- Offene
Diskussion zum Thema Jod & Hashimoto-Thyreoiditis
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Wenn
man sich mit Schilddrüsenerkrankungen beschäftigt,
stößt man unweigerlich auch auf die Jod-Problematik.
Ein hart umkämpftes Thema um das von Jod-Befürwortern
und Jod-Gegnern sehr viel gestritten wird. Leider oft weder mit
sachlichen Argumenten noch mit dem angemessenen Respekt und
Umgangston - zum Leidwesen von Ärzten und Patienten die
durchaus kritisch sind, aber sich vor allem seriös
informieren möchten. Deshalb möchte ich den Engagierten
beider Seiten sowie allen Interessierten hier die Gelegenheit
geben Ihre Sicht der Thematik unverfälscht darzustellen und
auch konkret aufeinander Bezug zu nehmen. Es ist eine Chance
miteinander ins Gespräch zu kommen, Fragen zu stellen und
dadurch vielleicht sogar einen medizinischen Fortschritt zu
bewirken. Ich wünsche mir eine lebhafte, faire und
konstruktive Diskussion die hoffentlich zu mehr gegenseitigem
Verständnis beiträgt oder am Ende vielleicht sogar
einen Konsens ermöglicht?! Wenn Sie sich beteiligen möchten,
schicken Sie mir einfach Ihren Beitrag per E-Mail. Bitte beachten
Sie, dass anonyme Meinungsäusserungen leider nicht
veröffentlicht werden können.
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Einige
Internetseiten zum Einlesen in das Thema:
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Schilddrüsennetz
Hannover, Streitfall:
Jod - Harmlos oder gefährlich
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Youtube: 10.01.07 RBB
Quivive "Jod
- zu wenig oder zu viel?"
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Arbeitskreis
Jodmangel, www.jodmangel.de
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Arbeitskreis
Prophylaxe-Transparenz e.V., www.jodmangel.eu
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Deutsche
Gesellschaft für Ernährung: Referenzwerte
für die Nährstoffzufuhr - Jod
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Bundesinstitut
für Risikobewertung, Stellungnahme vom 01.06.04: Nutzen
und Risiko der Jodprophylaxe in Deutschland
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World
Health Organisation, List
of publications "Iodine deficiency"
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"Es gibt
Leiden, von denen man die Menschen nicht heilen sollte,
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weil sie der
einzige Schutz gegen weit ernstere sind."
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Valentin
L. G. E. M Proust (franz. Schriftsteller 1871 - 1922)
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- Diskussionsbeiträge:
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Um
in die Diskussion einzusteigen habe ich zunächst Herrn Prof.
Dr. Roland Gärtner (Sprecher des Arbeitskreises Jodmangel)
und Herrn Prof. Dr. Jürgen Hengstmann (Endokrinologe,
Schilddrüsenexperte) um eine Stellungnahme gebeten.
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03.04.09 Prof. Dr.
Jürgen Hengstmann
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[...] Bei langfristig
höherer Jodüberversorgung ist eine steigende Inzidenz
der Autoimmunthyreoiditis zu beobachten (Laurberg et al. 2001,
Emral et al. 2006, Benvenga und Trimarchi 2008, Szabols et al.
1996)). Prinzipiell gibt es zwei Mechanismen, die das Auftreten
von Hypothyreosen bei hoher Jodaufnahme fördern. Zu Anfang
wird durch eine sehr hohe Jodaufnahme die Freisetzung der
Schilddrüsenhormone gehemmt. Bleibt die hohe Jodexposition
über einen längeren Zeitraum bestehen, kann diese zur
Entwicklung einer Struma und Hypothyreose führen. Bei
genetisch disponierten Individuen führt eine langdauernde
höhere Jodexposition (>500 µg täglich) zu
gesteigerter Autoimmunität (Szablos et al 1996). Einerseits
zerstört die Autoimmunreaktion Schilddrüsengewebe mit
konsekutiver Unterfunktion. Anderseits hat die Schilddrüse
von Patienten mit Autoimmunthyreoiditiden Schwierigkeiten einer
durch hohe Jodexposition geblockte Schilddrüsenhormonproduktion
aufzuheben. Diese Mechanismen führen zu einer Unterfunktion
der Schilddrüse, sie sind aber durch ihre weitgehend
ungeklärte Funktionsweise schwer voneinander zu trennen.
[...]
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Es
gab mehrere Zuschriften von Betroffenen, die sich sehr darüber
ärgern, dass sie als Hashimoto-Thyreoiditis-Erkrankte
ständig mit jodsensiblen bzw. jodkranken Menschen verglichen
werden. Deshalb auch von mir noch einmal der Hinweis, dass es an
dieser Stelle explizit um den Zusammenhang von Jod &
Hashimoto-Thyreoiditis gehen soll.
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27.05.09 Prof. Dr.
Roland Gärtner
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[...] Es gibt keinen
wissenschaftlich fundierten Beleg dafür, dass durch eine
normale Jodzufuhr, die für die Gesundheit notwendig ist, und
wie sie von der WHO und den internationalen Verbänden
empfohlen wird, eine Gefahr besteht, dass vermehrt
Autoimmunerkrankungen der Schilddrüse auftreten. Wie für
alle Autoimmunerkrankungen gilt: die Voraussetzung eine AIT zu
bekommen ist eine genetische Prädisposition, und ob es
tatsächlich zum Ausbruch einer manifesten Erkrankung kommt,
ist abhängig von vielen Faktoren, vor allem den
Sexualhormonen, Stress, virale Infektionen, Selenmangel, und sehr
hohe Dosen an Jod, auch wird neuerdings ein Vitamin D-Mangel
diskutiert. [...]
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