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Studie zum Zusammenhang zwischen der Hashimoto-Thyreoiditis und einem ACTH-Mangel
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Dr. Gwendolyn Bender

Hintergrund

Wir von der Endokrinologie der Uniklinik Würzburg planen in Zusammenarbeit mit der Uniklinik München eine Studie über die Hashimoto Thyreoiditis. Dafür suchen wir Hashimotopatienten, insbesondere solche, die zu Müdigkeit und Leistungsschwäche neigen. Aber auch Hashimotopatienten, die beschwerdefrei sind, sind uns sehr willkommen.

Wie Sie sicher wissen, handelt es sich bei der Hashimoto-Thyreoiditis um eine Autoimmunerkrankung, dies bedeutet, dass das Immunsystem sog. Antikörper bildet, die körpereigenes Gewebe - in Ihrem Fall der Schilddrüse – angreifen bzw. zerstören. Es wurde beobachtet, dass bei Patienten mit wenigen bzw. gar keinen Schilddrüsen-antikörpern gelegentlich ein isolierter ACTH-Mangel besteht, d.h., dass ACTH, ein Hormon aus der Hypophyse (Hirnanhangsdrüse), nicht genügend ausgeschüttet wird und als Folge auch weniger vom wichtigen Stoffwechselhormon Cortisol gebildet wird. Man vermutet, dass die Antikörper, die gegen die Zellen der Schilddrüse gerichtet sind, ebenfalls die ACTH-bildenden Zellen angreifen. Patienten mit einem solchen ACTH-Mangel fühlen sich meistens müde und leistungsschwach trotz optimaler Therapie ihrer Schilddrüsenerkrankung. Um diesen Zusammenhang zwischen der Hashimoto-Thyreoiditis und einem isoliertem ACTH-Mangel genauer zu untersuchen, möchten wir Sie bitten an unserer Studie teilzunehmen. Mit dieser Entscheidung können Sie dazu beitragen, dass ein ACTH-Mangel, sollte er bei Ihnen vorliegen, unter diesen Umständen eher erkannt und korrekt behandelt wird, damit Sie wieder beschwerdefrei sind!

Ablauf

Unsere Studie findet an den Unikliniken Würzburg und München statt. Dafür sind zwei Termine geplant, bei denen die jeweiligen Untersuchungen nicht sehr aufwändig sind: Am ersten Tag erfolgt eine Befragung zu Ihrer Krankengeschichte und eine kurze körperliche Untersuchung. Es wird bei Ihnen Blut abgenommen, um Schilddrüsenwerte, Schilddrüsen-antikörper, ACTH sowie den Cortisolspiegel zu bestimmen. Sie werden zu dem Zeitpunkt noch einmal ausführlich von unseren Ärzten über die Studie aufgeklärt. Bei Vorliegen Ihrer Einverständniserklärung und entsprechenden Untersuchungsergebnissen können Sie an der Studie teilnehmen. Beim zweiten Termin machen wir einen sog. ACTH-Stimulationstest, bei dem eine geringe Dosis ACTH gespritzt wird und nach einer halben Stunde noch mal Blut abgenommen wird, um Veränderungen bei den Werten von Cortisol zu messen. Dieser Test wird in der Klinik oft angewendet und ist sehr risikoarm, da eine körpereigene Substanz gespritzt wird. Unser Ziel ist es dabei zu überprüfen, ob die Nebennierenrinde auf den ACTH-Reiz hin genügend Cortisol ausschüttet. Die gemessenen Werte und Ihre Patientendaten werden selbstverständlich vertraulich behandelt und in unserer Studie anonym ausgewertet.

Einschlusskriterien

1. Gesicherte Diagnose (nicht „Verdacht auf“) Hashimoto-Thyreoiditis durch Ultraschall (klein und echoarme Schilddrüse), Schilddrüsenantikörper gegen TPO und Tg oder TSH > 10 (Hypothyreose) bei Erstdiagnose.
2. Stabile Euthyreose (Schilddrüsenwerte im Normbereich) unter Therapie in den letzten 3 Monaten (L-Thyroxin-Substitution).
3. Vollendetes 18. Lebensjahr.

Ausschlusskriterien

1. Andere Ursachen einer Hypothyreose (chirurgisch, angeboren, nach Bestrahlungstherapie).
2. Schwangerschaft oder Stillzeit.
3. Einnahme oraler Kontrazeptiva (Einschluss erst nach einem Monat nach Absetzen möglich)!
4. Einnahme von Glukokortikoiden ! (Kortison) in jeglicher Form (Tabletten, Inhalationsspray, Hautpflaster oder als Spritze) in den letzten 2 Monaten.

Kontakt

Schwerpunkt Endokrinologie der Uniklinik Würzburg in Zusammenarbeit mit der Uniklinik München
Studienleiter: Prof. Dr. Bruno Allolio

Falls wir nun Ihr Interesse geweckt haben und Sie uns mit Ihrer Teilnahme an der Studie dabei helfen möchten, neue Erkenntnisse über Ihre Krankheit zu gewinnen, melden Sie sich bitte. Auch für Rückfragen jeglicher Art stehen wir gerne zur Verfügung!

Wichtig: Die Studie ist inzwischen abgeschlossen, d.h. es werden keine Teilnehmer mehr gesucht!

Dr. Gwendolyn Bender
Endokrinologie der Uniklinik Würzburg
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Inzwischen gibt es verschiedene Bücher, die sich ausschließlich mit den Autoimmunerkrankungen der Schilddrüse beschäftigen:
Empfehlenswerte Patientenratgeber sind allerdings nur die Bücher „Leben mit Hashimoto-Thyreoiditisund „Leben mit Morbus Basedowvom Autorenteam Leveke Brakebusch und Armin E. Heufelder. Für Ärzte interessant ist Michael Meilinger's Buch „Autoimmunerkrankungen der Schilddrüse, von Basedow bis Hashimoto: Welche Rolle spielt die Genetik?, welches einen eindeutig wissenschaftlichen Anspruch hat. Als Ergänzung für Hashimoto-Thyreoiditis-Betroffene ist auch noch der persönliche Erfahrungsbericht von Ines Schröder „Wo ist der Sommer?lesenswert. Der Erfahrungsbericht „Fremde Augen in meinem Gesichtvon Ulrike Brocke hat ein sehr geteiltes Echo hervorgerufen und ist momentan ohnehin nur noch gebraucht zu erwerben. Nicht empfehlen kann ich das Buch von Berndt Reger „Hashimoto & Basedow. Ganzheitliche Behandlung der Autoimmunerkrankungen der Schilddrüse. Lesen Sie hier meine ausführliche Buchrezension.
Homepage erstellt am 22.03.05, aktualisiert am 02.09.11.
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