- Hinweise
für Laufanfänger
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Selbstverständlich
kann man auch mit Ausdauersport neu oder wieder anfangen, wenn
man an der Schilddrüse erkrankt ist. Im Unterschied zu
gesunden Sportlern müssen Schilddrüsenkranke aber
verschiedene Aspekte berücksichtigen.
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Grundsätzlich
gilt, wer älter als 40 Jahre ist, einen BMI über 30
hat, raucht oder längere Zeit geraucht hat, zusätzlich
unter Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Krankheiten des
Bewegungsapparates leidet sollte sich vor Aufnahme eines
regelmässigen sportlichen Trainings unbedingt einer
sportmedizinischen Untersuchung unterziehen.
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Am
Anfang sollte man die Erwartungshaltung an sich selbst nicht zu
hoch schrauben, also nicht gleich davon ausgehen, dass man in 6
Wochen 30 Minuten am Stück laufen kann und in 12 Monaten
seinen ersten Marathon beendet. Für die Gesundheit und das
Durchhaltevermögen ist es besser, sich realistische Ziele
zu setzen die man auch erreichen kann.
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Es
ist sehr wichtig die eigenen Belastungsgrenzen zu respektieren.
Schilddrüsenerkrankungen haben oft ein dauerhaft
verändertes Leistungsvermögen zur Folge, wobei der
Krankheitsverlauf von
Stoffwechselstörungen/Autoimmunerkrankungen individuell so
unterschiedlich ist wie die Menschen die davon betroffen sind.
Während der eine durch die Schilddrüsenhormontherapie
weitgehend beschwerdefrei ist, hat der andere immer wieder mit
Leistungseinbrüchen zu kämpfen.
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Um
möglichst effektiv mit dem Laufen anzufangen, ist es
sinnvoll die eigene Verfassung im Tagesverlauf zu beobachten und
zu berücksichtigen. Also zunächst das Laufen zu
unterschiedlichen Tageszeiten ausprobieren und später dann
möglichst während des Tageshochs aktiv werden.
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Während
des ersten halben Jahres ist es besser nicht täglich,
sondern nur 2 - 3 Mal die Woche zu trainieren. Muskeln, Sehnen,
Bänder, Gelenke und Knochen müssen sich erst an die
Belastung gewöhnen und brauchen zwischendurch ausreichend
Zeit um sich zu regenerieren. Dies gilt besonders wenn anfangs
noch Übergewicht besteht welches zuerst abgebaut werden
muss.
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Beim
langsamen Laufen (aerobes Training = ausgeglichene
Sauerstoffbilanz) erfolgt die Energiegewinnung vorwiegend durch
Fettsäurezerlegung unter Schonung der Glykogenvorräte.
Beim schnellen Laufen (anaerobes Training = Sauerstoffschuld)
erfolgt die Energiebereitstellung hauptsächlich durch
Glucoseabbau. Wichtig: Auf Heisshungerattacken und Hypoglykämien
(ohnehin häufig bei Schilddrüsenunterfunktion) nach
dem Training achten.
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Die
kohlehydratreiche Ernährung, wie sie sonst für
Ausdauersportler empfohlen wird ist für übergewichtige
Hashimoto-Thyreoiditis-Erkrankte nur bedingt geeignet. Durch den
bei ihnen gestörten Kohlehydratstoffwechsel gelingt es so
trotz insgesamt kalorienbewusster Ernährung und Sport nicht
die überflüssigen Pfunde zu reduzieren. Deshalb ist es
empfehlenswert eine ausgewogene Mischkost beizubehalten.
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Die
gesunde Schilddrüse produziert bei körperlicher
Anstrengung mehr Hormone. Für Patienten die aufgrund einer
Schilddrüsenerkrankung dauerhaft ihren kompletten
Schilddrüsenhormonbedarf substituieren bedeutet dies, dass
sich bei regelmässiger sportlicher Betätigung ihr
Schilddrüsenhormonbedarf erhöht und sie ihre
Medikamentendosis anpassen müssen. Umgekehrt kommt es bei
längeren Bewegungspausen z.B. während eines
Krankheitsschubs oder aufgrund anderer akuter Erkrankungen oft
zu einer unerwarteten Überfunktionssymptomatik weil die
Medikamentendosis dann zu hoch ist.
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Die
Schilddrüsenfunktion wird durch äußere
Temperaturreize beeinflusst. Schilddrüsenkranke haben bei
deutlichen Temperaturschwankungen oder extremer Kälte bzw.
Hitze oft Anpassungsschwierigkeiten (verstärkte
Wetterfühligkeit). Deshalb ist es sinnvoll als
untrainierter Anfänger nur bei moderaten Temperaturen von
5°C bis 25°C zu trainieren.
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Wer
sich an der Grenze zur Unterfunktion befindet (niedriges fT3 und
fT4) fühlt sich direkt nach dem Laufen oft schlechter (T3
sinkt ab, weil T4 fehlt), während
Hashimoto-Thyreoiditis-Betroffene mit relativ hohen fT4-Werten
und im Verhältnis dazu eher niedrigen fT3-Werten sich
unmittelbar nach dem Joggen häufig besser fühlen.
Ersteres liegt an dem durch Sport gesteigerten Verbrauch
(besonders an T3), während letzteres darauf zurückzuführen
ist, dass Sport eine verstärkte Umwandlung von T4 in T3 zur
Folge hat.
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Die
Beinmuskulatur (Muskelschmerzen, -krämpfe, - härten),
die Atemmuskulatur (schnell aus der Puste sein, nicht richtig
durchatmen können) und die Bauchmuskulatur (Seitenstechen)
sind bei Hashimoto-Thyreoiditis-Betroffenen oft trotz
behandelter Schilddrüsenunterfunktion beeinträchtigt.
Zahlreiche Patienten berichten, dass sie längere
Aufwärmphasen benötigen sowie nach einer sportlichen
Betätigung eher unter einem starken Muskelkater leiden. In
diesem Zusammenhang sollte abgeklärt werden, ob ein
Eisenmangel vorliegt (Schätzungen zufolge leiden mehr als
70% aller Hashimoto-Thyreoiditis-Erkrankten während einer
Schilddrüsenunterfunktionsphase darunter). Ebenfalls
hilfreich kann die Einnahme von Magnesium sein. Allerdings gibt
es auch Schilddrüsenkranke bei denen sich dadurch eine
bestehende Muskelschwäche weiter verschlechtert.
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