Zeitraum aufgesucht wird. Ausschliesslich auf Privatrechnung tätige Ärzte verlangen zwischen 100 und 180,- EUR pro Termin. Wenn Privatärzte mit Formulierungen wie „nimmt sich sehr viel Zeit“, „hört geduldig zu“, „erklärt Befunde und Therapie ausführlich“ etc. beschrieben werden, sollte man diese Tatsache fairerweise berücksichtigen.

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Behandlungskosten

Mehr als 8.000.000 Menschen nehmen in Deutschland täglich Schilddrüsenmedikamente ein.
Schilddrüsenkranke Patienten werden zu den „Verdünnerscheinen“ gezählt, weil sie oft nur einmal im Quartal kommen, um ohne Arztkontakt oder weitergehende Behandlung ein neues Rezept abzuholen.

Eine 3-Monats-Packung L-Thyroxin kostet in Deutschland im Schnitt 15,- EUR.
(Im Ausland kosten die gleichen Präparate oftmals nur 1/5 bis 1/10 dieses Preises.)
Davon erhält circa
5,80 EUR die Apotheke
0,50 EUR der Großhändler
3,55 EUR die Herstellerfirma
2,85 EUR der Staat
2,30 EUR die Krankenkasse

Die Durchführung einer Radioiodbehandlung kostet zwischen 1500 und 1900,- EUR.
Deutschlandweit erhalten annähernd 60.000 Patienten pro Jahr eine Radioiodtherapie.

Die Fallpauschale für eine Schilddrüsenoperation liegt bei 2500,- EUR.
Rund 100.000 Schilddrüsenkranke werden pro Jahr an der Schilddrüse operiert.

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