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Einschränkungen
der Lebensqualität trotz Therapie
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„Nehmen Sie
Ihre Hormone und dann ist alles gut !?“ Es wäre sehr
schön, wenn es denn immer so einfach wäre, wie viele
Ärzte es ihren Patienten bei der Diagnose erzählen.
Aber die Realität sieht später leider oft ganz anders
aus. Ein Teil der Hashimoto-Thyreoiditis- und auch
Morbus-Basedow-Erkrankten (genaue Zahlen sind nicht bekannt)
leidet trotz einer durch die Behandlung mit
Schilddrüsenhormonpräparaten euthyreoten
Stoffwechsellage an anhaltenden Beschwerden wie ausgeprägten
Lokalsymptomen, einem Grippegefühl, Muskel- und
Gelenkschmerzen, Erschöpfungszuständen und
Konzentrationsstörungen. Ein weiteres Problem ist die
ungewollte Kinderlosigkeit von Frauen mit einer autoimmunen
Schilddrüsenerkrankung. Obwohl dieser Umstand, wie
nachfolgende Aussagen und Studien verdeutlichen,
Schilddrüsenexperten längst bekannt ist – warum
dies so ist, konnte bislang nicht eindeutig geklärt werden.
Vermutet wird ein Zusammenhang mit dem überaktiven
Immunsystem bzw. den oft sehr stark erhöhten Antikörpern,
über deren genaue Auswirkungen nur wenig bekannt ist.
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Da aber selbst
ausgewiesene Schilddrüsenexperten mangels
wissenschaftlicher Forschung nur über ein sehr begrenztes
Wissen diesbezüglich verfügen ist es verständlich,
dass weniger spezialisierte Ärzte aus Unkenntnis heraus
Betroffenen der autoimmunen Schilddrüsenerkrankung eine
psychosomatische Erkrankung unterstellen.
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psychosomatisch
(griech. psyche = Seele, griech. soma = Körper) Erkrankung
mit körperlichen und/oder seelischen Beschwerden für
die keine organische Ursache gefunden werden kann und deren
Auslöser deshalb in einer psychischen Störung vermutet
wird. Ein selbstkritischer Arzt würde sagen: „Ich
weiss nicht, was Sie haben!“
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Bis
vor wenigen Jahren galten beispielsweise etliche Krankheiten des
Magens als psychosomatisch bedingt. Fast jeder kennt Äußerungen
wie: „Das schlägt dir auf den Magen.“ oder „Das
kommt, weil du deinen Ärger immer nur hinunterschluckst.“
Heute weiss man, dass eine Infektion mit dem Bakterium
heliobacter pylori an der Entstehung der unterschiedlichen
Magenerkrankungen wie Magenschleimhautentzündung,
Magengeschwür bis hin zum Magenkrebs massgeblich beteiligt
ist. Leider wird vielen Betroffenen der autoimmunen
Schilddrüsenerkrankungen aus Unkenntnis über die
ohnehin wenig erforschten Zusammenhänge heutzutage
ähnliches Unrecht zugefügt.
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Um
auf die Diskrepanz zwischen gängiger Arztmeinung und
Lebensrealtität zahlreicher schwer erkrankter
Hashimoto-Thyreoiditis-Betroffener aufmerksam zu machen, gibt es
vom 16.05.09 bis zum 16.05.10 die Aktion "Farbe
bekennen".
Dazu gibt es eine Auswertung der genannten Symptome „Anhaltende
Beschwerden trotz Behandlung? - Damit sind Sie nicht allein!“
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Zu
welchen dauerhaften Einschränkungen kann es kommen?
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Unterschiedliche,
z. T. schwerwiegende Krankheitsverläufe
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Man fühlt sich
zuweilen wie ein Hypochonder, wenn man mit den
unterschiedlichsten schilddrüsenbedingten
Krankheitssymptomen vor einem Arzt sitzt und dieser im Brustton
der Überzeugung verkündet: „Die Stoffwechsellage
ist euthyreot – von der Schilddrüsenerkrankung können
Ihre Beschwerden also nicht kommen.“ Widerspricht man wird
dies entweder ignoriert oder der Arzt kontert „Sie
steigern sich da hinein – andere Schilddrüsenpatienten
haben auch nicht solche Probleme!“. Letztere Aussage ist
eindeutig falsch, wenngleich bislang nur sehr wenig darüber
bekannt ist warum die Hashimoto-Thyreoiditis und auch der Morbus
Basedow individuell so unterschiedlich verlaufen. Verlässliches
Zahlenmaterial und eine wissenschaftliche Ursachenforschung
fehlen bislang. Schätzungen gehen allerdings dahin, dass
ungefähr 80 % der Betroffenen unter einer Therapie
annähernd beschwerdefrei sind, während bis zu 20 % der
Schilddrüsenerkrankten mit hartnäckigen, lang
anhaltenden Beschwerden zu kämpfen haben.
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„Seit ein paar
Jahren berichten behandelnde Ärzte, dass sie immer häufiger
Autoimmunerkrankungen der Schilddrüse diagnostizieren,
wobei diese Beobachtung entgegengesetzt der freiwilligen
Jodierung von Lebensmitteln in der Bundesrepublik Deutschland
verläuft. Außerdem treten immer häufiger
Problemfälle unter diesen Autoimmunerkrankten auf.
Insbesondere bei Patienten mit einer Hashimoto-Thyreoiditis,
deren Symptome sich scheinbar nicht so einfach mit den
klassischen Mitteln bei Schilddrüsenunterfunktion beheben
lassen.“ (L.
A. Hotze: „Autoimmunerkrankungen der Schilddrüse –
Mögliche Ursachen, Folgen und Behandlungsmöglichkeiten“,
Mainz-Kasteler Arzt-Patienten-Seminar 2002)
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„Die Symptome
der Hashimoto Thyreoiditis sind unterschiedlich. Neben
symptomlosen oder relativ symptomlosen Erkrankungsformen, die
durch eine Regulierung der Schilddrüsenhormone vollständig
behoben werden können, gibt es Verläufe mit
zahlreichen unterschiedlichen und oft verwirrenden Symptomen.“
(U.
Cordes, W. Omran, C. Wüster,
www.endokrinologie-mainz.de/autoimmunthyreopathie.htm,
Zugriff am 18.07.2006)
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„Wenig bekannt
ist, dass es neben einer Vielzahl von Betroffenen mit geringen
oder fehlenden Beschwerden (durch eine hormonelle Behandlung)
einen Anteil Erkrankter gibt, die unter zahlreichen
unterschiedlichen und teilweise schwer fassbaren und schwierig
zu behandelnden Beschwerden leiden. Diese werden nur allzu oft
für eingebildete Kranke gehalten und irren jahrelang von
Arzt zu Arzt, ohne dass die richtige Diagnose gefunden oder eine
entsprechende Behandlung begonnen wird.“ (L.
Brakebusch, A. E. Heufelder: „Leben mit
Hashimoto-Thyreoiditis“, Zuckschwerdt-Verlag, München
2004)
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„Die
Beschwerden sind individuell sehr unterschiedlich ausgeprägt.
80% der Betroffene haben mit einer angepassten hormonellen
Behandlung keine oder geringe Beschwerden. 20% der Erkrankten
zeigen zahlreiche Beschwerden, die mit einer Hormontherapie
nicht immer vollständig verschwinden.“
(Deutsche
Gesellschaft für Autoimmunerkrankungen e. V.,
http://www.autoimmun.org/erkrankungen/hashimoto_thyreoiditis.html,
Zugriff am 17.08.06)
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„Eine
Besonderheit der Schilddrüsenerkrankung stellt die
„Hashimoto-Erkrankung“, eine entzündliche
Autoimmunerkrankung dar, bei der trotz ausgeglichenem
Hormonhaushalt verschiedene körperliche Symptome
auftreten.“ (Informationsmaterial
der MDR- Sendung "Hauptsache Gesund - Unerkannt
Schilddrüsenkrank" vom 28.06.2007,
http://www.mdr.de/hauptsache-gesund/4615240.html)
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Grenzen
der Hormonsubstitution
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Die
Hashimoto-Thyreoiditis wird oft als Schilddrüsenunterfunktion
abgetan, die mit Schilddrüsenhormontabletten effektiv zu
behandeln ist, weil exakt die - synthetisch hergestellte, aber
von der Zusammensetzung mit dem natürlichen
Schilddrüsenhormon identische - Hormonmenge zugeführt
wird die durch den Funktionsausfall der Schilddrüse fehlt.
Theoretisch klingt das einleuchtend, aber in der Praxis
funktioniert das so einfach nicht. Zahlreichen Patienten mit
einer Schilddrüsenunterfunktion geht es durch die Einnahme
von Schilddrüsenhormontabletten zwar deutlich besser, aber
sie erreichen eben nicht das körperliche Wohlbefinden was
sie vor der Erkrankung hatten.
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“We
tell our patients, It’s really quite simple, your thyroid
is not working (or has been removed or destroyed by our
treatment). The tablet contains the natural hormone that your
body cannot make. Don’t worry, you’ll be fine. For
many of our patients, T4 therapy resolves their symptoms and
they are fine. For some, however, this therapy remains
unsatisfactory, with the persistence of specific symptoms or a
failure to regain a normal sense of well-beeing.” (M.
M. Kaplan, D. H. Sarne, A. B. Schneider: „In search of the
impossible dream? Thyroid hormon replacement therapy that treats
all symptoms in all hypothyroid patients“, J Clin Endoc a
Metab 2003, 10(88): 4540 – 4542)
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"A
minority of the patients treated with L-thyroxine for
hypothyroidism have complaints despite normalisation of the
euthyroid state as judged by normal concentrations of
thyrotrophin (TSH). [...] In clinical practice, the adequacy of
thyroid hormone supplementation is assessed by the measurement
of TSH concentrations. This approach deserves two comments.
First, it is remarkable that the normal values of TSH show a
more than tenfold variation, between 0.4 and 4.5mU/l. Because,
in clinical practice, the optimal TSH concentration for
individual patients within this range is unknown, titration of
the substitution dose of thyroxine within this tenfold variation
is relatively crude. Secondly, the intrinsic assumption of many
doctors in this approach is that normal TSH concentrations
reflect adequate thyroid hormone concentrations, not only at the
tissue level of the hypothalamus and the pituitary, but also in
the other tissues. However, it is likely that this assumption is
erroneous, because TSH is produced only by the pituitary gland
and therefore may not reflect thyroid hormone status in tissues
outside the hypothalamo–pituitary axis." (J.
A. Romijn, J. W. Smit, S. W. J. Lamberts: "Intrinsic
imperfections of endocrine replacement therapy", Eur J
Endoc 2003, 149: 91 – 97)
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Schmerzen im
Bereich der Schilddrüse
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Der autoimmune
Entzündungsprozess verläuft in den meisten Fällen
annähernd schmerzfrei. Aber es gibt auch Ausnahmen, d. h.
atypische Krankheitsverläufe mit ausgeprägten
Schmerzen im Bereich der Schilddrüse ähnlich wie sie
von den akuten Schilddrüsenentzündungen her bekannt
sind. Oft ist neben stark erhöhten Antikörpern
(TPO-AK, sowie meist zusätzlich TG-AK) eine Erhöhung
des C-reaktiven Proteins feststellbar und es besteht Fieber. Die
Behandlung mit L-Thyroxin bessert die Beschwerden meist nur
geringfügig. Deshalb wird gelegentlich zusätzlich
Cortison eingesetzt. Die Cortison-Therapie hat jedoch den
Nachteil, dass sie die Symptome oft kurzfristig lindert, es aber
nach dem Absetzen von Cortison zu einem Wiederaufflammen der
Schmerzen kommt. Als Alternative gilt in diesen Fällen eine
operative Schilddrüsenentfernung.
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(Quellen:
L. Gourgiotis, N. Al-Zubaidi, M. C. Skarulis, D. A.
Papanicolaou, S. K. Libutti, H. R. Alexander , M. J. Merino, N.
J. Sarlis: „Successful outcome after surgical management
in two cases of the "painful variant" of Hashimoto's
thyroiditis“ Endoc Pract. 2002 , 4(8): 259 – 265 /
Y. C. Kon, L. J. DeGroot: „Painful Hashimoto's thyroiditis
as an indication for thyroidectomy: clinical characteristics and
outcome in seven patients“ J Clin Endoc a Metab 2003,
6(88): 2667 – 2672 / H. Ohye, S. Fukata, S. Kubota, I.
Sasaki, Y. Takamura, F. Matsuzuka, N. Amino, K. Kuma, A.
Miyauchi: „Successful treatment for recurrent painful
Hashimoto's thyroiditis by total thyroidectomy“, Thyroid
2005, 4(15): 340 – 345)
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Entgegen der weit
verbreiteten Meinung ist es auch nicht so, dass ausgeprägte
Lokalsymptome nur bei einer Struma auftreten. Die atrophe
Variante der Hashimoto-Thyreoiditis (Autoimmunthyreoiditis) kann
ebenfalls mit einem Druck- und Engegefühl im Hals oder in
den Kiefer ausstrahlenden Schmerzen einhergehen. Sehr häufig
sind auch die Lymphknoten in der Halsregion tastbar vergrössert
oder es kommt zu lokalen Hautrötungen. „Halsschmerzen,
das Gefühl, einen Kloß im Hals zu haben und
Heiserkeit können durch eine Hashimoto-Thyreoiditis
ausgelöst werden. Diese Symptome können sowohl bei
einer Vergrößerung als auch bei einer Verkleinerung
auftreten. Manchmal treten die Symptome schubweise auf und
werden von Phasen unterbrochen, in denen am Hals
Beschwerdefreiheit besteht.“ (L.
Brakebusch, A. E. Heufelder: „Leben mit
Hashimoto-Thyreoiditis“, Zuckschwerdt-Verlag, München
2004, Seite 28 Lage der Schilddrüse und
Untersuchungsmethoden)
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Heftige Muskel-
und Gelenkschmerzen
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BRAKEBUSCH/HEUFELDER
differenzieren zwischen Unter- bzw. Überfunktionssymptomen
sowie Symptomen der Immunerkrankung die unabhängig von der
Schilddrüsenstoffwechsellage auftreten können. Zu
letzteren zählen sie Muskel- und Gelenkschmerzen, aber auch
die Verhärtung von Sehnen und Muskeln. Sie vermuten als
Ursache für hartnäckige Muskelschmerzen und
-verhärtungen ein Einwandern von Entzündungszellen in
die Muskulatur.
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KRUG
führt aus: „Häufig lassen sich bei
Schilddrüsenentzündungen Antikörper gegen Gluten
und Endomysium , das sind Bindegewebsfasern in den Muskeln
nachweisen. Das wäre die Erklärung für den
Zusammenhang unklarer Schmerzen im Bewegungsapparat und
Glutenunverträglichkeit zumindest bei
Hashimoto-Erkrankten.“ (M.
Krug, www.ihre-privataerztin.de,
Zugriff am 17.09.07)
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Zahlreiche
Betroffene berichten von schubweise auftretenden Muskelschmerzen
ähnlich einem starken Muskelkater insbesondere im Bereich
der Oberschenkelmuskulatur sowie etwas seltener über
hartnäckige Rückenschmerzen. Teilweise sind
ausgeprägte Muskelhärten tastbar. Die Gelenkschmerzen
erstrecken sich oft auf die Hand- und Fingergelenke sowie
zeitgleich auf die Fuß- und Zehengelenke. Bei einem Teil
der Betroffenen klingen die Beschwerden ab, wenn die
Schilddrüsenentzündung „ausgebrannt“ ist.
In seltenen Fällen sind die Muskel- und Gelenkschmerzen so
stark ausgeprägt, dass sie zu sehr großen
Beeinträchtigungen der Lebensqualität führen.
"[...] Zudem treten in ca. 20% der Fälle massive
Schmerzen auf, die bis zur Berufsunfähigkeit führen
können." (Onmeda:
Medizin
und Gesundheit - Schilddrüsenentzündung, Zugriff
am 26.07.2006)
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Gelegentlich werden
zusätzlich zur Schilddrüsenerkrankung auch
rheumatische Erkrankungen wie beispielsweise eine Fibromyalgie
diagnostiziert, aber meist verläuft eine weiterführende
Rheuma-Diagnostik ergebnislos, so dass nur symptomatisch
behandelt werden kann. „Allgemein
kann man sagen, daß es bei Autoimmunthyreopathien
(Autoimmunerkrankungen der Schilddrüse, z.B.
Hashimoto-Thyreoiditis) genau die von Ihnen beschriebenen
Symptome geben kann, z.B. Muskel- und Gelenkschmerzen, auch
Gelenkschwellungen, weiterhin eine ganz ausgeprägte
Müdigkeit bis hin zur vollständigen Erschöpfung
wie bei einem chronischen Müdigkeitssyndrom / chronischem
Erschöpfungssyndrom (chronic fatigue syndrome, CFS). Häufig
bestehen auch Überlappungen zu einem Fibromyalgie-Syndrom,
so daß bei einer ganzen Reihe von Patienten mit
Autoimmunthyreopathie die Diagnose eines Fibromyalgie-Syndroms
gestellt wird. Oft ist bei Autoimmunthyreopathien auch der
ANA-Wert erhöht. Das ist dann eine Begleiterscheinung im
Rahmen der Schilddrüsenerkrankung und begründet in der
Regel nicht die zusätzliche und eigenständige Diagnose
einer Kollagenose." (H.
E. Langer, www.rheuma-online.de,
Zugriff am 30.05.2006)
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Beeinträchtigung
des zentralen Nervensystems (Konzentrationsstörungen,
verminderte Gedächtnisleistung)
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Bei einer
italienischen Studie wurden Personen mit hohen TPO-AK-Titern,
echoarmem Schilddrüsenultraschall sowie normalen TSH sowie
fT3 und fT4-Werten einbezogen. Die Arbeitsgruppe kam zu dem
Schluß, dass das Zentrale Nervensystem offenbar weit
stärker bei der Hashimoto-Thyreoiditis mitbetroffen ist,
als bisher angenommen wurde. Auch bei euthyreoter
Stoffwechsellage können kognitive Defizite wie mangelnde
Gedächtnisleistungen sowie Konzentrationsschwierigkeiten
bestehen bleiben. (M. Piga, A. Serra, L.
Deiana, G. L. Loi, L. Satta, M. Di Liberto, S. Mariotti: „Brain
perfusion abnormalities in patients with euthyroid autoimmune
thyroiditis“, Eur J Nucl Med Mol Imaging 2004, 12(31):
1639 – 1644)
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Als Nebeneffekt
wurde bei der Greifswalder T3/T4-Studie festgestellt, dass
Patienten mit einer autoimmunen Schilddrüsenerkrankung bei
den neuropsychologischen Tests schlechter abschnitten. Diese
Ergebnisse weisen nach Ansicht der Arbeitsgruppe darauf hin,
dass bei autoimmunen Schilddrüsenerkrankungen das
Beschwerdespektrum nicht nur durch die Schilddrüsenhormonspiegel
erklärt werden kann. (W. Meng u. a.:
„Replacement therapy with levothyroxine plus
triiodothyronine is not superior to thyroxine alone to improve
well-being and cognitive performance in hypothyroidism”.
Clin Endoc 2004, 6(60): 750 - 757)
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„Auch bei
Patienten mit erworbener Hypothyreose zeigt sich neben der
allgemeinen Verlangsamung eine Verschlechterung von
Gedächtnisfunktionen. Auch hier findet sich eine
Verminderung des Kurzzeitgedächtnisses und
Konzentrationsprobleme. Die hirnorganischen Veränderungen
verlaufen langsam progredient und führen unbehandelt zu
einer Demenz. Sie können den internistischen und
neurologischen Veränderungen vorausgehen. Eine
Normalisierung kognitiver Parameter wird nach T4-Substitution
nicht vollständig erreicht.“
(G.
K. Stalla, M. Tichomirowa, L. Schaaf: „Zentralnervensystem
und Schilddrüsenhormone“, Mit Dt Ges Endok 2003, 2)
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Zum Thema trotz
guter Einstellung mit Schilddrüsenhormonen persistierender
psychischer Symptome wie Konzentrationsstörungen,
Depressionen und Angstzuständen lief vor einiger Zeit auch
eine Studie in Magdeburg. Dort vermutete man, dass es bei einer
bestimmten Gruppe von Patienten mit Hashimoto-Thyreoiditis zu
einer Ausweitung des Autoimmunprozesses auf die Nervenzellen im
Gehirn kommt. Zu den Ergebnissen dieser Sudie liegen mir aktuell
leider keine Informationen vor. Wenn Sie Näheres wissen,
freue ich mich über einen Hinweis.
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In diesem
Zusammenhang möchte ich ergänzend auf die Studie zu
Depressivität und Angst bei Hashimoto-Thyreoiditis der
Universität Erlangen-Nürnberg verweisen zu der Sie
hier
weiterführende
Informationen finden.
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Fertilität
und Schwangerschaft
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Weitgehender Konsens
herrscht darüber, dass Unter- und Überfunktionen der
Schilddrüse einen Einfluss auf die weibliche Fertilität
haben. Nur wenig Berücksichtigung findet hingegen die
Tatsache, dass bereits das Vorhandensein von
Schilddrüsenautoatikörpern (ohne dass eine Hypo- oder
Hyperthyreose vorliegt) in einigen Fällen zu
Zyklusstörungen führt. "Eine Reihe von
Untersuchungen der letzten Jahre beschäftigte sich mit der
Frage, ob der alleinige Nachweis von Schilddrüsenantikörpern
Einfluss auf die weibliche Fertilität besitzt. Dabei
zeigten mehrere Literaturstellen, dass positive TPO-Antikörper
für rund 20 Prozent der Zyklusstörungen junger Frauen
verantwortlich gemacht werden können." (G.
Hintze, H. Fink: „Aktuelle Schilddrüsendiagnostik und
-therapie bei Fertilitätsstörungen und
Schwangerschaft“, Wissenschaft u. Praxis 2004, 12: 576 –
578)
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Weit schwerwiegender
ist in diesem Zusammenhang jedoch das erhöhte
Fehlgeburtsrisiko von Frauen mit einer autoimmunen
Schilddrüsenerkrankung welches bereits in mehreren
wissenschaftlichen Studien nachgewiesen wurde. "Der
Zusammenhang zwischen dem Nachweis von
Schilddrüsenautoantikörpern und gehäuften
Fehlgeburten wurde in der Vergangenheit beschrieben und intensiv
untersucht. In den meisten Studien wird eine positive
Korrelation zwischen der Höhe des
Schilddrüsenautoantikörpertiters und dem
Abortgeschehen berichtet. Es sind aber keine beweisenden,
kontrollierten und randomisierten Daten publiziert, die diesen
Sachverhalt überprüft und bewiesen hätten. So
berichten Poppe et al. über eine hohe
ART-Schwangerschaftsrate bei Frauen mit
Schilddrüsenautoantikörpern. Aber die Fehlgeburtenrate
war mit 53 % im Vergleich zu 23 % bei den Frauen ohne
Schilddrüsenautoantikörper signifikant erhöht. Im
Gegensatz dazu berichten andere Autoren sowohl über eine
reduzierte Schwangerschaftsrate als auch, wie schon aus früheren
Untersuchungen bekannt, über eine erhöhte Abortrate.
Die Arbeitsgruppe von Poppe et al. gibt zwei Theorien für
die hohe Abortrate an: eine immunologische Ursache oder eine
sich im ART-Zyklus entwickelnde Schilddrüsenunterfunktion
durch den estrogenbedingten Anstieg des Thyroxin-bindenden
Globulins mit resultierender Abnahme des freien Thyroxins. Auch
Stagnaro-Green et al. [und Lejeune et al. berichten bei
euthyreoten Frauen mit Schilddrüsenautoantikörpern ein
erhöhtes Risiko für Fehlgeburten. Außerdem
wurden Schilddrüsenautoantikörper bei Frauen mit
anamnestisch bekannter habitueller Abortneigung vermehrt
nachgewiesen. Zusammenfassend können
Schilddrüsenautoantikörper somit als Hinweis für
ein Abortrisiko gewertet werden." (M.
Bals-Pratsch, S. Reichel, B. Seifert, B. Zietz:
"Autoimmunthyreopathie und Kinderwunschbehandlung –
Überlegungen zu einem empirischen Behandlungskonzept",
J Repr med Endok 2005, 2(2): 90 – 95)
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Insgesamt sind die
hormonellen Schwankungen im Zusammenhang mit einer
Schwangerschaft für Frauen mit einer Hashimoto-Thyreoiditis
oder einem Morbus Basedow nicht immer ganz einfach zu
bewältigen. Auch die sogenannte Wochenbettdepression ist
bei Hashimoto-Thyreoiditis-Erkrankten häufiger als bei
schilddrüsengesunden Frauen. Positive
Schilddrüsenautoantikörper (TPO-AK), wenn sie während
der Schwangerschaft gemessen werden, sind ein Risikofaktor für
die Entwicklung einer postpartalen Depression (J.
L. Kuijpens, H. L. Vader, H. A. Drexhage, W. M. Wiersinga, M. J.
van Son, V. J. M. Pop: „Thyroid peroxidase antibodies
during gestation are a marker for subsequent depression
postpartum“, Eur J Endoc 2001, 5(145): 579 – 584).
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ACTH- und
Cortisol-Mangel
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Die Unikliniken
Würzburg und München führen aktuell eine Studie
durch, um den Zusammenhang zwischen einem ACTH-Mangel und einer
Hashimoto-Thyreoiditis zu untersuchen. Es wurde beobachtet, dass
bei Patienten mit wenigen bzw. gar keinen
Schilddrüsenantikörpern gelegentlich ein isolierter
ACTH-Mangel besteht, d.h., dass ACTH, ein Hormon aus der
Hypophyse (Hirnanhangsdrüse), nicht genügend
ausgeschüttet wird und als Folge auch weniger vom wichtigen
Stoffwechselhormon Cortisol gebildet wird. Man vermutet, dass
die Antikörper, die gegen die Zellen der Schilddrüse
gerichtet sind, ebenfalls die ACTH-bildenden Zellen angreifen.
Patienten mit einem solchen ACTH-Mangel fühlen sich
meistens müde und leistungsschwach trotz optimaler Therapie
ihrer Schilddrüsenerkrankung. Mehr
zu dieser Studie
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Wenig bekannt,
unzureichend erforscht und wissenschaftlich umstritten ist das
Krankheitsbild der Nebennierenschwäche, welches im
Zusammenhang mit einer Hashimoto-Thyreoiditis gehäuft
auftreten soll. Einige grundlegende Informationen zu Diagnose,
Symptomen und Therapie der Nebennierenschwäche finden Sie
hier.
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Homepage
erstellt am 06.08.05, aktualisiert am 12.01.10
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