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Weitgehender Konsens
herrscht darüber, dass Unter- und Überfunktionen der
Schilddrüse einen Einfluss auf die weibliche Fertilität
haben. Nur wenig Berücksichtigung findet hingegen die
Tatsache, dass bereits das Vorhandensein von
Schilddrüsenautoantikörpern (ohne dass eine Hypo- oder
Hyperthyreose vorliegt) in einigen Fällen zu
Zyklusstörungen führt. "Eine Reihe von
Untersuchungen der letzten Jahre beschäftigte sich mit der
Frage, ob der alleinige Nachweis von Schilddrüsenantikörpern
Einfluss auf die weibliche Fertilität besitzt. Dabei
zeigten mehrere Literaturstellen, dass positive TPO-Antikörper
für rund 20 Prozent der Zyklusstörungen junger Frauen
verantwortlich gemacht werden können." (G.
Hintze, H. Fink: „Aktuelle Schilddrüsendiagnostik und
-therapie bei Fertilitätsstörungen und
Schwangerschaft“, Wissenschaft u. Praxis 2004, 12: 576 –
578)
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Weit schwerwiegender
ist in diesem Zusammenhang jedoch das erhöhte
Fehlgeburtsrisiko von Frauen mit einer autoimmunen
Schilddrüsenerkrankung welches bereits in mehreren
wissenschaftlichen Studien nachgewiesen wurde.
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"Der
Zusammenhang zwischen dem Nachweis von
Schilddrüsenautoantikörpern und gehäuften
Fehlgeburten wurde in der Vergangenheit beschrieben und intensiv
untersucht. In den meisten Studien wird eine positive
Korrelation zwischen der Höhe des
Schilddrüsenautoantikörpertiters und dem
Abortgeschehen berichtet. Es sind aber keine beweisenden,
kontrollierten und randomisierten Daten publiziert, die diesen
Sachverhalt überprüft und bewiesen hätten. So
berichten Poppe et al. über eine hohe
ART-Schwangerschaftsrate bei Frauen mit
Schilddrüsenautoantikörpern. Aber die Fehlgeburtenrate
war mit 53 % im Vergleich zu 23 % bei den Frauen ohne
Schilddrüsenautoantikörper signifikant erhöht. Im
Gegensatz dazu berichten andere Autoren sowohl über eine
reduzierte Schwangerschaftsrate als auch, wie schon aus früheren
Untersuchungen bekannt, über eine erhöhte Abortrate.
Die Arbeitsgruppe von Poppe et al. gibt zwei Theorien für
die hohe Abortrate an: eine immunologische Ursache oder eine
sich im ART-Zyklus entwickelnde Schilddrüsenunterfunktion
durch den estrogenbedingten Anstieg des Thyroxin-bindenden
Globulins mit resultierender Abnahme des freien Thyroxins. Auch
Stagnaro-Green et al. [und Lejeune et al. berichten bei
euthyreoten Frauen mit Schilddrüsenautoantikörpern ein
erhöhtes Risiko für Fehlgeburten. Außerdem
wurden Schilddrüsenautoantikörper bei Frauen mit
anamnestisch bekannter habitueller Abortneigung vermehrt
nachgewiesen. Zusammenfassend können
Schilddrüsenautoantikörper somit als Hinweis für
ein Abortrisiko gewertet werden." (M.
Bals-Pratsch, S. Reichel, B. Seifert, B. Zietz:
"Autoimmunthyreopathie und Kinderwunschbehandlung –
Überlegungen zu einem empirischen Behandlungskonzept",
J Repr med Endok 2005, 2(2): 90 – 95)
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Insgesamt sind die
hormonellen Schwankungen im Zusammenhang mit einer
Schwangerschaft für Frauen mit einer Hashimoto-Thyreoiditis
oder einem Morbus Basedow nicht immer ganz einfach zu
bewältigen. Auch die sogenannte Wochenbettdepression ist
bei Hashimoto-Thyreoiditis-Erkrankten häufiger als bei
schilddrüsengesunden Frauen. Positive
Schilddrüsenautoantikörper (TPO-AK), wenn sie während
der Schwangerschaft gemessen werden, sind ein Risikofaktor für
die Entwicklung einer postpartalen Depression (J.
L. Kuijpens, H. L. Vader, H. A. Drexhage, W. M. Wiersinga, M. J.
van Son, V. J. M. Pop: „Thyroid peroxidase antibodies
during gestation are a marker for subsequent depression
postpartum“, Eur J Endoc 2001, 5(145): 579 – 584).
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