- Definition
& Ursachen
-
-
Die Schilddrüse
befindet sich vorne am Hals. Sie liegt vor der Luftröhre,
knapp unterhalb des Kehlkopfes. Von vorne betrachtet hat die
Schilddrüse ungefähr die Form eines Schmetterlings.
Obwohl sie mit 15 - 25 g ein Leichtgewicht ist, sind die von ihr
produzierten Hormone echte Multitalente. Nahezu alle Organe
werden durch die Schilddrüsenhormone Thyroxin (T4) und
Trijodthyronin (T3) beeinflusst.
-
-
Bei
der Hashimoto-Thyreoiditis (Autoimmunthyreoiditis) handelt es
sich um eine chronische Entzündung der Schilddrüse.
Diese Entzündung wird allerdings nicht durch Viren oder
Bakterien ausgelöst, sondern geht zurück auf eine
Fehlsteuerung im Immunsystem. Die Abwehrzellen des Immunsystems
richten sich dabei nicht wie normalerweise gegen körperfremde
Eindringlinge, sondern greifen fälschlicherweise
körpereigenes Gewebe an. Deswegen zählt man die
Hashimoto-Thyreoiditis auch zu den Autoimmunerkrankungen.
Benannt ist die Hashimoto-Thyreoiditis nach ihrem Entdecker, dem
japanischen Arzt Dr. Hakaru Hashimoto, der diese Erkrankung
erstmals 1912 beschrieb. Bei der Hashimoto-Thyreoiditis gibt es
zwei unterschiedliche Verlaufsformen. Zum einen die hypertrophe
Variante, die durch unkontrolliertes Wachstum von
Schilddrüsenzellen zu einer Vergrößerung der
Schilddrüse führt und zum anderen die atrophe
Variante, bei der Schilddrüsengewebe zerstört und
abgebaut wird (die Schilddrüse wird kleiner). In
Deutschland häufiger ist die atrophe Form, sie tritt bei
rund 80 % der Erkrankten auf.
-
-
Die
genauen Ursachen und Auslöser für die Entstehung der
Hashimoto-Thyreoiditis sind noch nicht ausreichend
wissenschaftlich erforscht. Vermutet wird jedoch, daß es
nicht eine einzige Ursache gibt, sondern daß mehrere
Faktoren zusammentreffen müssen, damit es tatsächlich
zum Krankheitsausbruch kommt. Von einer genetischen Veranlagung,
chronischen Infektionen, langandauernden, stressigen
Lebensphasen, Veränderungen der Sexualhormone
(Schwangerschaft, Wechseljahre), übermäßiger
Jodzufuhr, Rauchen, Amalgam bis hin zu einem Anstieg der
Krankheitshäufigkeit nach dem Reaktorunfall von Tchernobyl
werden diverse Auslöser diskutiert.
|