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Allgemeine
Informationen zum Krankheitsbild Hashimoto-Thyreoiditis
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Diesen Text gibt es
außer in deutsch auch noch in englisch
und
französisch
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Definition
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Ursachen
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Diagnose
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Krankheitsverlauf
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Krankheitssymptome
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Therapie
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Die
Hashimoto-Thyreoiditis gilt allgemein als harmlose
Bagatellerkrankung, die keine oder kaum Beschwerden verursacht
und die beobachtet, aber nicht unbedingt behandelt werden muss.
Oft ist sie tatsächlich nur ein Zufallsbefund bei einer
umfangreicheren Routineuntersuchung, manchmal wird sie aber auch
erst nach einem jahrelangen Leidensweg mit unzähligen
Fehldiagnosen entdeckt. Im Hinblick darauf ist es ein Skandal,
wie unzureichend die Kenntnisse von niedergelassenen Ärzten
über diese, mit rund 10 % Betroffenen in der
Gesamtbevölkerung, recht häufig auftretende Erkrankung
sind.
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Die
Hashimoto-Thyreoiditis ist keine Befindlichkeitsstörung,
die man vernachlässigen kann, sondern eine chronische
Erkrankung, die einer konsequenten und individuell angepaßten
Behandlung bedarf. Durch diese Schilddrüsenerkrankung
vielleicht sogar dauerhaft in der Lebensqualität
beeinträchtigt zu sein ist weder Ausdruck einer
übertriebenen Wehleidigkeit noch Zeichen für eine
Willensschwäche. Die Hashimoto-Thyreoiditis ist keine
psychosomatische Erkrankung!
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In etlichen Fällen
ist die viel zu spät einsetzende Behandlung die
Hauptursache dafür, daß nicht mehr alle Symptome voll
reversibel sind. Erschwerend kommt hinzu, daß nur die
Schilddrüsenunterfunktion ausgeglichen, nicht aber die
zugrunde liegende Autoimmunerkrankung, die auch Beschwerden
verursacht, behandelt werden kann.
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Definition:
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Die Schilddrüse
befindet sich vorne am Hals. Sie liegt vor der Luftröhre,
knapp unterhalb des Kehlkopfes. Von vorne betrachtet hat die
Schilddrüse ungefähr die Form eines Schmetterlings.
Obwohl sie mit 15 - 25 g ein Leichtgewicht ist, sind die von ihr
produzierten Hormone echte Multitalente. Nahezu alle Organe
werden durch die Schilddrüsenhormone Thyroxin (T4) und
Trijodthyronin (T3) beeinflusst.
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Bei der
Hashimoto-Thyreoiditis (Autoimmunthyreoiditis) handelt es sich
um eine chronische Entzündung der Schilddrüse. Diese
Entzündung wird allerdings nicht durch Viren oder Bakterien
ausgelöst, sondern geht zurück auf eine Fehlsteuerung
im Immunsystem. Die Abwehrzellen des Immunsystems richten sich
dabei nicht wie normalerweise gegen körperfremde
Eindringlinge, sondern greifen fälschlicherweise
körpereigenes Gewebe an. Deswegen zählt man die
Hashimoto-Thyreoiditis auch zu den Autoimmunerkrankungen.
Benannt ist die Hashimoto-Thyreoiditis nach ihrem Entdecker, dem
japanischen Arzt Dr. Hakaru Hashimoto, der diese Erkrankung
erstmals 1912 beschrieb. Bei der Hashimoto-Thyreoiditis gibt es
zwei unterschiedliche Verlaufsformen. Zum einen die hypertrophe
Variante, die durch unkontrolliertes Wachstum von
Schilddrüsenzellen zu einer Vergrößerung der
Schilddrüse führt und zum anderen die atrophe
Variante, bei der Schilddrüsengewebe zerstört und
abgebaut wird (die Schilddrüse wird kleiner). In
Deutschland häufiger ist die atrophe Form, sie tritt bei
rund 80 % der Erkrankten auf.
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Ursachen:
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Die genauen Ursachen
und Auslöser für die Entstehung der
Hashimoto-Thyreoiditis sind noch nicht ausreichend
wissenschaftlich erforscht. Vermutet wird jedoch, daß es
nicht eine einzige Ursache gibt, sondern daß mehrere
Faktoren zusammentreffen müssen, damit es tatsächlich
zum Krankheitsausbruch kommt. Von einer genetischen Veranlagung,
chronischen Infektionen, Streß, Veränderungen der
Sexualhormone (Schwangerschaft, Wechseljahre), übermäßiger
Jodzufuhr, Rauchen, Amalgam bis hin zu einem Anstieg der
Krankheitshäufigkeit nach dem Reaktorunfall von Tchernobyl
werden diverse Auslöser diskutiert.
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Diagnose:
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Erste Hinweise auf
das Vorliegen einer Schilddrüsenerkrankung ergeben sich aus
der Blutuntersuchung. Bei der Hashimoto-Thyreoiditis muß
dabei zwischen den Hormonen (TSH, fT3, fT4), welche die
Schilddrüsenfunktionslage beschreiben und den Antikörpern
(TPO-AK, Tg-AK, TRAK), die für die Diagnose wegweisend
sind, unterschieden werden. Unabhängig davon, ob diese
Blutwerte noch im Normalbereich liegen oder bereits verändert
sind, sollte bei für eine Schilddrüsenerkrankung
typischen Beschwerden eine Sonografie duchgeführt werden.
Denn besonders im Anfangsstadium der Hashimoto-Thyreoiditis ist
die Funktion der Schilddrüse oft noch nicht eingeschränkt,
da der entzündliche Zerstörungsprozeß eher
schleichend verläuft und es somit auch nur sehr langsam zu
einem meßbaren Funktionsverlust kommt. Ein TSH um die 2
uIU/ml kann deshalb schon ein Indiz dafür sein, daß
eine Unterfunktion vorliegt. Auch das Fehlen von Antikörpern
schließt eine Hashimoto-Thyreoiditis nicht zwingend aus.
Beweisend ist die Sonografie der Schilddrüse mit der
Entzündungen und Größenveränderungen
eindeutig nachzuweisen sind! Wird dabei ein Schilddrüsenvolumen
kleiner 10 ml festgestellt, kann dies ebenfalls ein Hinweis auf
eine Hypothyreose sein. In Einzelfällen können auch
weitere Untersuchungen wie ein TRH-Test, eine Szintigrafie oder
eine Gewebeentnahme (Schilddrüsenpunktion) notwendig sein.
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Krankheitsverlauf:
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Bedingt durch die
Entzündung kommt es zu Beginn der Erkrankung zu einer
Zerstörung der Hormonspeicher in der Schilddrüse,
wodurch die darin enthaltenen Hormone freigesetzt werden und
Überfunktionssymptome (z. B. Schwitzen, Unruhe,
Reizbarkeit, Zittern, Durchfall, Gewichtsabnahme) auftreten
können. Diese Phase wird auch als Hashitoxikose bezeichnet.
Je mehr Schilddrüsengewebe dann im weiteren Verlauf durch
die Entzündung zerstört wird, desto wahrscheinlicher
wird es, daß die geschädigte Schilddrüse nicht
mehr genug Homone produzieren kann, um den gesamten Organismus
ausreichend damit zu versorgen. Langfristig kommt es deshalb
fast immer zu einer Hypothyreose (Schilddrüsenunterfunktion).
Die Hashimoto-Thyreoiditis ist nicht heilbar!
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Krankheitssymptome:
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Die Beschwerden, die
durch eine Hashimoto-Thyreoiditis verursacht werden können,
sind ausgesprochen vielseitig, weil sie nicht nur im Bereich der
Schilddrüse auftreten, sondern sehr unterschiedliche
Organsysteme betreffen können.
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Zu welchen z. T.
paradoxen Beschwerden es im Einzelfall kommt und auch die
Schwere der Symptome ist individuell unterschiedlich.
Beeinträchtigungen sind in folgenden Bereichen möglich:
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Lokalsymptome:
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Missempfindungen im
Hals, Heiserkeit, Halsschmerzen, Kloßgefühl, ziehende
Schmerzen im Bereich der Schilddrüse, lokale Hautrötungen,
Schmerzen im Gesicht, Zahnschmerzen
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Haut und Haare:
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Lidödeme,
trockene Haut, Juckreiz, gelbliche Färbung der Haut,
brüchige Fingernägel, Neigung zu blauen Flecken,
strohige Haare, Haarausfall
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Herz-Kreislauf-System:
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Herzrasen,
Schwindel, diastolischer Bluthochdruck z. B. 140 : 110 (selten:
niedriger Blutdruck), langsamer Puls (selten: schneller Puls),
erschwerte Atmung
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Energie- und
Fettstoffwechsel:
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Gewichtszunahme
(selten: Gewichtsabnahme), Kältegefühl, Erschöpfung,
Schwäche, Lethargie, niedrige Körpertemperatur
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Magen-Darm-System:
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Appetitlosigkeit,
Übelkeit, Sodbrennen, Bauchschmerzen, Blähungen,
Verstopfung (selten: Durchfall)
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Muskeln und
Gelenke:
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Muskelschwäche,
Muskelverspannungen (Muskelhärten), Gelenkschmerzen,
Karpaltunnelsyndrom (nächtliches Einschlafen der Finger u.
Hände)
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Psyche:
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Weinerlichkeit
(selten: Reizbarkeit), Depressivität, Konzentrations- u.
Gedächtnisstörungen, Nervosität, Panikattacken,
Stimmungsschwankungen
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Sexualhormone:
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PMS, Brustspannen,
Zyklusstörungen, ungewollte Kinderlosigkeit, sexuelle
Unlust
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Therapie:
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Die einzige
schulmedizinisch mögliche Behandlungsmethode der
Hashimoto-Thyreoiditis besteht in dem lebenslangen Ersatz der
fehlenden Schilddrüsenhormone, d. h. Ausgleich der
Schilddrüsenunterfunktion durch die tägliche Einnahme
künstlich hergestellter Schilddrüsenhormone. Die
Ursache der Hashimoto-Thyreoiditis ist durch diese
Schilddrüsenhormontherapie jedoch nicht beeinflußbar.
Wichtig ist in dem Zusammenhang, daß die
Schilddrüsenhormondosis nur langsam (wochenweise um 25 µg)
gesteigert wird und daß bei den regelmäßig
notwendigen Therapiekontollen (ca. alle 3 - 6 Monate) das
Thyroxinpräparat am Untersuchungstag nicht eingenommen
wird!
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Bei den mit Abstand
am häufigsten verwendeten Schilddrüsenhormonpräparaten
handelt es sich um Monopräparate, die Levothyroxinnatrium
(T4) als alleinigen Wirkstoff enthalten. Zur Behandlung einer
durch die Hashimoto-Thyreoiditis bedingten
Schilddrüsenunterfunktion stehen neben dieser
Standardtherapie mit T4 auch Präparate zur Verfügung,
die T3 enthalten. Diese Medikamente gibt es als Monopräparate
oder als Kombinationspräparate, welche neben T3 auch T4
enthalten. Darüber hinaus gibt es noch sogenannte
natürliche Schilddrüsenhormonpräparate, die aus
getrockneten Schweineschilddrüsen hergestellt werden. Diese
Medikamente sind in Deutschland nicht zugelassen, können
aber nach Verordnung durch einen in Deutschland niedergelassenen
Arzt auf Privatrezept über internationale Apotheken, z. B.
aus den USA, besorgt werden.
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Vielen Betroffenen
ist dank einer individuell angepaßten Therapie mit
Thyroxinpräparaten ein weitgehend beschwerdefreies Leben
möglich. Leider gibt es aber auch Erkrankte, die aufgrund
anhaltender Symptome dauerhaft in ihrer Lebensqualität
beeinträchtigt sind und für die es kaum alternative
Behandlungsmöglichkeiten gibt.
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Auf die Zufuhr von
Jod (insbesondere in Form von Nahrungsergänzungsmitteln und
Medikamenten) soll verzichtet werden, weil im Bestreben das Jod
zu verarbeiten die kranke Schilddrüse in ihrer Aktivität
sonst nur noch gefördert und damit der Autoimmunprozeß
unnötig angeheizt würde.
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Die tägliche
Einnahme von 200 µg des Spurenelements Selen kann neueren
Studien zufolge die spezifischen Antikörper (TPO-AK u.
Tg-AK) senken. Selen wirkt dabei als Antioxidans (Radikalfänger)
und vebessert die Funktionsfähigkeit des Immunsystems. Für
die Umwandlung des Schilddrüsenhormons T4 (eine Art
Speicherform) in die stoffwechselaktive Form T3 ist das Enzym
Jodthyronin-5-Dejodase zuständig, welches wiederum von
Selen abhängig ist.
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In seltenen
Ausnahmefällen, z. B. bei einer deutlichen Vergrößerung
der Schilddrüse oder auch bei anhaltenden
Einstellungsproblemen, kann eine Operation notwendig werden.
Leider garantiert aber auch eine Operation keine anschließende
Beschwerdefreiheit.
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Das bisher einzige
Buch zu dieser Erkrankung ist:
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„Leben mit
Hashimoto-Thyreoiditis“ von Leveke Brakebusch u. Armin E.
Heufelder, Zuckschwerdt-Verlag
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Das
Buch ist informativ und verständlich geschrieben. Für
neu diagnostizierte Betroffene ist es sehr empfehlenswert, weil
es einen soliden ersten Überblick über das
Krankheitsbild Hashimoto-Thyreoiditis vermittelt. ...“
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erstellt am 02.07.05, aktualisiert am 25.09.09
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