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Was in Angstmomenten im Körper passiert


Dass Schilddrüsenfehlfunktionen zu Angst (bis hin zu regelrechten Panikattacken) führen können ist allgemein unstrittig. Aber auch bei sehr guter hormoneller Einstellung und allgemeinem Wohlbefinden bleibt oft eine deutlich verminderte Stressresistenz zurück die für die Betroffenen ausgesprochen belastend sein kann. Im Hinblick darauf wird ein Zusammenhang mit den bei den autoimmunen Schilddrüsenerkrankungen vorhandenen Autoantikörpern (TRAK, Tg-AK, TPO-AK) diskutiert deren Bedeutung im Krankheitsverlauf wissenschaftlich noch weitgehend ungeklärt ist. Aus diesem Grund und weil sich die organische Ursache meist nicht wirksam behandeln läßt (Tip: Jodverzicht und Seleneinnahme können eventuell helfen!), kann es für die Schilddrüsenerkrankten hilfreich sein zu verstehen was in solchen Angstmomenten in ihrem Körper passiert.

Der nachfolgende Text wurde entnommen aus: Cora Besser-Siegmund „Frei von Angst und Panik“ Südwest-Verlag, München 1999
Mit freundlicher Genehmigung von Diplom-Psychologin Cora Besser-Siegmund, Homepage: www.besser-siegmund.de

Tritt ein Angstmoment ein, so ändert sich unser Verhalten schlagartig. Körperliche Stresssymptome machen sich im Bewusstsein breit und versuchen von hier aus, die Kontrolle über alle weiteren körperlich-seelischen Vorgänge zu übernehmen. Diese Veränderungen im Organismus stellen die Energie bereit, die wir benötigen, um Gefahren zu bewältigen. Mit anderen Worten: Angst macht mobil und zwar unabhängig davon, ob die Gefahr real ist oder nicht.

Noch ehe uns eine Bedrohung zu Bewusstsein kommt, reagiert schon unser Gehirn. Die Pupillen weiten sich reflexartig. Die Nachricht „Gefahr“, die von den Sehnerven übermittelt wird, regt Teile des Gehirns (Thalamus, Großhirnrinde, Hypophyse) zu Botschaften an andere Körperteile an.

Die Nebennieren produzieren Stresshormone wie Adrenalin, Noradrenalin und Kortisol. Diese Stoffe sorgen beispielsweise dafür, dass sich die Gefäße im Oberkörper zusammenziehen und im Unterkörper weiten. Sie steigern ganz allgemein die Leistung von Muskeln, Kreislauf und Atmung.

Das Herz pumpt vermehrt Blut in die geweiteten Gefäße der Beinmuskulatur. So werden die Muskeln schnell mit Energie für kräftige und ausdauernde Arbeit versorgt.

Die Muskeln bringen sich oft selbst dadurch in Schwung, dass sie zu zittern beginnen. Es entsteht ein allgemeiner Bewegungsdrang, man kann nicht mehr ruhig dasitzen.

An der Körperoberfläche werden alle Blutgefäße verengt. Das Gleiche geschieht in Händen und Füßen. Dieses Zurückdrängen des Bluts ins Körperinnere kann im Fall einer Verwundung vor übermäßigem Blutverlust schützen, da das Blut durch die verengten Gefäße nur spärlich austreten kann. Die Verengung der Gefäße erklärt auch, warum man in Angstmomenten schnell „kalte Füße“ bekommt.

Die Konzentration des Bluts im Körperinneren führt dort zu einem Temperaturanstieg. Dieser wird dadurch ausgeglichen, dass der Körper außen gekühlt wird: Der sogenannte Angstschweiß bricht aus und sorgt für einen Temperaturausgleich. Deshalb ist einem oft gleichzeitig „heiß und kalt“.

Der Atemrhytmus beschleunigt sich automatisch in dem Maß wie es für einen schnellen Lauf nötig wäre. Die Brustkorbmuskeln fangen an zu arbeiten, um für den Lauf das größtmögliche Lungenvolumen zu schaffen. Diese Art der Atmung erzeugt aber, wenn Sie nicht in Bewegungsenergie umgesetzt wird, schnell ein Schwindelgefühl.

Die Leber setzt Zuckerreserven frei, und die Bauchspeicheldrüse fährt die Insulinproduktion herunter. So steigt der Blutzuckerpiegel. Auf diese Weise werden mehr Nährstoffe zur Versorgung der Muskulatur in Umlauf gebracht.

Die Stresshormone greifen auch in den Gehirnstoffwechsel ein. Sie blockieren den Gedankenfluß, so dass die Flucht nicht durch umständliche und für diesen Anlass zu langsame Gedanken behindert wird. So kommt es zum so genannten Tunnelblick: Die Wahrnehmung konzentriert sich auf den Fluchtweg, und alles, was sich links und rechts davon befindet, wird ausgeblendet. Denn es würde natürlich die Flucht behindern, wenn man unterwegs anhielte, um Pilze zu sammeln oder einen Strauß Blumen zu pflücken.

Nach etwa 20 Minuten baut sich das Angstprogramm dann von ganz allein wieder ab. Das ist ebenfalls biologisch unabänderlich vorbestimmt. Denn die Organe, die Haut und die Muskulatur sollen jetzt wieder gleichmäßig durchblutet werden. Außerdem kann der Organismus nicht unbegrenzt Stressschübe organisieren. Er verfällt automatisch in einen „Leerlauf“, weil ihm nach 20 Minuten einfach der „Stoff“ ausgegangen ist.

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Welche Heilpflanzen bei Nervosität, Schlafstörungen, Angst- und Panikattacken wirksam sind,
können Sie im Rahmen dieser Homepage beispielsweise
hier nachlesen.

Homepage erstellt am 12.12.07, aktualisiert am 22.01.09
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